Würselen - Axel Prahl zeigt auf Burg Wilhelmstein was er als Musiker drauf hat

Axel Prahl zeigt auf Burg Wilhelmstein was er als Musiker drauf hat

Von: Marc Wahnemühl
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Hier spielt er keine Rolle: Axel Prahl bei seinem Auftritt auf Burg Wilhelmstein. Foto: Markus Bienwald

Würselen. Fünf Jahre ist es her, da ist Jan Josef Liefers, der Gerichtsmediziner Prof. Boerne aus dem Münster-„Tatort“, auf Burg Wilhelmstein aufgetreten. Nun hat Axel Prahl alias Hauptkommissar Frank Thiel nachgezogen. Während am Sonntagabend im Ersten ein alter Köln-„Tatort“ gesendet wurde, zeigte Prahl auf der Freilichtbühne, dass er nicht nur schauspielern kann, sondern live auch als Sänger und Gitarrist sein Publikum begeistert.

Auftritt Prahl, wie er leibt und lebt. Sneakers, Jeans, blaues T-Shirt, Anglerweste, weißgrauer Vollbart, ein Fläschchen Bier griffbereit. Man glaubt ihm jedes Wort; da singt einer, der’s kann, ein Schauspieler, der keine Rolle spielt, obwohl er enorm viele Facetten zeigt. Musikalisch sowieso, mit Blues, Rock, Pop, Shanty, Ballade und Chanson. Und auch menschlich. Ein Kumpeltyp.

Mit dem Publikum kann es es. Vor der Pause bringt er es nicht nur dazu, dem Chef seines Plattenlabels ein Ständchen zum Geburtstag zu singen. Prahl lässt es auch in verteilten Rollen den Song „Es geht doch nicht über ein gemeinsam gesungenes Lied“ intonieren. Und weil die Tonlage insgesamt zu tief erscheint, fragt er: „Kann es sein, dass hier nur Herren anwesend sind? Oder“ – und spielt ganz beiläufig auf den Münster-„Tatort“ an – „Staatsanwältinnen?!?“

Von Anfang an ist klar, dass es ein unterhaltsamer Abend werden würde. Als die ersten Regentropfen dafür sorgen, dass die Menschen unter dem Zeltdach enger zusammenrutschen, beginnt Prahl sein Programm einfach mit Drafi Deutscher: „Weine nicht, wenn der Regen fällt, dam dam, dam dam. Es gibt einen, der zu dir hält, dam dam, dam dam!“

Schalk im Nacken

Und dann zeigt der 54-Jährige voller Selbstironie („Ich weiß, im Fernsehen sehe ich größer aus!“) und Spielfreude, was er alles ist: Musiker, Geschichtenerzähler mit Schalk im Nacken, Anekdotensammler, Entertainer. Und Sänger eben. Die Stimme tief und gerne ein wenig rau. Er hat Seefahrerträume, Liebe, Lust, Leidenschaft, Sehnsucht, Beziehungsnöte und Gesellschaftskritik im Gepäck. Er juxt, er ist ernst, er rockt, er schmachtet, einmal rappt er gar. Er feuert die anderen Musiker seines Inselorchesters an und hüpft nahezu im Kasatschok über die Bühne. So manchen Song kündigt der frisch verheiratete Wahl-Berliner mit breitem Grinsen an, man spürt seine Lust, einerseits einfach gut zu unterhalten, andererseits aber auch zu zeigen, was alles in ihm steckt.

Sein Konzert teilt Prahl in zwei Teile. Im ersten: Songs aus anderen Federn. „Summertime“ singt er allein mit Gitarre. Dann stößt das großartige, neunköpfige Inselorchester hinzu, und Prahl gibt den Beatles/Cocker-Klassiker „With a little help from my friends“ zum Besten. Egal, ob Rio Reiser („Übers Meer“) oder Roy Black („Du bist nicht allein“). Egal, ob sein Bandleader Danny Dziuk einen Song für Annett Louisan („Wenn zwei zueinander passen“) geschrieben hat: Prahl macht jedes Lied zu seinem. Prahl singt Prahl. Das gilt umso mehr für den zweiten Teil des Konzertes, in dem er Stücke seines Albums „Blick aufs Mehr“ singt. Und weil auf der Open-Air-Anlage um Punkt halb elf Schluss sein muss, fällt halt die Pause kürzer aus. Prahl, die obligatorische Zigarette noch nicht aufgeschmaucht, raucht eben auf der Bühne weiter: „Das ist ein illuminierter Taktstock, damit mich die Musiker besser sehen“, sagt er. Und grinst.

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