Baesweiler Gymnasium: Tränen fließen beim „Wunschkonzert“

Von: Yannick Longerich
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Ein gelungener Auftritt. Der Schulchor des Baesweiler Gymnasiums legte sich beim „Wunschkonzert“ mächtig ins Zeug. FotoYannick Longerich

Baesweiler. Für die meisten Schüler des aktuellen Abiturjahrgangs sind zum jetzigen Zeitpunkt Abschiedszeremonien noch in recht weiter Ferne – es wird gepaukt, gebüffelt und gespickt. Die angehenden Abiturienten im Schulchor des Gymnasiums Baesweiler haben an diesem Abend jedoch schon einmal einen emotionalen Vorgeschmack darauf bekommen, wenn nach bestandenem Abitur die gemeinsame Schulzeit abrupt vorbei ist und ein Verabschieden ins Haus steht.

Nach dem tollen Konzert im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums gab es für die meisten kein Halten mehr, als Chorleiterin Claudia Müller ihre scheidenden Schützlinge verabschiedete. Die Tränen flossen in Sturzbächen. „Viele von Euch sind seit der fünften Klasse dabei. Ihr seid der erste Jahrgang, den ich von Anfang bis Ende betreuen durfte, das ist etwas ganz Besonderes. Ich hoffe, Euch beim nächsten Mal – dann im Publikum – wieder zu sehen.“

Lara Wolff ergriff sodann das Mikrofon und bedankte sich stellvertretend für den Abiturjahrgang. „Wir werden dich, liebe Claudia, und das gesamte Kollegium nie vergessen. Ich kann mit Stolz sagen, dass jeder hier die Zeit im Schulchor bis zur letzten Sekunde genossen hat.“

Zu diesem Zeitpunkt war die anfängliche Anspannung von den jungen Sängern bereits gänzlich abgefallen. Der Chor hatte in Komplettbesetzung das Konzert mit dem bekannten Hit „Pompeii“ der Popband Bastille eröffnet.

Das schuleigene Orchester hatte unter der Leitung von Schulleiter Wilhelm Merschen höchstpersönlich anschließend seinen Gastauftritt an einem Abend voller Spaß, Emotionen und toller musikalischer Acts. Mit „Just a closer walk with thee“ und dem „Slavischen Tanz“ von Antonin Dvorak zeigte das Orchester sein ganzes Können. Bastian Kind (Saxophon), Michael Schneider (Schlagzeug), Dario Mesquido-Nogueira (Piano), Philipp Moll (Gitarre) und Felix Grothaus (Bass) unterstützten den Chor über den Orchesterauftritt hinaus noch als Schulband weiter.

Als dieser wieder an der Reihe war, wurde das „Wunschkonzert“ auch seinem Motto in vollem Maße gerecht. Die Besucher konnten sich aus einer im Programmheft abgedruckten Liste der vorbereiteten Songs ihr jeweiliges Lieblingsstück wünschen. Claudia Müller begab sich als „gute Fee“ ins Publikum und holte die Musikwünsche ab.

Nach dem vom Unterstufenchor gesungenen Chart-Hit „Astronaut“ der beiden Künstler Sido und Andreas Bourani folgte mit „The Call“ von Regine Spector – interpretiert vom Mittelstufenchor – ein Stück voller Melancholie und Pathos.

Ein intensiver Prozess

Zwischendurch rief Claudia Müller die beiden Geschwister Cynthia und Carolina Gärtner aus dem Unterstufenchor zu sich nach vorne. Die beiden hatten eine Überraschung für ihren Papa Markus vorbereitet, der an diesem Abend seinen Geburtstag feierte. Nach einem lautstarken „Papa, wir haben dich lieb“ der beiden Geschwister sang der Chor dem stolzen Vater spontan ein Geburtstagsständchen.

Unter wildem Beifall hatte Lehrer Melih Tüzem mit einigen ausgewählten Chormitgliedern seinen großen Auftritt. In weißer Kluft und mit Sonnenbrille gab er David Bowies Evergreen „Let’s Dance“ zum Besten. Seine Schüler auf der Bühne und im Publikum dankten es ihm mit stehenden Ovationen.

Claudia Müller sagte über den langen Entwicklungsprozess eines solchen Konzertes: „Wir haben uns vor Beginn der letztjährigen Sommerferien mit den Schülern zusammengesetzt und überlegt, welche Stücke wir vorbereiten wollen.“

Im Herbst stand dann eine gemeinsame Chorfahrt nach Monschau auf dem Programm. Hier wurde auch das interne Motto der Konzertvorbereitung geschaffen: Aus der von Andreas Bourani gesungenen Textzeile „Ich heb‘ ab“ aus dem Song „Astronaut“ wurde im Laufe der Chorfahrt ein rheinisch-verzerrtes „Schebab“. Eigens bedruckte T-Shirts hatten die Schüler für ihre Lehrer als Erinnerungsstücke vorbereitet.

Nachdem die meisten Tränen nach der emotionalen Verabschiedung wieder getrocknet waren, gaben alle Chöre gemeinsam den Sommerhit „Cheerleader“ des Künstlers OMI zum Besten und verabschiedeten das begeisterte Publikum in die Nacht.

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