Baesweilers Anbindung an die Euregiobahn immer noch fraglich

Von: Stefan Schaum
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Bahnübergang
Mögliche Fahrgastzahlen sprechen nicht unbedingt für eine Anbindung Baesweilers. Dafür wäre der Ausbau vergleichsweise günstig. Symbolbild: dpa

Baesweiler. Es wird in jedem Fall noch eine ganze Weile dauern, bis die Euregiobahn in Baesweiler hält. Falls sie denn überhaupt kommt. Dass eine Anbindung theoretisch sinnvoll ist, war das Fazit einer jetzt im Verkehrsausschuss präsentierten aktualisierten Machbarkeitsstudie. Dass das Konzept den Zuschlag bekommt, bleibt aber durchaus fraglich.

Gutachter Kai Pachan vom Kamp-Lintforter Büro für Verkehrs- und Stadtplanung stellte die aktualisierte Studie vor, die auch die endgültige sein soll. Berücksichtigt wurden vor allem erwartete Wohngebiete in der Stadt und weiteres Wachstum im Gewerbegebiet – und somit mehr potenzielle Fahrgäste für die Euregiobahn.

Unterm Strich könnten es etwa 1100 sein, die pro Tag die Schiene für Baesweiler nutzen, sagte Pachan. Viel sei das nicht. „Um es mal einzuordnen: das ist kein gutes Ergebnis. Mindestens 1000 Fahrgäste braucht man eigentlich schon, um bestehende Strecken zu erhalten – für neue müssten es deutlich mehr sein.“ Dennoch sei das im Baesweiler Fall kein K.-o.-Kriterium, denn weil die so genannte „Ost-Anbindung“ von Alsdorf über Siersdorf über bereits vorhandene fünf Kilometer Gleisstrecke führt, „ist der Investitionsbedarf deutlich geringer“.

Ein Problem bleibt die Trassenführung aber, „weil sie in jedem Fall siedlungsfern verläuft. Wir kommen einfach nicht nah genug an die Ortskerne ran“. Mangelnde fußläufige Erreichbarkeit – da gehe viel Fahrgastpotenzial verloren. „Ich kann ihnen grundsätzlich nur raten, möglichst viele Park & Ride-Möglichkeiten und Stellflächen für Fahrräder einzurichten, um das zu kompensieren“, sagte Pachan im Ausschuss, „aber so richtig optimieren lässt sich die Erreichbarkeit auch damit nicht“.

Von den beiden Ost-Varianten favorisierte er nicht diejenige, die leicht parallel zur Parkstraße verlaufend einen dortigen Haltepunkt ansteuern könnte. Er bevorzugte die direkte Fortführung von Siersdorf bis zu einem neuen Haltepunkt vor Setterich, nahe Adenauerring. Diese Trasse habe zwar im Vergleich noch etwas weniger Fahrgastpotenzial, sei aber kürzer und lasse sich besser mit Busverbindungen verknüpfen. „Die Entwicklung dieser Machbarkeitsstudie war für uns ein langer Kampf“, sagte Pachan. „Wir haben versucht, möglichst viel Potenzial rauszukitzeln – insgesamt ist die Anbindung in dieser Form aber zu empfehlen.“

Schön und gut – doch als weiterer Gast im Ausschuss warnte Burkhard Fahl vom Verband Nahverkehr Rheinland (NVR) aus Investorensicht vor zu hohen Erwartungen. „Ihr Projekt steht in Konkurrenz zu einigen anderen, das muss man ganz klar sagen.“ Und in nächster Zeit werde der NVR nicht in den Ausbau investieren, weil die Neufassung des ÖPNV-Gesetzes auf sich warten lasse: „Erst muss hier Planungssicherheit geschaffen werden, damit wir über neue Projekte nachdenken.“

Seine Empfehlung: Anmelden soll die Kommune – in Abstimmung mit Aldenhoven und Alsdorf – die Fortführung der Trasse dennoch rasch. „Sie stehen dann zwar nur im Wettbewerb – aber Sie signalisieren damit, dass Sie dahinterstehen.“

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