Würselen - Bebauung vor St. Sebastian: Emotionen kochen hoch

Bebauung vor St. Sebastian: Emotionen kochen hoch

Von: ehg
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Würselen. Dass Bürgermeister Arno Nelles öffentlich gemacht hatte, dass die „Hochbebauung“ zwischen „Dom“ und Pfarrhaus vom Tisch sei, darüber empörten sich vor allem die Sprecher der Kooperation im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Er finde es nicht in Ordnung, „dass wir über die Presse erfahren, wie es um die Bebauung bestellt ist und welche Pläne für die Gestaltung der noch brachliegenden Fläche im Rathaus im Gespräch sind“, betonte der Vorsitzende des Ausschusses, Hans Carduck (FDP). Andererseits freue es seine Fraktion, dass die „Hochbebauung“ nun endlich vom Tisch sei. Eine Bebauung der Freifläche hätte „nach unserer Ansicht das Bauwerk Kirche ästhetisch nachhaltig beschädigt“.

Dass sich der Ausschuss auf Bitten der Verwaltung mit öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema zurückgehalten habe, darauf verwies CDU-Sprecher Balthasar Tirtey. Noch habe sich weder der Ausschuss noch der Rat für Änderungen des Bebauungsplans ausgesprochen. „Es ist nicht Sache des Bürgermeisters, darüber zu befinden, ob eine ‚Hochbebauung‘ vom Tisch ist oder nicht“, mahnte er die parlamentarischen Spielregeln an. Man habe sich deshalb zurückgehalten, weil man keine Investoren habe abschrecken und die gewährte Fördermittel nicht in Gefahr habe bringen wollen.

Das Gelände, auf dem der avisierte „Kirchgarten“ realisiert werden solle, sei größtenteils Eigentum der Stadt, hielt der Sprecher der Bündnisgrünen, Dr. Ansgar Klein, ein Plädoyer für eine Bebauung. Wenn die entwickelten Pläne weiter verfolgt würden, ginge der Stadt wertvoller Baugrund verloren und es kämen hohe Pflegekosten auf die Stadt zu. Der Begriff „Hochbebauung“ sei für ein oder zwei Gebäude auf der besagten Fläche völlig irreführend. Dr. Klein hielt an einer baulichen Fassung des Marktes fest, „die den ‚Dom‘ nicht verdeckt, aber dem Platz unmittelbar davor eine neue Ruhe und Aufenthaltsqualität gibt und das Eigentum der Stadt nicht verschleudert.“

Für fatal hielt es UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich, dass der Platz sich immer noch in einem desolaten Zustand befinde. Endlich Nägel mit Köpfen zu machen, appellierte er an Rat und Verwaltung. „Wir wollen nach wie vor das Areal frei halten von jeglicher Bebauung“, betonte er mit Nachdruck. SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers hielt sich bei der Bürgermeister-Schelte verständlicherweise zurück.

„Ein kleiner Park könnte kommen“, war Technischer Beigeordneter Till von Hoegen sichtlich bemüht, Druck aus dem Kessel „Hochbebauung“ zu lassen. Im Gegensatz zum Sprecher der Bündnisgrünen führte er aus, das städtische Eigentum sei zwar groß, aber zu klein, um dort eine Bebauung zu realisieren. „Um den Platz zu gestalten, brauchen wir auf jeden Fall die Kirche.“ Es gebe keine konkrete Planung, beteuerte er. Was vorliege sei ein Planungsentwurf. „Der ‚Kirchgarten‘ ist nur eine von mehreren Optionen.“

Am Ende noch eine konkrete Botschaft: „Bis Karneval werden die Baustellen-Absperrgitter verschwunden sein.“

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