AWA und IG Wardener Bürger: Regelmäßige Treffen auf der Deponie

Von: sm
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Erstmals traf sich die neue Führungsmannschaft der AWA-Entsorgung mit den Vertretern der IGM Wardener Bürger zu den regelmäßigen Zusammenkünften: Technischer Prokurist Dr. Manfred Krieck; Projektleiterin Claudia Söller und Standortleiter Guido Schuster, alle AWA; Geschäftsführer Robert Pelzer, Vorsitzender Franz-Josef Schüller und die Beisitzer Peter Beckers und Peter Weidenhaupt, alle IGM Wardener Bürger (v.l.). Foto: Stefan Schmitz

Alsdorf. Nach dem Ausscheiden von Geschäftsführer Ulrich Koch sowie des Technischen Leiters der AWA, Karl Rambadt, traf sich die Interessengemeinschaft Wardener Bürger jetzt auf dem Deponiegelände zu den regelmäßigen Zusammenkünften erstmals mit der neuen Führungsmannschaft der AWA: Dr. Manfred Krieck, Technischer Prokurist der AWA, Claudia Söller, Projektleiterin, und Guido Schuster, Standortleiter.

„Noch nie bin ich zu einer Bürgerversammlung so unbeschwert hingegangen wie heute, weil ich seit zwei Jahren in der Verantwortung stehe und die konstruktive Zusammenarbeit mit den Wardener Interessenvertretern inzwischen erfahren habe“, erklärte Dr. Krieck zu Beginn der Besprechung über aktuelle Deponiefragen. Man werde auch weiterhin in der Endgestaltung der Deponie nichts machen, ohne die Wardener Interessengemeinschaft vorher zu informieren.

Der Werdegang in Kurzform

Die IGM Warden war vertreten durch den Vorsitzenden Franz-Josef Schüller, Gründungsmitglied und Geschäftsführer Robert Pelzer, sowie die Beisitzer Peter Beckers und Peter Weidenhaupt. Geschäftsführer Pelzer, der inzwischen zahlreiche Ordner voll Schriftverkehr über die vergangenen Zeiten und Abschnitte in der Unterhaltung und Gestaltung der Deponie gesammelt hat, erläuterte, nicht zuletzt im Interesse der neuen Führungsmannschaft der AWA, nochmals in Kurzform den Werdegang seit der Einrichtung der Deponie bis zum heutigen Sachstand.

Hiernach wurde die Wardener Interessengemeinschaft zur Abwehr von Umweltbelästigungen und Gefahren gegründet, um die vom Kreis beabsichtigte Anlegung einer Deponie auf Eschweiler Gebiet am Rande von Warden im Tagebau der Rheinbraun zu verhindern Nach der Gründung der IGM hat man im Rahmen zahlreicher Protestversammlungen und Besprechungen mit den zuständigen Behörden alles versucht, den Wardener Standort zu verhindern. Eine Verschiebung Richtung Aldenhoven, einzige Alternative damals, war wegen des Aldenhovener Wasserwerks nicht zu realisieren. So wurde der Kreistagsbeschluss vom 11.7.1975 zur Realität.

„Wir haben sofort erkannt, dass nur durch eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Behörden und der Deponieleitung das Beste bezüglich der Umweltbelästigungen für die Wardener Bevölkerung zu erreichen ist. Und dies hat sich bis heute bestätigt“, so Geschäftsführer Robert Pelzer. „Die ersten zehn Jahre werden wir nicht so schnell vergessen. Warden hatte inzwischen einen entsprechenden Ruf, wodurch es schwer wurde, überhaupt noch Wohnungen zu vermieten oder Neubauten zu errichten“.

Die vertrauliche Zusammenarbeit sorgte dann immer mehr für geordnete Verhältnisse. „Unser Dank gilt daher besonders dem Land NRW, der Bezirksregierung und der Stadt Alsdorf, die von Beginn an uns unterstützten“, so Geschäftsführer Pelzer. Anschließend erläuterten die AWA-Vertreter den Stand der derzeitigen Arbeiten mit dem Ziel, bald den Deckel auf die Deponie zu machen, nachdem ein Teilabschnitt sich bereits im Endzustand befindet und begrünt wurde. „Alles was wir noch machen müssen, ist schon genehmigt“, stellt Dr. Krieck klar.

Die Deponie werde auch künftig nur unter der Leitung der AWA geführt mit dem Ziel der Schließung. Die restliche ungenutzte große Fläche unterliegt bis zum Endzustand dem „Planfeststellungsverfahren zur Anpassung der Profilierungsschicht auf der Deponie“. Hierüber berichtete Projektleiterin Claudia Söller. Die AWA Entsorgung beabsichtige eine Anpassung der Höhen der Oberflächenabdichtung und der Rekultivierungsschicht (Vegetationsschicht).

Abschluss der Deponie

Die Oberflächendichtung diene dem Abschluss der Deponie. Im Vergleich zu der genehmigten Profilierung von 2011 soll die Oberkante der Rekultivierungsschicht in Teilbereichen (Firstlinie und Böschungsfuß) aufgrund technischer Notwendigkeiten angehoben werden.

Die technische Notwendigkeit, so die Projektleiterin Claudia Söller, ergebe sich zum einen durch eine geometrische Anpassung des Gefälles im Randbereich der Deponie. Damit würde eine dauerhafte störungsfreie Entwässerung gewährleistet. Zum anderen würde die Setzungsprognose an die Erfahrungen, die sich bei dem Bau der bisher fertig gestellten Oberflächenabdichtung ergeben haben, angepasst.

Nach vielen Gesprächen mit der Bezirksregierung Köln über die genehmigungsrechtliche Vorgehensweise, so Claudia Söller, sei nach Aussage der Bezirksregierung nun ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung für die Anpassung der Höhen notwendig, so dass noch nicht aller Tage Abend sei.

Ein weiteres Thema war das Steigen des Grundwasserspiegels. „Nach meiner Einschätzung wird es nicht dazu kommen, dass der Grundwasser so steigt, dass es einmal mit der Müllfläche in Berührung kommt“, zeigte sich Dr. Krieck zuverlässig. Man sei sich allerdings der Verantwortung bewusst.

Es gibt sicherlich nicht viele Interessengemeinschaften wie die Wardener, die nach der Gründung wegen einer drohenden Gefahr in der Tat 42 Jahre am Ball blieb, in dieser Zeit aber auch noch andere Maßnahmen für die Wardener Bevölkerung vorangetrieben hat. Hierauf kann die Wardener Interessengemeinschaft stolz sein.

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