Baesweiler muss die Friedhofsgebühren erhöhen

Von: Stefan Schaum
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Die Friedhofsgebühren in Baesweiler sind deutlich gestiegen.

Baesweiler. Überraschend kommt das nicht: Bereits vor zwei Jahren hatte sich abgezeichnet, dass die Stadt Baesweiler ihre Friedhofsgebühren angesichts veränderter Bestattungsformen und -wünsche gründlich überdenken muss. Nun liegt die neue Kalkulation auf dem Tisch – und die Gebühren sind teils deutlich gestiegen.

Lange Zeit waren sie stabil, zuletzt wurde 2007 erhöht. Doch seitdem ist auch in Baesweiler die Zahl derer gesunken, die sich für ein klassisches Wahl- oder Reihengrab entscheiden. Gefragt sind stattdessen Urnen und die so genannte amerikanische Bestattung mit liegender Gedenktafel. Die nehmen zwar weniger Platz in Anspruch, „doch muss man auch sehen, dass ein Wahlgrab in der Regel von den Angehörigen gepflegt wird und ein amerikanisches Grab zumeist von uns“, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens im Haupt- und Finanzausschuss, in dem das Zahlenwerk erstmals vorgestellt wurde. Man habe mit den neuen und vergleichsweise günstiger angebotenen Bestattungsformen „zunächst Erfahrungen sammeln“ müssen.

Die neue Kalkulation entspreche nun dem tatsächlichen Kostenbedarf. Zumindest zum größten Teil. Denn bei den Gebühren für die seltener gefragten Leichenzellen und Trauerhallen hat die Stadt mit Blick auf die Nutzer großzügig gerechnet. Zwar sind auch diese Nutzungsgebühren gestiegen, aber nicht so, dass sie tatsächlich kostendeckend wären. „Hätten wir das gemacht, dann würde womöglich bald niemand mehr die Gebäude nutzen“, sagte Linkens. Es sei ein Kompromiss, den die Stadt schultern könne, obwohl die Gemeindeprüfungsanstalt die Kommunen anhält, kostendeckend zu kalkulieren.

Zwar werde Baesweiler auch mit neuen Gebühren immer noch günstiger sein als Nachbarkommunen, „aber diese Erhöhung ist schon ein großer Schritt“, sagte Mathias Puhl seitens der CDU. „Man hätte hier vielleicht in mehreren kleinen Schritten anpassen sollen.“ Gleichwohl stelle die Erhöhung „eine Notwendigkeit“ dar. Dem schloss sich für die SPD Dr. Karl Josef Strank an. „Es ist nachvollziehbar, dass die Gebühren angehoben werden.“

Man müsse sich allerdings hüten, in eine Abwärtsspirale dahingehend zu geraten, dass sich noch mehr Menschen für günstigere Bestattungsformen entscheiden. Seinen Hinweis darauf, dass Friedhofsbesucher angesichts höherer Gebühren höhere Ansprüche bei der Friedhofspflege stellen könnten, kommentierte Linkens: „Die Gebühren sollen nicht dazu führen, den Zustand besser zu machen. Wir sind froh, dadurch den Zustand beibehalten zu können!“ Gegen die Erhöhung stimmten neben der Linken die Grünen. Deren Fraktionschef Rolf Beckers sprach von „sehr drastischen Erhöhungen“. Auch angesichts einer anteilig veränderten Berechnung der Friedhöfe als öffentliche Grünflächen plädierte er dafür, „noch einmal gründlich nachzurechnen“.

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