Baesweiler - Baesweiler „Laufpapst“ erhält Verdienstkreuz der Bundesrepublik

Baesweiler „Laufpapst“ erhält Verdienstkreuz der Bundesrepublik

Von: Stefan Schaum
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Ausgezeichnet: Mit dem Verdienstkreuz hat Städteregionsrat Helmut Etschenberg (l.) den „Laufpapst“ Helmut Heuschen (2.v.r.) gern dekoriert. Erste Glückwünsche kamen von Heuschens Gattin Renate und Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Diese Nachricht musste Helmut Heuschen erst mal sacken lassen. Zwar hat der umtriebige Baesweiler im Lauf seines mittlerweile 73-jährigen Lebens schon so manche Auszeichnung und Urkunde erhalten, doch dass er nun auch noch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik bekommen sollte?

„Das hat mich schon mit Wucht erwischt“, sagt der pensionierte Schulleiter. Am Montag hat er die Auszeichnung im Städteregionshaus erhalten. Im Kreis vieler Freunde und Mitstreiter.

Dieser Mann hat vieles bewegt. Oder sagen wir besser: Er hat viele bewegt. Den Menschen Lust auf Sport und Bewegung zu machen, ist ihm nämlich eine Herzensangelegenheit. Dass ihn in seiner Heimatstadt so mancher den „Laufpapst“ nennt, spricht durchaus Bände. „Ich war immer ein Ideengeber, der einfach Glück hatte, dass der Umsetzung seiner Ideen ein langes Leben beschieden war“, sagt Heuschen über sich. In aller Bescheidenheit, „denn die Umsetzung von Projekten gelingt schließlich immer nur mit einem großen Wir“.

Beginn im Breitensport

Mit vergleichsweise kleinen Ämtern fing es an. 1968 begann Helmut Heuschen als Trainer bei der Fortuna Beggendorf, später ging es beim SV 09 Baesweiler weiter, wo er 1975 die Abteilung Breitensport gründete. Aus dieser erwuchs der Baesweiler Lauftreff, der seit 1978 ebenso eigenständig wie erfolgreich ist. Mit rund 200 Mitgliedern ist er auch nicht gerade klein. Gut 20 ehrenamtliche Stunden pro Woche investiert Heuschen in den Verein, der rund um den Carl-Alexander-Park mit Lauf- und Walking-Schuhen unterwegs ist. Heuschen selbst liebt die Bewegung in der freien Natur nach wie vor. „Das ist der ideale Sport für jedes Alter“, schwärmt er. Und damit auch andere den passenden Sport finden können, hat er 1989 etwas konzipiert, das es so zuvor nicht gab – und bislang auch kein zweites Mal gegeben hat: den „Aktivurlaub“ in Baesweiler. Zwei Wochen lang können Teilnehmer während der Sommerferien in etliche Angebote von Sportvereinen oder Privatpersonen hineinschnuppern. Neben der Bewegung geht es um bewusste Ernährung oder ganz allgemein um die Gesundheit. Ein Volltreffer, der bald zum 27. Mal startet. Waren es bereits anfangs um die 2500 Teilnehmer, ist die 5000er-Marke längst geknackt. Offen für Neues bleiben sowohl der Aktivurlaub als auch dessen Ideengeber. Vor zwei Jahren hatte Helmut Heuschen erstmals das Angebot „Fit mit dem Rollator“ integriert, um ältere Menschen im Umgang mit der Gehhilfe sicherer zu machen.

Offen für neue Dinge

Mit der Zeit gehen – das hat Heuschen schon immer getan. Als Lehrer – und späterer Schulleiter der Katholischen Grundschule Weiden – hatte er erkannt, dass sich in Sachen Elternbildung etwas tun müsse. „Auslöser war die Not mancher Alleinerziehender“, erinnert er sich. In St. Petrus hat er im großen Stil Elternabende initiiert, was ihn zur Familienbildungsstätte Helene-Weber-Haus führte, deren Vorsitzender im Trägerverein er von 2006 bis 2013 war. Ebenso gehört er zum Dozententeam des „International Committee of Adlerian Summer Schools and Institutes“, das die individualpsychologischen Theorien von Alfred Adler und Rudolf Dreikurs lehrt.

Besonderes Format

Die Verleihung des Verdienstordens hatte der Baesweiler Ratsherr Hans-Dieter Reiprich (FDP) angeregt. „Für einen Ehrenamtler von besonderem Format“, wie Reiprich bei der Feierstunde bekräftigte. In der Politik hat Helmut Heuschen allerdings nie mitgemischt. „Alles, was er geleistet hat, hat er allein aus Liebe für seine Heimatstadt und die dort lebenden Menschen getan“, formulierte Städteregionsrat Helmut Etschenberg. „Wie sähen Baesweiler und die Städteregion ohne Ihr Engagement aus? Wohl bei weitem nicht so liebens- und lebenswert!“ Eine „mehr als verdiente“ Auszeichnung sei es daher, die er überreichen dürfe. Im Beisein von Helmut Heuschens Gattin Renate und den Töchtern Claudia und Inge, die wie Bürgermeister Dr. Willi Linkens an der Feierstunde teilnahmen.

Auch Linkens lobte das Engagement des Ausgezeichneten nur zu gern. „Eine Stadt lebt auch von den so genannten weichen Standortfaktoren. Sie sind ein echter Garant dafür, dass die bei uns stimmen!“

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