Baden in der Antarktis und Antrag in Auckland

Von: Stefan Schaum
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Mal kalt, mal heiß: Pinguine in der Antarktis haben Vera Bergrath und Thomas Prinz ebenso entdeckt...
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... wie die Elefentan in einem Camp nahe der thailändischen Stadt Chiang Mai.
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Viele neugierige Zuhörer: In der Klasse 4a war das Paar gleich nach der Rückkehr. Foto: S. Schaum

Würselen. Vor einem Jahr lag die ganze Welt noch vor ihnen. Damals hatten Vera Bergrath (37 Jahre) und Thomas Prinz (33) die Koffer gepackt und Würselen Lebwohl gesagt. Und jetzt – einige Kontinente, ein paar Blauwale, ein peruanisches Hilfsprojekt und einen Hochzeitsantrag später – sind sie zurück. Daheim haben sie sofort diejenigen besucht, die ihre Weltreise besonders interessiert mitverfolgt hatten: die Schüler der Klasse 4a der Grundschule Würselen-Mitte.

Deren Lehrerin Petra Gehrmann ist nämlich die Schwester von Vera Bergrath. Sie hatte die Kinder neugierig gemacht auf die vielen Dinge und Länder, die das Paar auf seiner Reise entdecken wollte. Mit E-Mails und anhand von Fotos, die die Weltenbummler von unterwegs auf ihre Homepage stellten, waren die Kinder zumindest gefühlt ganz dicht dran.

Petra Gehrmann: „Die Frage, wo Tom und Vera wohl gerade stecken, hat uns während des ganzen Schuljahres begleitet.“ Auf einer großen Weltkarte im Klassenzimmer haben sie die Länder markiert, die das Paar bereits gesehen hat.

Projekt in Peru

Unter anderem steckte ein Fähnchen im peruanischen Urumba-Tal, denn dort gibt es die Schule „Ninos del arco iris“, zu der die Würselener Schüler eine Brieffreundschaft aufgebaut hatten (wir berichteten). Wie die Kinder dort leben und lernen, konnten die Mediengestalterin und der Gymnasiallehrer den Vierklässlern nun hautnah schildern. Überhaupt hatten die Würselener Kinder eine Menge Fragen an die beiden.

Vom Aussehen des neuseeländischen Kiwi-Vogels bis hin zum Klima in der Antarktis. Apropos Antarktis: Es gehört schon was dazu, in der Badehose von Bord eines Schiffes ins -1 Grad Celsius kalte Wasser zu springen. Thomas Prinz hat es gewagt. Weiterempfehlen würde er es aber nicht. „Ich war nur ein paar Sekunden drin, aber die waren richtig heftig!“

Warum er überhaupt gesprungen ist? Vielleicht nur, damit er davon erzählen kann. Ist schließlich eine nette Geschichte, so ein kleiner „Badeurlaub“ in der Antarktis. Blauwale hat das Paar dort übrigens auch gesehen. „Da war selbst die Crew auf dem Schiff sprachlos, weil man die so gut wie nie zu Gesicht bekommt“, erinnert sich Vera Begrath. Pinguine, Delfine, kleinere und größere Spinnen – allein die Liste der Tiere, von denen die Heimkehrer in der Schule erzählten, war beeindruckend lang.

Eine Sache für sich war der Heiratsantrag. Der war sozusagen das I-Tüpfelchen bei der Weltreise. Allerdings war es für Thomas Prinz gar nicht so leicht, unbemerkt einen Verlobungsring zu besorgen. Schließlich war die Zukünftige ja auf Schritt und Tritt dabei. Erst in Sydney bot sich ihm ein unbeobachteter Moment. Und dann stellte er die große Frage, am 24. Dezember in Auckland, Neuseeland. „Willst Du?“ Sie wollte. Damit hat das Paar allerdings ein Problem: Wohin die Flitterwochen auch führen – imposanter als die Weltreise können sie schwerlich sein.

Zunächst mal muss aber der Alltag wieder organisiert werden. Die Autos angemeldet, die Wohnung neu eingerichtet – im Lauf eines Jahres bleibt ganz schön viel liegen.

Ob sie wohl noch einmal die ganz große Reiselust packen wird? Prinz: „Kann sein. Aber frühestens in zehn Jahren.“ So lange können die beiden ganz sicher noch viele Geschichten von der zurückliegenden Reise erzählen.

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