Bauwerke aus neuer Perspektive dargestellt

Von: ger
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Die Künstler mit Gespräch: (v.l.) Sigrid von Lintig, Marie Pittroff und Sascha Berretz betrachten Berretz´ Bild „Bauhaus”. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. Monumentale Bauwerke, eng gepferchte Häuserblöcke der Metropolen oder beschauliche Privathäuser und isolierte Bauelemente. All diese baulichen Ausprägungen der Zivilisation kann man in der Realität betrachten.

Alles was man dazu braucht, ist ein Flugticket nach New York oder eine Bahnfahrkarte zum Meer. Die besondere Perspektive, die Künstler mit ihren Bildern von unterschiedlichen Bauwerken eröffnen, bleibt allerdings in der Realität verborgen. Diesen ganz besonderen Blick auf das bauliche Element kann man im Kunstraum des Bockreiterzentrums genießen.

Bei der Vernissage der Ausstellung „Bilder der Architektur - Architektur der Bilder” der Kunstagentur und Galerie „Artco” wurde deutlich, welch unterschiedliche Positionen Sascha Berretz, Sigrid von Lintig und Marie Pittroff zur Architektur einnehmen. Das machte Professor Wolfgang Becker, Gründungsdirektor des Aachener Ludwig Forums, deutlich: „Pittroff und von Lintig bauen Architektur, Berretz mauert sie.”

Äußerst detailgenau

Pittroffs wohl auffälligstes ausgestelltes Werk „Broadway 1” ermöglicht dem Betrachter einen Blick von der „Staten Island Ferry” über den „Battery Park”, durch eine New Yorker Häuserschlucht, direkt auf das „Chrysler Building”.

So gewinnt das großflächige Bild mit seiner extrem hohen Detailgenauigkeit eine enorme Tiefe. Das in Lasurtechnik gemalte Ölbild ist sehr nah an der Realität - beinahe fotorealistisch. „Das ist ein irrwitziger Mix von alt und neu”, sagt Marie Pittroff.

Während Pittroffs Bilder den Betrachter in das Bild hineinziehen, verschaffen die Arbeiten von Sigrid von Lintig Distanz zum Objekt. Man sieht die Spitze eines Turms vor einem blauen Hintergrund.

Die Werke wirken ein wenig befremdlich, vermitteln aber durch die kräftigen Farben eine gewisse Wärme. „Es geht um die Auseinandersetzung mit dem Objekt selber”, sagt von Lintig.

Einen ganz anderen Weg geht Sascha Berretz. Becker: „Man kann nicht sagen, dass er Architektur darstellt. Die Bilder sind in sich Architektur.” Das prägende Motiv für den Aachener Berretz sind die Häuser von Mies van der Rohe. Seine Bilder kommen mit wenigen Farben aus und vermitteln ein Gefühl von Fremde. „Ich möchte kein Abbild schaffen, sondern eher ein Gespenst.” So ermöglicht er dem Betrachter den Blick auf van der Rohes „Bauhaus” durch einen Maschendrahtzaun.

Die Förderung regionaler Künstler - Berretz und von Lintig kommen aus Aachen, Pittroff aus Mainz - ist eines der zentralen Ziele von „Artco”. Dazu steht die zeitgenössische afrikanische Kunst im Fokus des Engagements.
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