Baesweiler richtet erste Notunterkunft ein

Von: vm/ssc/ks
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Noch stehen hier Bauzäune: Bis Ende der Woche wird gearbeitet. Dann soll die Turnhalle der ehemaligen Lessingschule in Setterich zur Notunterkunft für voraussichtlich 60 Flüchtlinge werden. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Die Handwerker hatten bereits vor einigen Tagen damit begonnen, die Deckenkonstruktion in der Turnhalle der ehemaligen Lessingschule in Setterich neu zu befestigen. Damals noch mit Blick auf die Sicherheit des Turnvereins und der Bogenschützen, die die Halle vornehmlich nutzen. Doch nun steht fest, dass die Sportler auf längere Sicht nicht dorthin zurückkehren werden.

Vermutlich ab Beginn der kommenden Woche soll das Gebäude als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. Etwa 60 Personen werden nach Fertigstellung der zusätzlich erforderlichen Arbeiten erwartet. So wurde bereits ein zweiter Notausgang für die Unterkunft geschaffen, derzeit werden Lampen erneuert, eine Waschmaschine, ein Trockner und andere Dinge aufgestellt. Ist alles fertig, wird die Städteregion Aachen die Unterkunft betreiben, vor Ort wird das Deutsche Rote Kreuz die Betreuung sicherstellen.

Ohne Komplikationen

Eine Zuweisung von Flüchtlingen in dieser Größenordnung ist zwar neu für die Stadt Baesweiler, doch habe man bereits viele und durchweg positive Erfahrungen im Umgang mit Asylsuchenden gesammelt, betont Bürgermeister Dr. Willi Linkens auf Nachfrage. „Es ist uns gelungen, völlig geräuschlos und ohne Komplikationen die aktuell 259 in Baesweiler lebenden Flüchtlinge unterzubringen.“ Bis jetzt leben sie in den städtischen Unterkünften sowie in Privatwohnungen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei groß. Und das werde auch so bleiben, sagt Linkens.

Doch weil Baesweiler in der Städteregion unter den letzten Kommunen ist, die von einer großen Zuweisung betroffen sind, war es kein Leichtes, die nötige Ausstattung zu beschaffen. „Feldbetten zu bekommen, ist derzeit so gut wie ausgeschlossen“, sagt Linkens, auch eine entsprechende Anfrage bei der Bundeswehr sei erfolglos geblieben. Doch ein Aufruf der Stadt im Internet fand Resonanz: Ein Hotel am Aachener Kreuz in Würselen, das derzeit renoviert wird, stellte Betten zur Verfügung. Als Spende – und sogar mehr als die 60 absehbar benötigten. Werden die übrigen eine Art Reserve bilden? Das lässt Linkens offen, stellt aber fest, dass mit bald 320 Flüchtlingen „bereits eine große Zahl“ Aufnahme gefunden habe. Wert legt er auf die Feststellung, dass sich für die Trainingszeiten der Vereins aus der Halle Lessingschule problemlos Möglichkeiten in anderen Hallen gefunden haben.

In Würselen mehren sich die Zeichen, dass die schon seit Tagen avisierten rund 85 Flüchtlinge im Rahmen des Erstaufnahmeverfahrens nun auch ankommen. „Wir warten stündlich auf Nachricht“, beschreibt Miriam Ameri von der Pressestelle der Stadt die Situation. Hergerichtet zur Aufnahme ist die ehemalige Albert-Schweitzer-Schule, Helleter Feldchen. Dort befinden sich bereits 23 Flüchtlinge, die das Erstaufnahmeverfahren durchlaufen haben und eigentlich von der Kommune in privatem Wohnraum, Hotels oder länger bestehenden Flüchtlingsunterkünften im Stadtgebiet untergebracht werden sollen. Angesichts der Zahl dieser „regulär zugewiesenen“ Flüchtlinge wird dies zunehmend schwierig. Allein im vergangenen Monat kamen laut Ameri 70 Asylbewerber neu in Würselen an.

Die Albert-Schweitzer-Schule wurde von Hilfskräften für 85 Flüchtlinge hergerichtet. Das dürfte unterm Strich nicht ausreichen. Deshalb, so Ameri, ist die Stadt Würselen bemüht, weitere Unterkünfte bereitzustellen.

Auch wenn der große Schwung im Erstaufnahmeverfahren noch aussteht, werden an der Feuerwache, Industriestraße 17, schon folgende Dinge als Spende entgegengenommen: gut erhaltene Koffer (mit Rollen), Reisetaschen, Geldbörsen und Kulturtaschen. Weitere Sachspenden werden laut Stadtverwaltung derzeit nicht benötigt. Die Verwaltung hat eine Telefonnummer für Fragen und Infos zur Flüchtlingshilfe geschaltet: Telefon 02405/67-333. In der Alsdorfer Erstunterkunft befinden sich derzeit 147 Flüchtlinge.

Von den ursprünglich 156 haben 15 ihre Flucht fortgesetzt, vier wurden auf andere Unterkünfte verteilt. Die für vergangene Woche angekündigten Flüchtlinge sind noch nicht angekommen. Eventuell werden Freitag drei Viertel oder sogar alle Flüchtlinge aus der Turnhalle des Berufskollegs in Unterkünfte anderer Städte gebracht. Außerdem zählt die Stadt Alsdorf derzeit 387 Flüchtlinge, die vom Jobcenter oder Sozialamt betreut werden, also bleiben.

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