Baesweiler Gymnasium: Jetzt auch offiziell rundum gut gedämmt

Von: Stefan Schaum
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Schicke Hülle: Optisch und energetisch ist das Gymnasium auf dem neusten Stand. Foto: Stefan Schaum
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Für die Schüler gab es Infos im Energiebus und das Gymnasium erhielt eine Urkunde. Foto: Stefan Schaum
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Ministerialrat Werner Lechner (2.v.l.) übereichte die Urkunde an den Technischen Beigeordneten Peter Strauch, Bürgermeister Dr. Willi Linkens und den Leiter des Baesweiler Hochbauamtes, Ralf Peters (v.l.) Foto: Stephan Schaum

Baesweiler. Rundum gut gedämmt ist das Baesweiler Gymnasium schon seit einer Weile, doch erst seit gestern ist die energetisch aufwendig sanierte Schule auch offiziell ein Gebäude auf Passivhausstandard. Und das wurde gefeiert.

Zahlreiche Rückblicke auf die Umgestaltungsphase begleiteten die Feierstunde im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums, die vom Schulorchester musikalisch umrahmt wurde. „Ich bin stolz, dass wir mit Bundes- und Landesmitteln – aber auch mit eigenen großen Anstrengungen – dieses einzigartige und mehrfach prämierte Vorzeigeobjekt realisiert haben“, sagte eingangs Bürgermeister Dr. Willi Linkens.

Anstrengen mussten sich dafür viele: die Planer, die Bautrupps von knapp 100 beteiligten Firmen und auch Schüler und Lehrer, denn während der fünfjährigen Modernisierungsphase fand weiterhin Unterricht im Gebäude statt. „Das war sicher manchmal an der Grenze des Zumutbaren“, sagte Linkens, „aber dass wir das gemeinsam geschafft haben, ist auch ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr uns allen die Schulen in der Stadt am Herzen liegen“.

Vor acht Jahren hatte die Stadt ihre gut 100 öffentlichen Gebäude auf den Prüfstand gestellt und vom Architekturbüro Rongen in Wassenberg und dem Aachener Ingenieurbüro Vika untersuchen lassen. Zentrale Frage seinerzeit: Welche davon müssen dringend saniert werden? Ganz oben auf der Prioritätenliste stand das Gymnasium, mit dem sich die Stadt um Landesmittel aus dem so genannten Konjunkturpaket I beworben hatte.

„Ziemlich forsch“

„Dass uns diese Mittel gewährt wurden, obwohl Baesweiler nicht zu den notleidenden Kommunen zählte, spricht für den innovativen Sanierungsansatz, den wir gewählt haben“, sagte gestern der Technische Beigeordnete Peter Strauch. „Ziemlich forsch“ sei das Vorhaben gewesen, das Gebäude aus den 1970er Jahren so umfassend aufzumöbeln, dass es den aktuellen Energiestandards entsprechen kann. Und die Stadt hat noch eins draufgelegt.

Neben der energetischen Sanierung – Kostenpunkt 7,5 Millionen Euro, die vom Land zu zwei Dritteln gefördert wurden – hatte die Stadt weitere 4,5 Millionen Euro angepackt, um auch bauliche Ergänzungen zu realisieren. Eine neue Mensa, ein Schülerselbstlernzentrum, moderne EDV-Verkabelung, neue Fenster, auf den aktuellen Stand gebrachte Naturwissenschaftsräume und ein Aufzug, um den Verwaltungstrakt barrierefrei zu machen – all diese Dinge sind nach ebenfalls umgesetzt und davon konnten sich gestern die Gäste bei einer Führung durch das Gebäude ein Bild machen.

Prägnantes Design

Ein Vorzeigeobjekt sei das Gymnasium nun, sagte Strauch, „nach einem komplizierten Bauablauf mit unvorhersehbaren Schwierigkeiten, die ich keinem Bauherren wünsche“. Vier Firmen hatten während der Sanierung Insolvenz angemeldet, es musste zwischendurch manches neu geplant werden. Mehr Zeit, mehr Geld – doch die Mühe habe sich gelohnt. Landesweit und sogar weltweit findet das Gymnasium nun Beachtung.

Jüngst erst waren Teilnehmer der „Internationalen Passivhaustagung“ in Aachen auch nach Baesweiler gefahren, um sich das Gebäude anzuschauen. Solche Besuche dürfte es künftig häufiger geben an der Schule. Im Klimaschutzkonzept, das die Stadt künftig engagiert umsetzen möchte, spielt das Gymnasium als zentraler Baustein ebenfalls eine Rolle.

Die „Plakette Energiesparer NRW“ überreichte gestern Ministerialrat Werner Lechner, NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz. „ Es ist bemerkenswert, was die Stadt hier für die energetische Zukunftsvorsorge getan hat. Besonders erfreulich ist es, dass dabei auch die Jugendlichen mit dem Energiesparen vertraut gemacht werden. Solche Beispiele wünschen wir uns viel öfter“.

So bald sei damit wohl kaum zu rechnen, sagte Professor Ludwig Rongen vom Wassenberger Architekturbüro: „Ein ambitioniertes Projekt in dieser Größenordnung ist einmalig und dürfte es vorerst bleiben. An so etwas muss man sich erst einmal heranwagen!“ Dass auch auf die Ästhetik des Gebäudes großer Wert gelegt worden sen – das markante äußere der Schule wird nun von Fassadenplatten in unterschiedlichen Farben bestimmt –, freue ihn besonders.

Und der Hausherr selbst? Für Schulleiter Wilhelm Merschen war der Umbau zwar eine Zeit, „in der mitunter nicht bloß Kabel, sondern auch Nerven blank lagen. Aber wird sind froh und dankbar, dass die Stadt vor fünf Jahren solch eine mutige Entscheidung getroffen hat.“

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