Alsdorf - Avos übernimmt Cinram am 1. November

Avos übernimmt Cinram am 1. November

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Verwertung der Gebäude: Verschiedene Werke von Cinram sind bereits vermietet wie das Werk 5. Für weitere Werke, die nicht mehr für die Produktion von Bild- und Tonträgern gebraucht werden, sucht der Insolvenzverwalter ebenfalls Nachnutzer oder Käufer. Foto: Karl Stüber
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Die Druckerei gehört zu den Unternehmensteilen, die jetzt von Avos übernommen werden sollen. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Cinram in Alsdorf wird an die Logistikfirma Avos aus Bielefeld verkauft. Der Übergang soll zum 1. November stattfinden. Das hat der Gläubigerausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, wie am Abend zu erfahren war.

Insolvenzverwalter und Geschäftsführung werden am heutigen Freitag die Mitarbeiter in einer Versammlung darüber informieren. Der Beschluss erfolgt unter dem Vorbehalt der noch in letzten Details zu klärenden Finanzierung der Übernahme.

Hier sind offenbar noch komplizierte „technische“ Fragen zu beantworten. Es geht bei der Veräußerung um den Verkauf der Druckerei, beweglicher Anlagengüter und natürlich um die Frage der Kosten für die Kollegen, die mit Übernahme durch die Avos und im Zuge des neuen Businessplans ihre Stellen verlieren. Dem Vernehmen nach konnte die Zahl der Arbeitsplätze, die nun noch wegfallen, von 90 auf 70 gedrückt werden.

Hoffnung auf neue Aufträge

Mit der Entscheidung zum Verkauf ist die ansonsten drohende Schließung auch der Logistiksparte, Endfertigung und Druckerei abgewendet. Dann hätten auch die letzten 470 Kollegen ihre Arbeit verloren. Vor wenigen Monaten hatte bereits die Produktion von CDs, DVDs und Blu-rays eingestellt werden müssen.

Die Verhandlungen mit Avos hatten sich in die Länge gezogen. Eigentlich hätte der Betrieb bereits zum 1. Oktober veräußert werden sollen. Letztlich überwog bei der nun vorliegenden Entscheidung die Hoffnung, dass die Fortführung der verbleibenden Unternehmensteile mit dem neuen Eigentümer klappen könnte.

Dem Vernehmen nach haben die Stadt Alsdorf und auch Vertreter der Arbeitgeberseite im Gläubigerausschuss in Aussicht gestellt, Avos bei der Suche nach neuen Auftragsgebern zu unterstützen. Die Chancen sollen hierfür angesichts der boomenden Logistikbranche nicht schlecht stehen, zumal sich Cinram bereits als Logistiker am Markt positioniert hatte und die nun zur Rede stehenden Sparten im laufenden Betrieb, also voll funktions- und ausbaufähig, übernommen werden.

Die spannende Frage ist, welche Mittel zum Sozialausgleich für die ausscheidenden Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden.

Da die Rückstellungen für Geschäftsführung und außertariflich Beschäftigten im zweistelligen Millionenbereich liegen sollen, sollten die Arbeitnehmer nicht zu kurz kommen, dürfte die Erwartung von Betriebsrat und der zuständigen Gewerkschaft IGBCE sein. Als zum 31. Juli die Produktion von Ton- und Bildträgern hatte eingestellt werden müssen, verloren knapp 330 Mitarbeiter ihre Jobs. Rund 240 wurden von einer Transfergesellschaft übernommen.

Die weiteren nun freizustellenden 70 Kollegen sollen in einer zweiten Transfergesellschaft übernommen und möglichst wieder dem Arbeitsmarkt „zugeführt“ werden.

Unabhängig vom Verkauf von Logistik, Endfertigung und Druckerei an Avos bemühen sich Insolvenzverwalter Dr. Frank Kebekus (Aachen), Geschäftsführung und Gläubigerausschuss um die Vermarktung nicht mehr für die Produktion gebrauchter Hallen und Flächen.

Die bislang eingegangenen Angebote von Investoren bzw. möglichen Mietern waren in der Sitzung des Gläubigerausschusses am Donnerstag noch nicht zentrales Thema. Auch hier stellt sich die Frage, ob die nun ihre Stellen verlierenden Arbeitnehmer etwas aus dem Erlös „sehen“ oder die zu erwartenden Einnahmen voll und ganz zum Bedienen der Verbindlichkeiten von Cinram eingesetzt werden.

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