Baesweiler Burg: Noch ist die EM-Stimmung verhalten

Von: mas
Letzte Aktualisierung:
12364622.jpg
Oh, oh, oh: Bange Blicke, nachdem die Ukrainer der deutschen Abwehr immer wieder zu schaffen machten und ein zwischenzeitlicher Ausgleich nicht unverdient gewesen wäre. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. 23 Monate ist es her. Fast auf den Tag genau. Da erlebte Stefan Latten in der Burg Baesweiler „eine ultimative Erlösung“. Hervorgerufen durch den wunderschönen Treffer von Mario Götze. Die Geschichte ist hinreichend bekannt. In der Verlängerung des WM-Endspiels gelang Götze mit seinem Siegtreffer gegen Argentinien die Beförderung vom Götzen zum Fußballgott.

Das war am 13. Juli 2014. Nun, in der Nacht zum 13. Juni 2016, hofft der Polizeikommissar Latten, dass sportlich wieder alles seinen geordneten Weg geht. Was den Europameistertitel für Deutschland bedeuten würde.

„Damals, nach dem Weltmeistertitel habe ich 38 Stunden an einem Stück nicht mehr geschlafen“, erinnert sich der glühende Fan von Borussia Mönchengladbach. Denn nach dem Sieg von Boateng, Müller, Neuer, Götze, Özil, Kroos und Co. hatte er die ganze Nacht durchgefeiert und setzte sich morgens in den Flieger, um einen drei Tage dauernden Urlaub mit seinem Sohn Sascha in der britischen Hauptstadt London zu verbringen. Und nun brennen die Herzen von Latten und seinen Freunden wieder. Befeuert durch den festen Glauben: „Wir schaffen das noch mal.“

Der Glaube ans eigene Team durchzieht die Scheune an allen Ecken. Draußen, im Innenhof, ist es ungemütlich. Es regnet immer wieder, also heißt die bevorzugte Maßnahme in der Scheune Plätze zu suchen. Drinnen rücken die Fans zusammen. Schon eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff sind zweisilbige „Deutschlaaaand, Deutschlaaaaand“-Gesänge zu vernehmen. Noch verhalten.

Aber mit jedem akademischen Viertelchen mehr steigern sich die Gefühlsausbrüche der Fans. Noch sind keine Punkte auf dem deutschen Konto, da sind einige aber schon bei der Spekulation fürs Achtelfinale. Am 25. Juni könnte, sollte Deutschland Gruppenerster werden, die Gegnerschaft beispielsweise Rumänien, Albanien, Österreich, Ungarn, Wales, Slowakei, Russland, England und weitere heißen. Kanonenfutter ist jedenfalls nicht dabei. Das hat sich am späten Abend, nach dem mühsamen 2:0 des Weltmeisters gegen die Ukrainer, dann ja auch bestätigt.

Etwa 300 Fans mögen es sein, die sich in der Burg verbündet haben. Pünktlicher Anpfiff um 21 Uhr: Das Spiel läuft. So verhalten wie es im Liller Stadion beginnt, so reagieren auch die Fans. Noch kommt keine Begeisterung auf, auch nicht nach dem 1:0 durch Mustafi. Tor, ja gut, so war‘s ja auch eingeplant.

Die Blicke werden ängstlicher, Anfeuerungsrufe bleiben aus. Deutschlands Defensive steht unter Druck, die Zuschauer merken das. Es läuft doch noch nicht so, wie das alles gedacht war. „Ich hätte den Götze nicht spielen lassen und dafür Gomez gebracht“, sagt Sarah Kall aus Baesweiler offen, was sie denkt. Ob Götze oder Gomez: Immer wieder pusten die deutschen Anhänger durch.

Man sieht es ihnen an: Das Ding wird eng, bis zur letzten Minute. Dann betritt „Schweini“ den Platz, das 2:0 kommt mit ihm. Die Entscheidung. Der Alsdorfer Matthias Thelen und seine drei Kumpels laufen nach draußen. Sie wollen nach Hause. „Ich muss Morgen früh um 6 wieder zur Arbeit“, ruft er. Am Donnerstag – zum zweiten Gruppenspiel – werden sie wohl wieder alle da sein. Da könnte ja schon das Achtelfinale eingetütet werden. Und dann wird‘s wohl auch was mit der Partystimmung...?!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert