Bagger rücken bald am Beeckfließ an: Viele Überraschungen

Von: Stefan Schaum
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Heute grasen hier noch Kühe, bald sollen neue Häuser an der Fließstraße stehen: Über die zu verbreiternde Brücke, auf der der Technische Beigeordnete Peter Strauch die Pläne zeigt, soll das Baugebiet in Floverich erschlossen werden. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Dass das kleine Beeckfließ noch mal so viel Wasser führt, dass es über die Ufer tritt, erwartet niemand wirklich. Doch weil man auch mit Blick auf die jüngsten Starkregenfälle auf Nummer sicher gehen will, wird dessen Verlauf entlang der Flovericher Fließstraße bald renaturiert.

Dort soll ein Baugebiet entstehen, das zwar eher klein ist, für das aber ein ziemlich großer Aufwand betrieben wird. „Das ganze Areal ist sehr komplex“, sagt Baesweilers Technischer Beigeordneter Peter Strauch. Und so zieht sich die Vorbereitung auch schon eine ganze Weile hin.

Der ursprüngliche Plan, über eine Stichstraße von der Dorfstraße aus die Fläche zu erschließen, scheiterte 2012 am Widerspruch eines Grundstückseigentümers. Die zwischenzeitlich gefundene Lösung: Eine schmale Brücke, die es bereits an der Fließstraße gibt, soll auf gut acht Meter verbreitert werden. „Das ist sehr stabil, das wird kein Problem für den Verkehr sein“, sagt Strauch. Ein Problem weniger.

Dann kam die Bezirksregierung, die alle Fließgewässer in NRW auf den Prüfstand stellte. „Am Computer wurde ein Starkregen simuliert, wie er vielleicht alle 100 Jahre mal vorkommt“, sagt Strauch. Ergebnis der Berechnung für Flove-rich: Dort könnte das Baugebiet knapp zehn Zentimeter hoch unter Wasser stehen.

Deshalb wird am Beeckfließ nun kräftig gebuddelt. Ein großes Regenbecken soll am rechten Rand des Gebietes geschaffen werden, gut 50 Zentimeter tief wird das Erdreich dazu abgetragen. Die dort weggebuddelte Erde soll auch dazu genutzt werden, die Oberkante des Fließes stellenweise zu erhöhen.

Das Rückhaltebecken selbst soll mit Bäumen umrandet werden und dient somit zugleich als ökologische Ausgleichsfläche für das Baugebiet. Damit es den Charakter eines kleinen Sees bekommt, schwebt den Planern vor, das Dachflächenwasser der neuen Häuser – zwölf Wohneinheiten können insgesamt Platz finden – in das Becken abzuleiten.

Bleibt der Steinkauz. Spuren des zu den geschützten Arten zählenden Vogels wurden schon bei der ersten Begehung des Geländes entdeckt. Resultat: Der hintere Bereich durfte nicht bebaut werden. Strauch: „Das ursprünglich geplante Gebiet war mehr als doppelt so groß.“

Übrig blieben unterm Strich knapp 6000 Quadratmeter. Die Mühe lohnt, sagt der Beigeordnete. „Auch auf den Dörfern besteht Nachfrage nach neuem Wohnraum.“ Der will die Stadt nachkommen.

Bis zum Frühjahr soll das Bebauungsplanverfahren laufen, dann könnten die Bagger anrollen. Wenn das kleine Gebiet nicht noch eine Überraschung auf Lager haben sollte.

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