Baesweiler Spielplätze auf dem Prüfstand

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
9407083.jpg
Spielplatzpflege kostet Geld – auch im Winter: Gestern erledigen Bauhofmitarbeiter im Schnee den Heckenschnitt am Spielplatz in Loverich. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Was am Ende rauskommt, bleibt abzuwarten. Wird es mehr Schaukeln geben in der Stadt? Oder weniger Sandkästen? Beides möglich. Fest steht, dass sämtliche Spielplätze in Baesweiler auf dem Prüfstand stehen. Das hat die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) des Landes so gewollt. Die findet nämlich, dass es in Baesweiler zu viele gibt.

Das soll nun ermittelt werden. Völlig ergebnisoffen, wie es aus dem Rathaus heißt.

„Die GPA geht davon aus, dass die Anzahl der Spielplätze weiter reduziert werden kann“, steht es in einer schriftlichen Empfehlung, die die Stadt im vergangenen Herbst erhalten hatte. Freilich rechnet so eine Prüfungsanstalt vor allem mit nüchternen Zahlen. Sie schaut darauf, wie viele Einwohner es in einer Kommune gibt, und wie viele Spielplätze. Da spielen die Häufigkeit der Nutzung und die Beliebtheit einzelner Gelände eher keine Rolle.

In Zahlen liest sich das Ganze dann so: Bei seinen rund 28.000 Einwohnern hat Baesweiler 42 Kinderspielplätze. Hinzu kommen sieben Spielflächen mit Klettergerüsten und anderen Geräten auf den Grundschulhöfen. Plus drei Bolzplätze. Ist das nun viel? Oder genau passend? Und wer weiß schon im Büro der GPA, wohin Baesweiler Mütter bevorzugt den Kinderwagen lenken?

Weil man das so einfach eben nicht sagen kann, will die Stadt nun genauer hinschauen. Das hatte sie vor zwei Jahren zuletzt getan. Das Ergebnis seinerzeit: auf zwei Plätzen wurden die Spielgeräte abgeräumt. Sie verschwanden. Am Heizwerk und an der Pastorsweide in Setterich. Heute sind dort Grünflächen, auch eine Bank wurde stehengelassen, damit Passanten Platz nehmen können. Bauland ist nicht aus den Flächen geworden – und das sei auch diesmal ausdrücklich nicht das Ziel der Prüfung, unterstreicht Josef Meyer, Leiter des Stadtentwicklungsamtes.

Sicher sei die Kommune derzeit klamm. Aber deshalb Spielflächen zu „versilbern“ sei nicht gewollt – zumal der Bebauungsplan so etwas gar nicht ohne weiteres hergebe. Sparen kann die Stadt dennoch, wenn sie einzelne Plätze aufgibt. Denn deren Pflege ist nicht gerade günstig. Allein für Fremdfirmen, die unter anderem die Sandreinigung übernehmen, werden pro Jahr rund 40.000 Euro fällig.

Hinzu kommt der Arbeitseinsatz von Mitarbeitern des Bauhofs, die die Grünpflege erledigen und andere Dinge. Wie viele Arbeitsstunden allein dafür nötig sind, hat noch keiner exakt nachgerechnet, „doch das dürfte einiges sein“, sagt Meyer. Wird ein Platz nicht mehr bespielt, dann kann er auch mal länger sich selbst überlassen bleiben. Ein eventuell nötiger Austausch defekter Spielgeräte schlägt dann ebenfalls nicht mehr zu Buche.

Und wie wird nun geprüft? Zunächst wird auf den Stadtplan geschaut. Wo überschneiden sich die Einzugsgebiete von Spielplätzen? Braucht ein Wohngebiet gleich mehrere in enger Nachbarschaft? Das ist ein Kriterium. Welche Generation dort spielt, ist auch entscheidend. Wird ein neues Baugebiet erschlossen, stellt man dort vor allem Geräte für kleinere Kinder auf.

Werden die älter – und ziehen nicht viele junge Familien nach – spielt dort vielleicht niemand mehr. Auch bei den routinemäßigen Sichtkontrollen der Spielgeräte wird in den kommenden Monaten darauf geachtet, wie gut die jeweiligen Plätze besucht sind. Das wird dauern. Erst im Herbst rechnet Josef Meyer mit Ergebnissen. Werden dann Plätze aufgegeben, sei deren „Comeback“ nicht ausgeschlossen. Wird in der Nähe neu gebaut, „kann vielleicht in zehn Jahren wieder ein Spielplatz daraus werden“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert