Barrierefreies Wegweiserkonzept im Wurm- und Broichbachtal

Von: Yannick Longerich
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Soll nach Plänen der Städteregion durch ein „barrierefreies Wegweisungskonzept“ ergänzt werden: das Fahrradknotenpunktsystem im Wurm-/Broichbachtal. Foto: Karl Stüber

Herzogenrath. Wer rund um das Naherholungsgebiet Wurmtal und Broichbachtal schon einmal Fahrrad gefahren ist, dem dürfte das sogenannte „Fahrradknotenpunktsystem“ aufgefallen sein. Nach seinem belgisch-niederländischen Vorbild fand das System seit 2001 auch in der Städteregion Anwendung. In Zukunft soll nun das „Barrierefreie Wegweisungskonzept Wurm- und Broichbachtal“ ergänzend geschaffen werden.

Im Bau- und Verkehrsausschuss stellte Bettina Herlitzius, Amtsleiterin des Amtes für Inklusion und Sozialplanung der Städteregion, das Konzept vor. Angelehnt an das bereits bestehende Knotenpunktsystem in Aachen sollen Pfähle mit Informationstafeln die flexiblen Wanderrouten im Naherholungsgebiet ausschildern. Die angestrebte Barrierefreiheit soll Menschen mit Behinderungen den Zugang erleichtern.

Während das Wegenetz im Broichbachtal komplett barrierefrei gestaltet werden kann, soll im Wurmtal zumindest „Barriere-Armut“ erreicht werden. Teilabschnitte könnten hier barrierefrei angelegt werden, jedoch können Gefälle und Steigungen beispielsweise auf dem Gebiet Gouley nicht vollständig ausgeglichen werden. Treppen blieben somit erhalten. Die Städteregion hat eine breit angelegt Studie in Auftrag gegeben, welche die Höhenunterschiede auf dem Areal analysiert.

Zuschüsse vom Land

Über einen Förderantrag beim Land NRW im Rahmen der Städtebauförderung soll das Projekt finanziert werden. Formal wurde der Antrag bereits Anfang Mai gestellt, die Städteregion würde bei Genehmigung zehn Prozent der Kosten Tragen. Veranschlagt sind hierfür rund 380.000 Euro, Herzogenrath müsste keine finanzielle Eigenleistung aufbringen.

Reimund Billmann (CDU) sah sich vom Konzept überzeugt. In Bezug auf neu zu platzierende Schutzhütten und Bänke solle jedoch bereits bei der Planung Vandalismus vorgebeugt werden. „Es ist niemandem geholfen, wenn Vandalismusschäden häufig auftreten. Wir dürfen keine Brennpunkte schaffen“, mahnte Billmann.

In der Reihen der Opposition zeigte man sich skeptisch gegenüber dem Vorschlag, die Knotenpunkte via Q-R-Codes digital abrufbar zu machen. Thomas Göttgens (Piraten) sagte: Bei dieser an sich tollen Idee sollten verbreitete Standartsysteme Anwendung finden. Insellösungen mit einer geringen Nutzeranzahl wären ungünstig.“

Herlitzius kann sich gut vorstellen, das künftige System in die App der Städteregion integrieren zu lassen. Die neuen Knotenpunkte werden darüber hinaus Informationen zu nahe gelegenen Haltestellen und sozialen Einrichtungen liefern. Gerhard Neitzke von der CDU forderte, entsprechenden Druck für Fördermittel vom Land zu machen. Ferner sollte beachtet werden, dass die Pfeiler an der Aachener Wanderroute in teils sehr schlechtem Zustand seien. Die zu setzenden Elemente sollten entsprechend robust sein.

Baubeginn schon bald möglich

Laut Herlitzius ist eine Fertigstellung frühestens für 2020 denkbar. Eine Abstimmung könnte im Rat bereits im Herbst diesen Jahres stattfinden, ein Baubeginn wäre somit schon im Sommer nächsten Jahres möglich.

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