Baesweiler CDU hält weiterhin an der Realschule fest

Von: Stefan Schaum
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Baesweiler. Im Bahnhof ist der Zug noch nicht, doch eine bedeutsame Weiche ist gestellt: Mit ihrer Mehrheit hat die CDU im jüngsten Schulausschuss eine Empfehlung an den Rat ausgesprochen, die Realschule zu erhalten.

Zugleich war das eine Absage an die Einrichtung einer Sekundarschule. Damit setzt die CDU auf die derzeit im NRW-Landtag vorbereitete Möglichkeit, innerhalb der Realschule ab der siebten Klasse in Schwerpunktfächern Kinder je nach Leistungsstand individueller fördern zu können. SPD, Grüne und CDU hatten in Düsseldorf gemeinsam den Entwurf eingebracht, der für Kommunen gelten soll, in denen es keine Hauptschule mehr gibt. Wie eben Baesweiler.

Noch gar nicht spruchreif

Das sei jedoch eine noch nicht wirklich spruchreife Alternative mit vielen Fragezeichen, wie SPD und Grüne in Baesweiler zu bedenken gaben. Denn im Entwurf steht nichts von einer bessere Ausstattung mit Lehrern, wie sie wohl nötig wäre, um die von Baesweiler gewünschte „äußere Differenzierung“ zu ermöglichen: sprich, Kinder stundenweise getrennt voneinander zu unterrichten.

Die Differenzierung wird vonnöten sein, denn bereits in den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Schüler an der Realschule, die eine Hauptschulempfehlung in der Tasche haben. „Die Lehrer an der Realschule werden aus unserer Sicht zunehmend überfordert, wenn sie nun die Differenzierung bewältigen müssen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Karl-Josef Strank.

Seine erneute Forderung: Mut haben und gleich eine Sekundarschule draus machen. Dann kommen im Verhältnis mehr Lehrerstellen auf die jeweiligen Schüler, auch die finanziellen Landeszuwendungen würden steigen für die Schule, die als Sekundarschule allerdings zwingend im Ganztagsbetrieb stattfindet.

Diesen Ganztagsbetrieb sah die CDU nicht als erforderlich an. Bisherige Nachfragen seitens der Eltern sprechen nicht für solchen Bedarf, hieß es. „Auch die Schüler-Lehrer-Relation ist für uns kein Argument, so etwas kann sich schnell wieder relativieren“, sagte für die Fraktion Christoph Mohr. Der CDU-Tenor blieb damit wie in vergangenen Diskussionen: Man wolle die Eltern nicht verunsichern mit einem neuen Schulmodell, das womöglich keine Akzeptanz findet.

Diese Akzeptanz gelte es allerdings erstmal herauszufinden, kündigte Dr. Karl-Josef Strank einen Antrag an, in dem er erneut die Befragung der Baesweiler Eltern fordern wolle. „Der jüngste Elternabend zu diesem Thema hat doch allenfalls ein Meinungsbild erbracht.“ Weniger für ein Schulmodell als für die günstigste Schüler-Lehrer-Relation plädierte seitens der Grünen Harold Seelig. „Wir haben nach wie vor auch den Gedanken an eine Gesamtschule nicht aufgegeben.“

Eine günstigere Lehrer-Schüler-Relation als bislang will die CDU auch im favorisierten Realschul-Modell erreichen. „Die Stadt soll sich für eine bessere Ausstattung einsetzen“, formulierte Christoph Mohr in seinem Beschlussvorschlag, dem SPD und Grüne nicht zustimmten. Ob das geht? Offen.

Somit steht in Baesweiler bislang zumindest eine Richtung zur Ratsabstimmung – doch wie die Ausstattung der Realschule tatsächlich aussieht, wird sich in Düsseldorf entscheiden.

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