Baesweiler Heimatforscher brauchen Unterstützung

Von: Sigi Malinowski
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Kisten und Ordner bis unter die Decke: Chefarchivar Horst Gießler zeigt die Dokumente, die es alle noch zu bearbeiten gilt. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Rolf Hansing, Sigi Maintz, Klaus Barth, Klaus Richter, Bernd Nief und viele andere haben einst beim SV 09 Baesweiler gespielt. Dem Club das Stadion voll gemacht, Meisterschaften gefeiert. Fast 100 Jahre lang wurde Fußball auf hohem Niveau in Baesweiler gespielt.

Leo Krichel war Jahrzehnte Mäzen, Franz Keusch leitete den Club als Vorsitzender zu Oberligazeiten. Der SV 09 – der Ende der 90er Jahre, kurz vor dem Hundertsten Konkurs anmelden musste, hat eine eigene und große Geschichte. Der inzwischen verstorbene SV-Fan Peter Clemens aus Oidtweiler hatte seinerzeit jedes Spielergebnis in ein besonderes Buch eingetragen. Um die Historie des Clubs, dessen Nachfolger der JSV ist, will sich der Geschichtsverein Baesweiler in absehbarer Zeit intensiv kümmern.

Aber nicht nur dieses Projekt soll schwerpunktmäßig angegangen werden. Der von Catharina Scholtens geführte Geschichtsverein will sein Archiv sukzessive digitalisieren. Viele Schritte sind schon gemacht, aber es müssen noch viel mehr dazu kommen. Chefarchivar Horst Gießler und Geschäftsführer Günther Pesler haben in diesen Tagen das Vereinsarchiv aufgeschlossen. „Organisatorisch wird das bald nicht mehr zu regeln sein“, bekommen sie zwar laufend neues Material. Aber mit jeder Kiste an Dokumenten, Bildern, Büchern, Schriften und Relikten steigt die Sorge: Wohin damit? „Unser Archiv ist fast zu“, blickt Günther Pesler auf einen ganzen Raum mit vielen Kisten, in denen das wertvolle Material an Stadtgeschichte verstaut ist.

Große Nachlässe aus dem Bereich der Genealogie (Familienforschung) hat auch der verstorbene Baesweiler Heimathistoriker Kurt Faßbinder dem Verein vermacht. Auch dafür könnte man glatt einen Mann oder eine Frau mehr „einstellen“. Überhaupt bemüht sich der Geschichtsverein um neue Mitglieder, die verstärkt an der Aufarbeitung und Digitalisierung der einzelnen Themen mitarbeiten würden. Denn neben dem groß angelegten Thema Genealogie hat der Geschichtsverein weitere Arbeitskreise und möchte all zu gern noch mehr Gruppen bilden.

Um beispielsweise die Geschichte einzelner Gebäude und Anwesen (unter anderem Mänz, Dautzenberg, Petershof) im Detail zu beleuchten. Zudem sollen die Schicksale von Zwangsarbeitern in Baesweiler nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt werden oder auch die Diskothek „Romantica“ nachträglich gewürdigt werden. Das Haus – volksmündlich nur „Krichel“ genannt – war nicht nur als Vereinsheim des SV 09 bekannt. Es wurde auch als „Eheanbahnungsinstitut“ bezeichnet und band sehr viele Besucher an den Wochenenden.

Zudem möchten sich Pesler, Gießler und weitere Mitarbeiter mit Baesweilers Kirchen sehr viel mehr beschäftigen, und auch die am Kirchplatz gelegene „Alte Brauerei“ soll möglichst bald in den Blickpunkt der Heimatforscher rücken. Und dann ist da ja auch noch die „Kull“, die Zeche Carl-Alexander, die mit dem vorhandenen Material von der Abteufung bis zur Schließung viele, viele Seiten füllen könnte. Der 40. Jahrestag der Schließung (1975) ist ja auch schon absehbar.

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