Begabten Nachwuchs finden: Alemannen kooperieren

Von: Holger Bubel
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Eine Wimpelübergabe zwischen Erik Meijer und Landalemanne Markus Schneiderwind - so freundschaftlich soll es auch in Zukunft zwischen den beiden Vereinen zugehen. Foto: Holger Bubel
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So einfach soll es nicht gehen, wie Willi Landgraf aus der Aufstiegsmannschaft von Aachen bei einem Gastspiel „Am Südpark“ die Talente „entführt“. Beide Vereine wolle da ein Auge drauf haben. Schon in der Vergangenheit haben sie sich gut verstanden. Foto: Holger Bubel
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Kooperationsvereinbarung besiegelt: Vorsitzender Josef Weitz (M.) setzt seine Unterschrift. Die Trainer von Alemannia Aachen, Reiner Plaßhenrich (l.) und Marc Gillessen (r.), sind die „Brücken“ für die Zusammenarbeit.

Alsdorf. Es gibt wohl kaum einen Amateurclub, der nicht ein Liedchen davon singen kann: Man hat einen talentierten Spieler von den Bambini bis in die Jugendmannschaft geführt, seine Entwicklung begleitet – nicht nur die sportliche –, ihn gefördert und ausgebildet. Und dann kommt ein namhafter Verein, spricht mit dem Talent und den Eltern, verheißt eine große Fußballerkarriere – und der Spieler ist für den Heimatverein Vergangenheit.

Dass dabei auch der eine oder andere Euro in schon ganz jungen Spielerjahren beim Transfer fließt, darüber spricht man natürlich nicht in der Öffentlichkeit. Aber beim Frühschoppen an der Theke hört es sich halt besser an, wenn der Papa prahlt, „dat der Jung‘ jetzt beim FC spielt“ (oder bei der Borussia oder bei Bayer) und nicht mehr bei den „Sportfreunden Pimpelsdorf in der Siedlung“.

Auch der Alsdorfer Traditionsverein SV Alemannia Mariadorf kennt es, wenn talentierte Spieler weggelockt werden. Der Verein, aus dem immerhin tatsächliche Fußballgrößen der Bundesliga und Nationalspieler wie Hans-Peter Lehnhoff und Rachid Azzouzi hervorgegangen sind, kann sich gegen das Ansinnen prominenter Clubs nicht immer wehren. „Aber wenn Spieler Karriere in ihrem Sport machen wollen, dann wenigstens in der Nähe“, sagt Josef Weitz, Vorsitzender der Landalemannen.

Mit „Nähe“ meint der Fußball-Kenner die Alemannen aus der Kaiserstadt. Und auch dort hat man Interesse an der Nachwuchsarbeit nicht nur im eigenen Verein. „Wir wollen mit dafür sorgen, dass der Fußball in der Aachener Region generell aufgewertet wird“, sagt der Co-Trainer des Regionalligisten Alemannia Aachen und Leiter des dortigen Nachwuchsleistungszentrums, Reiner Plaßhenrich. Und: „Wir wollen den Vereinen in der Region, die uns ja auch Talente zugeführt haben, etwas zurückgeben.“

Mit dazu beitragen soll eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Alemannen aus Mariadorf und Aachen, die seit dem 1. Januar 2015 greift.

Fortbildung und Praktika

In dem knappen Vertragswerk verpflichtet sich das Nachwuchsleistungszentrum von Alemannia Aachen zur Zusammenarbeit mit dem Alsdorfer Verein in den Bereichen Fortbildung, Praktika und Hospitation, Fortbildungsmaterial, Talentsichtung, Spielanalyse und Vergleichsspiele.

In der Praxis heißt das, dass Alemannia Aachen Fortbildungen für Übungsleiter am Tivoli, aber auch auf dem Sportgelände des Kooperationspartners kostenneutral veranstaltet, Spiele der Mariadorfer besucht und mit den zuständigen Trainern im Anschluss eine Spielanalyse macht, aber auch, dass Talentsichtungstage auf dem Alemannia-Sportgelände „Am Südpark“ initiiert werden.

Damit gehen die Öcher regional gesehen in die Breite und machen ihre Sichtungsbemühungen um Talente transparenter, denn außerdem heißt es: „Zudem findet zwischen den Vertragspartnern ein stetiger Informationsaustausch über Sichtungsmaßnahmen statt.“ Für Reiner Plaßhenrich ist das der richtige Weg, um begabte Kicker in der Region zu halten – zumal die Freizeit der meisten Jugendlichen etwa wegen Ganztagsschule ohnehin eingeschränkt ist und das Pendeln zum Training bei den großen Clubs eine zeitintensive und aufreibende Angelegenheit ist. „Trotzdem holen die großen Clubs die Kinder schon in der U8 ab“, weiß der Aachener Co-Trainer.

Dass ausgerechnet Alemannia Mariadorf als einziger Fußballverein aus dem Nordkreis auserkoren wurde, ist Marc Gillessen zu verdanken. Der 37-Jährige stammt selbst aus den Reihen der Mariadorfer Alemannen und ist Trainer der B-Jugendlichen von Alemannia Aachen. „Dadurch, dass ich beide Vereine gut kenne, wird die Kommunikation zwischen den Alemannen sehr viel leichter“, verspricht sich auch Gillessen für beide Fußballclubs so einiges.

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