Baesweiler Geschichtsverein öffnet sein Archiv

Von: Daniel Gerhards
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Unzählige Informationen zur V
Unzählige Informationen zur Vergangenheit Baesweilers: Vorstandsmitglied Sascha Koch (l.) und Archivar Dietmar Petschel (sitzend) forschen im Bestand des Geschichtsvereins. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. An den Wänden hängen alte Fotos, Bilder und Urkunden. Daneben stehen Regale und Schränke mit unzähligen Unterlagen, Heften, Blattsammlungen und Büchern. Das ist das Kapital der Hobby-Historiker des Baesweiler Geschichtsvereins.

Aus solchen Dokumenten haben sie ihre Kenntnisse zur Geschichte ihrer Heimat. Jetzt öffneten der Verein seine Türen in der Alexanderstraße 14 erstmals für die Öffentlichkeit. Dies wird nun an jedem ersten Samstag des Monats wiederholt.

Zielstrebig geht Horst Gießler auf eins der vielen Regale zu. Er zieht einen Pappkarton heraus und öffnet einen Papierordner. Darin liegen handgeschriebene Unterlagen aus dem Nachlass des Genealogen Kurt Faßbinder.

Arbeit mehr als genug

„Das sind tausende handgeschriebene Seiten. Kurt Faßbinder hat über mehrere Jahrzehnte Familienforschung betrieben. In dem Nachlass steckt ein unglaubliches Potenzial”, erklärt Gießler, der 2004 den Arbeitskreis Familienforschung im Geschichtsverein gründete.

Einen Überblick über den Inhalt des Faßbinder-Nachlasses haben Gießler und seine Mitstreiter allerdings noch nicht. „Man hat gar keine Chance, das komplett zu überblicken. Wir müssen das komplett archivieren - jedes einzelne Blatt”, sagt Gießler.

Arbeit gibt es für die Historiker also genug. Denn neben den genealogischen Unterlagen stehen viele weitere Kisten - etwa mit dem Nachlass des ehemaligen Beigeordneten Werner Köller oder mit Unterlagen, die die Historiker aus den Kellerräumen der Brauerei neben der Kirche holten.

Manchmal benötigen die Historiker auch ein wenig Glück, um wertvolle Unterlagen zu finden. Beim Bau des evangelischen Pfarrheims fand ein Arbeiter einen Stapel alter Unterlagen im Abfallcontainer. „Das sind historische Kirchenunterlagen, mit Originalverordnungen des Erzbischofs”, sagt Gießler.

Aber nicht nur solch herrschaftliche Erlasse sind für die Historiker interessant. Seit zwei Jahren sammeln Gießler und Co. alte Totenzettel - etwa von gefallenen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit vielen unterschiedlichen Unterlagen arbeiten sie die Geschichte der Region auf und schließen Lücken in der Ahnenforschung. Dabei kommt oft Kurioses ans Licht: Gießler förderte für Menschen, die sich für ihren Familienstammbaum interessieren, Geschichten von hingerichteten Vorfahren oder Eheleuten mit einer - zugegeben - entfernten Verwandtschaftsbeziehung zutage.

Unterdessen sortiert Archivar Dietmar Petschel die CDs des Geschichtsvereins. Im vergangen halben Jahr haben sie den Literaturbestand des Vereins archiviert. Jedes der Werke wurde in ein Computerprogramm eingegeben. Das hilft bei der Suche nach einem Buch. „Vorher musste man sich jedes Buch ansehen, wenn man etwas Bestimmtes gesucht hat”, sagt Petschel. Als nächstes möchten die Archivare des Vereins Hefte, Schriftenreihen und Zeitungsartikel archivieren. „Das wird noch Jahre dauern, bis wir das alles geschafft haben”, sagt Petschel.

Alte Unterlagen sind für den Geschichtsverein von großem Wert. Die Freizeit-Historiker freuen sich über Unterlagen, die ihnen zwecks Forschung zur Verfügung gestellt werden.
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