Bastian Pastewka: Geräuschkulisse auf die Bühne gezaubert

Von: eli
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Wechselhaft: Weil der Autor Francis Durbridge in seinen Temple-Folgen gerne viele Charaktere unterbrachte, springen die Schauspieler zwischen den Rollen hin und her. Bastian Pastewka spricht Paul Temple, Cathlen Gawlich mimt mal den Sergeant, mal die Ärztin. Foto: Elisa Bresser

Alsdorf. Eine Tür fällt mit einem lauten Knall ins Schloss, Holzdielen knarzen, von draußen ist das Rauschen des Meeres zu hören. Ein Mann und eine Frau bewegen sich langsam durch den Raum. War da was? Eine Hand streift den Arm von Steve.

„Ja, Paul?“ „Hm, was denn?“ „Du hast doch meine Hand angefasst, ich dachte, du wolltest etwas.“ „Aber ich bin doch hier bei den Vorhängen.“ Steve schreit. Im Schein eines entzündeten Streichholzes erkennt sie die Schemen eines Mannes, aufgehängt an einem Balken. Selbsttötung? Mord? Womöglich in Zusammenhang mit der Mädchenmord-Serie?

Paul Temple ist alarmiert. Und gleichzeitig Bastian Pastewka. Er spricht den Meisterdetektiv, der im Londoner Nebel des Jahres 1949 ermittelt. Das heißt – eigentlich spielt Pastewka. Und macht Geräusche, während er auf der Bühne in der Alsdorfer Stadthalle sitzt. Flaschen werden gekippt, Gläser aneinandergeschlagen, Kühlschranktüren geöffnet, dann zerplatzt ein Ballon. „Paul Temple und der Fall Gregory“ – ein Hörbuch zum Sehen und Erleben.

Pastewka hat gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen Cathlen Gawlich, Janina Sachau, Alexis Kara und Kai-Magnus Sting die Radioserie aus der Feder von Francis Durbridge um den Kultermittler aus den Jahren 1951 bis 1967 neu aufleben lassen und ebenjenes Hörbuch gestaltet.

Hierzulande sind elf Temple-Radio-Serien erhalten geblieben. Doch der erste Fall „Paul Temple und der Fall Gregory“, ist nach seiner Ursendung im Jahr 1949 aus den Rundfunkarchiven verschwunden. Erst kürzlich tauchten Fragmente des deutschen Skripts wieder auf – und damit die Gelegenheit für Pastewka und Komplizen, den Fall neu aufzurollen.

Und nun gibt es die Story eben auch als Bühnenfassung. Zum einem sprechen die fünf Schauspieler und Synchronsprecher viele verschiedene Rollen, verstellen also hin und wieder die Stimmen, haben aber zahlreiche Gegenstände um sich herum aufgebaut. Sie sitzen in einer Reihe, vor ihnen das Skript, und machen hinter sich Türen auf und zu, gehen aber niemals durch – Simulation für das Publikum.

Mit dem Mixer im Wasser

Mit dem Mixer wird im mit Wasser gefüllten Wäschekorb das Geräusch eines Außenbordmotor eines Sportbootes erzeugt, ein alter Stuhl knarzt in verschiedenen Oktaven und eine alte Kaffeemühle quietsch passenderweise wie ein Autofenster. So entsteht eine Geräuschkulisse, mal im Polizeiamt, in dem Scotland Yard-Chef Sir Graham Forbes (Kai-Magnus Sting) Temple instruiert, mal im schmierigen Nachtclub „Brazil“, in dem Paul und Steve versuchen, der Wahrheit etwas näher zu kommen.

Pastewka spricht in dieser halbszenischen Reinszenierung den Helden. Auf einer zweiten Ebene erzählt er in einem flapsigen Küchentischgespräch mit den vier anderen Sprechern die Geschichte der Kriminalreihe. Perfekte Unterhaltung!

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