Baesweiler Gymnasiasten sammeln für Nepal

Von: Stefan Schaum
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Der vorläufige Kassensturz: In Tüten und Umschlägen hatten die Baesweiler Gymnasiasten das Geld zusammengetragen, das in Nepal helfen soll. Bislang kamen gut 2000 Euro zusammen. Die Hälfte hat Dr. Hans-Elmar Nick (l.) in Empfang genommen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Dass der Kassensturz am Freitag eine ganze Weile gedauert hat, lag vor allem daran, dass eine ordentliche Menge Kleingeld in den Beuteln gelandet war. Viel zu zählen – doch zugleich ein gutes Zeichen: Das Leid der vom Erdbeben in Nepal betroffenen Menschen ist den Schülern des Baesweiler Gymnasiums so nah gegangen, dass mancher Teile seines Taschengeld spendete.

Und wenn es hier und da bloß ein paar Cent gewesen sein mögen – am Ende kamen gut 2500 Euro zusammen.

Dass das Katastrophengebiet sehr weit entfernt ist, hat die Bereitschaft nicht geschmälert. „Wir haben in der Tagesschau und anderen Berichten viele Bilder aus Nepal gesehen, die uns ergriffen haben“, sagte Janina Meys aus der Klasse 6a. Ihre Klasse war besonders eifrig unterwegs, auch am Nachmittag, auch in der Nachbarschaft.

„Wir haben Verwandte und Bekannte angesprochen, ob sie auch etwas Geld geben möchten“, sagte Marie Stüttgen, ebenfalls 6a. Und: alle, die sie gefragt haben, wollten. Auch der Kindergarten St. Andreas hatte sich beteiligt. Die bisher errechneten 2500 Euro sind womöglich nicht die finale Summe, denn mancher Schüler will weiterhin unterwegs sein und um Spenden werben.

Dass das Geld gut ankommen wird, hat gleich zwei Gründe. Beziehungsweise: zwei Überbringer. Die eine Hälfte der Summe hat Freitag Dr. Hans-Elmar Nick, ehemals als Chirurg am Eschweiler Krankenhaus tätig, entgegengenommen. Erst vor zwei Monaten war er in der vom Erdbeben betroffenen Region. Dort, etwa 15 Kilometer von Kathmandu entfernt, gibt es im Dorf Sankhu eine Klinik, die vom Verein „Interplast“ betrieben wird, der sich um plastische Chirurgie in Ländern der so genannten Dritten Welt bemüht. „Dort wird es ermöglicht, Menschen ohne Versicherung und ohne Geld zu behandeln“, erzählte Nick den Schülern.

Vor allem Verbrennungsopfer werden normalerweise dort operiert. Denn gekocht wird in den einfachen Hütten in der Regel auf Feuerstellen im Boden. Nick: „Es kommt häufig vor, dass sich dabei die Röcke der Frauen entzünden. Das passiert auch beim Heizen im Winter, das mit einfachsten Mitteln geschieht.“ Derzeit gilt es auch in dieser Klinik, die zu versorgen, die beim Erdbeben verletzt wurden. „Das Geld wird schnell und in voller Höhe dort ankommen“, versprach Dr. Hans-Elmar Nick den Sammlern.

Die zweite Hälfte der Spenden wird ein Lehrer der Schule weiterleiten. Bernd Alt, der während einer einjährigen Auszeit in der Welt unterwegs war und auch am Mount Everest Station machte. Dort hatte er eine Scherpa-Familie kennengelernt, die jetzt zu den Betroffenen gehört. Sie will er nun unterstützen, ihr Leid lindern helfen. So kam den Schülern durch Schilderungen plötzlich ganz nah, was weit weg geschah. „Wir können sicher sein, dass das Geld wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird“, sagte Schulleiter Wilhelm Merschen.

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