Baesweiler flirtet heftig: Passende Partnerstadt wird gesucht

Von: Stefan Schaum
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Ein Schild aus alten Tagen? Nein, so hängt es immer noch an der Settericher Ortseinfahrt am Adenauerring. Offenbar vermisst man die gemeinsame Zeit mit dem District of Easington sehr... Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Eine Britin soll es wieder sein. Nicht allzu weit weg und möglichst nicht zu groß. Das Alter spielt keine Rolle. Aber eine Grundsympathie sollte es geben und gemeinsame Interessen wären auch nicht verkehrt. Das große Flirten hat begonnen.

Wobei es eher ein Blind-Date ist, was Baesweiler da gestartet hat. Im Bestreben, endlich wieder eine Partnerstadt in England zu haben, hat die Stadt gleich mehreren Kandidatinnen auf der Insel eindeutige Avancen gemacht. Erst mal nur per Post. Späteres Treffen nicht ausgeschlossen.

Von einer romantischen Verzweiflungstat muss man hier nicht sprechen. Es handelt sich vielmehr um den festen Willen, eine Vernunftehe zu schließen. Auch – oder gerade – weil der Trennungsschmerz noch groß ist. Bis 2009 war Baesweiler nämlich mit dem District of Easington verbandelt. Man mochte einander sehr, hat sich oft und gern bei vielen Gelegenheiten gesehen. Doch als der Bezirk im Jahr 2009 seine Grenzen auflöste, hieß es plötzlich ganz offiziell: Goodbye, my darling.

Seitdem fehlt den Baesweilern was. Vor allem dessen Schülern, denn zu Zeiten der Partnerschaft war der Austausch rege und der Englischunterricht profitierte sehr von den Sprachfähigkeiten, die in England erworben werden konnten. „Deshalb wollen wir schon im Namen der Jugendlichen alles daransetzen, dass wir wieder eine Partnerschaft mit einer englischen Stadt zustande bekommen“, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens im jüngsten Schulausschuss. Wobei man durchaus sagen muss, dass Baesweiler in Sachen Beziehung ein wenig wählerisch ist. Irgendwo darf die künftige Partnerin nämlich nicht sein, sondern am besten im Süden des Landes. Dort also, wo sie von Baesweiler aus möglichst schnell und kostengünstig erreichbar ist.

Man hatte ja schon gehofft, die Richtige gefunden zu haben. Sogar auf eine Dreiecksbeziehung hätte man sich nur zu gern eingelassen. Mit der Stadt Thame, die bereits mit dem französischen Montesson verbunden ist, was wiederum Baesweiler zum Partner hat. Erste Gespräche gab es, doch dann hat Thame die kalte Schulter gezeigt – und sich mit einer rumänischen Stadt zusammengetan. Nein, diese Stadt wird man wohl nicht mehr rumkriegen...

Kulturamtsleiter Wolfgang Ohler hat daraufhin einfach mal geschaut – besser: er hat im Internet gegoogelt – wo im Süden Englands Städte um die 30.000 Einwohner zu finden sind, die in Sachen Partnerschaft noch Potenz haben. Einige Kandidatinnen hat er gefunden, deren Namen abseits der Insel kaum einer kennt. Camborne etwa, Ferndown, Chichester oder Didcot. Acht Stück stehen auf seiner Liste. Das Problem: Die werden ihrerseits Baesweiler kaum kennen. Deshalb hat man ein Anschreiben – übersetzt ins Englische – eingetütet und auch noch ein paar deutsche Broschüren rund um die Stadt hineingepackt. In der Hoffnung, dass endlich eine Britin anbeißt. Vor einer Woche gingen die Kuverts raus. Nun wird gehofft, dass es in England beim Öffnen ordentlich knistern wird...

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