Bahntransporte: Gefährliche Stoffe rollen durch Herzogenrath

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Herzogenrath. Der Transport von gefährlichen Gütern stellt ein immer größeres Risiko dar, konstatiert die SPD-Fraktion Herzogenrath. Immer größere Mengen werden versendet. Mit großer Sorge befasste sich die SPD-Fraktion mit einer Dokumentation aus den niederländischen Medien für den Bereich Südlimburg.

Dort war zu entnehmen, dass alleine im Bereich Sittard pro Jahr 13.200 volle Kesselwagen mit Gefahrgut bewegt werden. „Die Gemeinde Landgraaf sollen nach niederländischen Medienberichten alleine 15 bis 20 Kesselwagen mit Gefahrgut jeglicher Art pro Tag mit Ziel Deutschland und Italien durchfahren. Diese Zahlen sollen aus Südlimburg Richtung deutscher Grenze um ein vielfaches höher sein“, erklärte der Vorsitzende der SPD-Fraktion der Stadt Herzogenrath, Gerhard Neitzke.

Jeder dieser Wagen hat ein Transportvolumen von rund 55 Tonnen. Zum Teil queren diese Züge stark bewohnte Gebiete. „Bei einem Unfall“, mahnte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Herzogenrath, Dr. Manfred Fleckenstein, „sterben nach Darstellung von Fachleuten über die Hälfte der Menschen, die sich in einem Umkreis von 650 Metern vom Zentrum des Unfalls befinden.“ Mit massiven gesundheitlichen Schäden müssen die Anwohner in einem Umkreis von etwa vier bis fünf Kilometer rechnen.

Mit brennbaren Gasen beladen

Die Bahnstrecke Heerlen-Herzogenrath soll aktuell mit Kesselwagen in zweistelliger Höhe betroffen sein, die mit brennbaren Gasen beladen sind. Allerdings, so wurden den Sozialdemokraten bereits Überlegungen bekannt, werde geprüft, ob man dieses Aufkommen aufstocken könne. Ziel sei es, den Übergang Venlo mit aktuell bis dato rund 20.000 Kesselwagen pro Jahr zu entlasten. „Dadurch steigert sich auch das Risiko eines gefährlichen Giftgasunglückes für unsere Region“, erklärte Gerhard Neitzke. Dass ein Unfall leider möglich sei, zeige das schwere Unglück in der Nähe von Gent am 4. Mai, bei dem ein Mensch getötet wurde und rund 500 Anwohner einer kleinen Gemeinde ihre Häuser wegen potenzieller Vergiftungsgefahr verlassen mussten.

Aus diesem Grund haben die Sozialdemokraten den Bürgermeister um möglichst kurzfristige Beantwortung folgender Fragen gebeten: Wie viele gefährliche Stoffe werden aktuell auf der Bahnlinie durch Herzogenrath transportiert? Um welche Stoffe handelt es sich? Gibt es Hauptabsender und Hauptempfänger dieser Sendungen? Erhält die Stadt Herzogenrath im Vorfeld Informationen über einen gefährlichen Transport? Wenn ja, welche Stelle der Stadt wird darüber informiert? Wenn nein, erhält eine übergeordnete Stelle (zum Beispiel die Städteregion) hierüber Informationen?

Welche Maßnahmen werden bei einem potenziellen Unfall ergriffen? Finden regelmäßige Übungen der Sicherheitsorgane statt, um auf einen solchen Unfall reagieren zu können? Liegen der Stadt Informationen vor, dass der Umfang der Gefahrguttransporte kurz-, mittel- oder langfristig gesteigert werden soll?

Offen mit Daten umgehen

Werden die Überlegungen der niederländischen Seite zur Errichtung eines zweiten Gleises zwischen Heerlen und Herzogenrath nicht nur für die potenzielle IC-Linie umgesetzt, sondern schon im Vorgriff auf eine mögliche Erweiterung der Gefahrguttransporte auf dieser Strecke? „Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unserer Region“, sagt Dr. Manfred Fleckenstein abschließend, „sei es wichtig, möglichst offen mit solchen sensiblen Daten umzugehen.“

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