Baesweiler klärt Flüchtlinge über „Weiberherrschaft“ auf

Von: Karl Stüber
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Baesweiler. Die Stadt Baesweiler spricht vor Fettdonnerstag, an dem die Frauen das Regiment übernehmen, gezielt festzugewiesene Asylbewerber im Umfeld des Fetenzeltes an, das am Montag auf dem neu gestalteten Parkplatz „Am Feuerwehrturm“ aufgebaut wird.

Ziel ist es, den rund 80 Flüchtlingen, die vornehmlich im Bereich Peterstraße wohnen, zu erklären, was sich hinter dem Brauchtum Karneval verbirgt – „insbesondere, dass der Fettdonnerstag ohne ‚Wenn und Aber‘ der Tag ist, an dem die Frauen die Macht haben“, wie die Kommune im Vorfeld erläuterte. „Dies muss Leuten aus anderen Kulturkreisen in nachvollziehbarer Weise erklärt werden, um Missverständnisse zu vermeiden“, hieß es weiter.

„Der Karneval in Baesweiler ist nicht wie der in Köln. Aber wir wollen uns nicht im Nachhinein vorwerfen lassen, wir hätten doch im Vorfeld etwas tun müssen“, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens. Er legte Wert auf die Feststellung, dass die Stadt Baesweiler dies schon vorbereitete, bevor das Innenministerium des Landes eine allgemeine Empfehlung an die Gemeinden herausgegeben habe.

Die Stadt Baesweiler reagiere damit vorbeugend auf die zahlreichen Übergriffe in der Silvesternacht, insbesondere in der Domstadt am Rhein“, und die darauf fußende intensive öffentliche Diskussion über die Sicherheit von Veranstaltungen – auch im Karneval.

Insgesamt leben derzeit 372 fest zugewiesene Asylbewerber in Baesweiler, wie Beigeordneter Frank Brunner ergänzte. Bei der Ansprache der Asylbewerber im Umfeld des Festzeltes will die Stadt auch Dolmetscher einsetzen.

Generell werde die Sicherheit noch größer geschrieben als schon in den Vorjahren. Statt einem würden drei Bezirksbeamte der Polizei Präsenz zeigen. Generell stünden mehr Uniformierte bei Bedarf zum Einsatz im Straßenkarneval zur Verfügung. Auch die Kollegen vom städtischen Ordnungsamt unter Leitung von Pierre Froesch wollen verstärkt Präsenz zeigen: „Wir sind an allen Tagen im Einsatz!“

Das bewährte Zusammenspiel zwischen Karnevalsvereinen, Polizei, Feuerwehr, Jugendamt, Streetworker, Deutschem Roten Kreuz und anderen Partnern ist laut Beigeordnetem Brunner nochmals kritisch hinterfragt und optimiert worden. So kommen am Festzelt zu Fettdonnerstag mehr Sicherheitsleute zum Einsatz. Laut Froesch kann diese Einrichtung bis zu 1000 Feiernde aufnehmen.

Erstmalig wird das Festzelt, das am Rande des großen Parkplatzes nahe dem Volkspark aufgestellt wird, mit einem kleinen Vorplatzbereich versehen und durch einen Zaun vom verbleibenden Parkraum abgegrenzt. Die Stellplätze werden für Kunden des neu eröffneten Discounters und Besucher der Innenstadt ohne Probleme erreichbar bleiben, wird zugesichert.

Im Vorfeld hat die Stadt laut Bürgermeister Linkens die Eltern aller Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe über die Bildungseinrichtungen angeschrieben und noch einmal Hinweise zu adäquatem Verhalten im Straßenkarneval und besonders an Fettdonnerstag gegeben.

Zudem habe die Stadt angeregt, Alkohol und Karneval in den Schulen zu thematisieren. Weiterhin seien der Einzelhandel und weitere Gewerbetreibende angeschrieben, auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes zu achten. „Wir tun alles für die Sicherheit, damit die Vereine, die viel Engagement gezeigt haben, und Bürger unbeschwert den Höhepunkt des Karnevals feiern können, sagte Ordnungsamtsleiter Froesch.

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