Baesweiler Weinfest hat für jeden Geschmack etwas zu bieten

Von: Margret Nußbaum
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Rolf Gerhards, früherer Weinhändler, stieß mit seiner Nachfolgerin Jasmin Hentschel auf den tollen Erfolg des Weinfestes an. Foto: Margret Nußbaum
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Nicht nur als Wirt erfolgreich, sondern auch als Trompeter ist Wilko Vankan (r.). Foto: Margret Nußbaum

Baesweiler. Allen Wetterprognosen zum Trotz füllte sich der Reyplatz schon vor der offiziellen Eröffnung des 14. Weinfestes ordentlich. Die Sorgen von Gabriela Sieberichs, Vorsitzende des Gewerbeverbandes Baesweiler, hatten sich in Luft aufgelöst.

Sie strahlte mit der Sonne, die dem lustigen Völkchen wohl gesonnen war, um die Wette. Eine Gruppe junger Männer – alle Anfang 30 – waren beim Junggesellenabschied eines Freundes hier hängen geblieben. „Ich trinke eine Kerner Auslese 2014 mit einem nussigen Abgang“, witzelte Tobias Hucklenbroich und hatte die Lacher ringsum auf seiner Seite. „Klar, dass wir sonst eher dem Biergenuss frönen“, meinte Jannick Steinbusch. „Aber auf einem Weinfest muss man ja auch mal was Edleres probieren.“

Die fünf Weinverkoster wollten dann aber doch noch Platz fürs Bierchen beim Grillen lassen. „Und zum Schluss geht’s noch nach Himmerich“, kündigten sie an. Neben edlen Tropfen aus Baden und der Pfalz, von Nahe, Rhein und Mosel floss natürlich auch das Bier in Strömen. Für Kaltgetränke sorgte Wilko Vankan, Pächter der Brauerei am Kirchplatz. Dass er neben seinem Leben als Wirt noch ein anderes, musikalisches hat, zeigten die super Soloeinlagen auf der Trompete. „Ich werde meine beiden Leidenschaften – die Musik und das Bewirten netter Gäste – zusammenspannen und demnächst auf dem Kirchplatz verschiedene Events anbieten, etwa einen Jazz-Brunch“, verriet er.

Gabriela Sieberichs hatte alle Hände voll zu tun – unterstützt von ihrer ganzen Familie. Auch die Jüngsten waren stolz, ihrer Mama und Tante helfen zu können. Der 18-jährige Marlon Schulz, übernahm die Technik, seine Schwester Luisa (11) das Einsammeln von Gläsern – unterstützt von ihrem zwölfjährigen Vetter Jannis Sieberichs. „Toll, wie der Wilko Trompete spielt“, waren sich die drei Nachwuchs-Weinkenner einig.

Nicht minder hervorragend war der Einsatz von Bastian Kind beim Weinfest am Sonntag, der mit seinem Saxophon für musikalische Unterhaltung sorgte. Insgesamt acht Winzer vertraten ihre Weingüter bei dem stimmungsvollen Event. Angeboten wurden die edlen Tropfen von den beiden örtlichen Weinhandlungen Sieberichs und Hentschel.

Passend zum Wein gab es von der Metzgerei Derichs hausgemachte Currywurst, einen Gulaschtopf, Flammkuchen, Antipasti und weitere kulinarische Genüsse. Auch für Infos rund um den Wein standen Gabriela Sieberichs und ihr ehemaliger Kollege Rolf Gerhards zur Verfügung.

Letzterer hatte seine Weinhandlung vor einem Jahr an seine frühere Mitarbeiterin Jasmin Hentschel abgegeben. „Ich war immer Weinhändler aus Leidenschaft“, erzählte Rolf Gerhards, der auch heute schon mal in seinem früheren Laden aushilft. Er stand Rede und Antwort, wie lange Weine haltbar sind und wie sie gelagert werden sollten: „Oft werden Weine gekauft oder man bekommt sie geschenkt, und dann liegen sie im Keller. Da wundern sich Leute oft, dass der Wein nicht mehr genießbar ist. Eine Faustregel besagt: Je süßer der Wein, desto länger ist er haltbar. Eine Beerenauslese etwa schafft zehn Jahre, ein trockener Weißwein zwei bis drei, ein trockener Sekt ein bis zwei Jahre.“

Seine Kollegin Gabriela Sieberichs räumte auf mit Irrtümern rund um die richtige Temperatur des Weines, etwa die Empfehlung, Rotwein bei Zimmertemperatur zu trinken. „In früheren Zeiten waren die Wohnungen nicht so gut geheizt wie heute“, erklärte sie. „Bei der heute üblichen Temperatur von 20 bis 22 Grad kann ein Wein nicht mehr seine ganze Klasse zeigen. Selbst für besonders schwere und reife Tropfen sollte bei 16 Grad Schluss sein. Denn sonst tritt der Alkohol viel zu stark in den Vordergrund. Je jünger, leichter und fruchtiger ein Rotwein ist, desto kühler darf er serviert werden.“

Und was ist eigentlich dran an der bekannten Spruchweisheit „Bier auf Wein – das lass sein!“ Wird der Kater wirklich schlimmer, wenn man erst dem vergorenen Traubensaft und dann dem goldenen Hopfengetränk frönt? Soll man also doch besser nach dem Motto leben „Wein auf Bier – das lob ich mir!“? „Kompletter Unsinn“, meint Gabriela Sieberichs, „die Reihenfolge spielt absolut keine Rolle.“ Der Kater mit seinen lästigen Beschwerden beruht nämlich hauptsächlich auf dem Flüssigkeitsentzug durch zu viel Alkohol und den damit verbundenen Störungen im Salz-Wasserhaushalt des Körpers.

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