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Baesweilerin mit heftigem Stoß auf den Flur befördert

Von: wos
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Aachen/Baesweiler. Eine unschöne Sache treibt Marianne Plum (60) seit dem Herbst letzten Jahres um. Die Hausfrau aus Baesweiler musste am 2. Oktober kurz nach 9 Uhr in das Haus der Städteregion an der Zollernstraße. Der Grund: Dort sitzt mit dem Dezernenten für Schule, Gesundheit und Ordnung gleichzeitig auch der bis dato amtierende Vorsitzende des Umlegungsausschusses der Stadt Baesweiler.

Da die Familie Plum sich seit Jahren mit den Grundstücksangelegenheiten in einem hinter dem eigenen Haus gelegenen Neubaugebiet befassen muss – sie hat dort Grundstücksbesitz –, beschäftigt die in kommunalen Baurechtsfragen recht fitte Baesweilerin des Öfteren den dortigen Umlegungsausschuss. So wollte Marianne Plum, wie sie unserer Zeitung aufgeregt erzählte, für die überraschend und kurzfristig anberaumte Sitzung des Ausschusses eine Stellungnahme abgeben. Denn sie und ihr Mann hätten zum Termin nicht persönlich kommen können.

Deswegen verfasste sie die Stellungnahme schriftlich und wollte sie an diesem Morgen per „Empfangsbekenntnis“ (das muss der Empfänger unterschreiben) in Aachen loswerden. „Hätte ich das doch an der Poststelle getan“, macht sie sich jetzt noch unter Tränen Vorwürfe. Tat sie aber nicht, sondern ging zum Büro des Ausschussvorsitzenden. Der wollte allerdings partout die Sache nicht entgegennehmen, schildert sie ihr Dilemma. Fast war sie bereits wieder weg, da drehte sie nochmals um. Die Schöffin am Aachener Amtsgericht kennt sich in Rechtsfragen etwas aus. Sie habe den Herrn  belehrt, dass er das Schreiben annehmen und quittieren müsse, er sei schließlich der Vorsitzende.

Das habe der aber völlig anderes gesehen, habe sich offensichtlich belästigt gefühlt und sie kurzerhand dermaßen grob aus seinem Büro befördert, dass sie vor der Amtstüre lang hinschlug. „Er nahm mich bei den Schultern“, erinnert sich die eher zierliche Frau, „drehte mich um, und ich bekam einen harten Stoß in den Rücken“. Niemand habe ihr aufgeholfen, die Türe sei laut zugeschlagen. Sie könne ja mit dem Handy Hilfe holen, hätten Mitarbeiter ihr gesagt, während sie weinend am Boden lag. Ein Handynetz gab es erst am Ende des Flures, geschockt rief sie die Polizei.

Jetzt ist eine Anzeige gegen den Behördenleiter wegen „Körperverletzung im Amt“, so der Anwalt der Geschädigten, anhängig, es gibt ein ärztliches Attest vom gleichen Tag, das die zwar leichten, aber immerhin zugefügten Verletzungen dokumentiert. Statt einer Entschuldigung und eventuell ein paar Blümchen schmetterte die Behörde der Bürgerin ein Hausverbot entgegen. Zitternd berichtet sie, sie könne seitdem nicht mehr in Amtsstuben gehen, so sehr habe sie die Attacke getroffen. Gegen das Hausverbot ist nun gleichfalls eine Klage anhängig.

Sicher müssen sich Verwaltungen eine Menge anhören. Aber eine rechtsuchende Bürgerin herumschubsen? Für den Dezernenten warf sich am Dienstag Städteregionsrat Helmut Etschenberg in die Bresche. Man sage nichts zu einem laufenden Verfahren, man sehe den Vorfall aber völlig anders. Und: An der Integrität seines Dezernenten hege er überhaupt keine Zweifel.

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