Autorin und Erzählerin sorgt für beste Unterhaltung im Innenhof der Burg

Von: mas
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Ein schöner Beitrag zum Aktivurlaub: Wenn Margret Nussbaum in die Burg Baesweiler kommt, wird es eng – und lustig. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Aktivurlaub in Baesweiler: Das kann bedeuten, sich bei 35 Grad die Zunge aus dem Hals zu joggen. Das kann aber auch eine wesentlich mildere Komponente mit sich bringen. Sich bei eben solchen Wärmegraden in den Innenhof der Burg Baesweiler zu setzen – und Margret Nussbaum zu lauschen.

Auch dabei kann man sich anstrengen. Vor allem im Bauchmuskelbereich. Wenn die Schriftstellerin und Buchautorin charmant und mit sehr viel Witz zum gewählten Thema „Sommernachtstraum“ referiert.

Auf Einladung der Stadt gastierte Margret Nussbaum im Rahmen des Aktivurlaubs in der Burg. Die beliebte Autorin hat sich mit ihrer Veranstaltungsreihe der Lesungen etwas aufgebaut, dass in Baesweiler wohl einmalig ist. Deshalb sind die Abende mit der (im positiven Sinne) häufig bezeichneten „Märchentante Margret“ auch immer ein Highlight. Das empfindet beispielsweise auch das aus Hamburg nach Baesweiler zugezogene Ehepaar Horst und Helga Drostowski. Die beiden sind Stammgäste bei den Lesungen von Margret Nussbaum.

Was bedeutet der Sommernachtstraum für die Buchautorin? „Passend zum Sommernachtstraum: die gleichnamige Komödie von William Shakespeare, der Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn-Bartholdy – Bestandteil der Bühnenmusik zu Shakespeares Sommernachtstraum. Und – nicht zu vergessen – der Münchener Sommernachtstraum im Olympiapark, ein Feuerwerkspektakel mit Rockkonzert, zu dem die bayerische Metropole seit elf Jahren im Sommer einlädt“. Mit diesen Eindrücken begann Margret Nussbaum ihren fast zwei Stunden dauernden Vortrag.

Was hat die Sonne mit einem Sommernachtstraum zu tun? „Alle Völker kennen Mythen und Märchen von der Sonne. Von ihrer Entführung erzählt ein Märchen aus Serbien“. Darin geht es um die Teufel, die vom Schöpfer höchstpersönlich aus dem Himmel verbannt wurden und auf die Erde flüchteten. Die Sonne aber nahmen sie mit. Und seitdem trug der Kaiser der Teufel sie immer auf einer Lanze mit sich. Doch die Erde beklagt sich bei Gott, weil sie fürchtet, von der Sonne verbrannt zu werden. Da schickt Gott den Erzengel Michael zur Erde. Dieser geht eines Tages mit dem Teufel spazieren. Die beiden wollen im Meer baden. Durch eine List gelingt es dem Erzengel, dem Teufel die Sonne abzujagen. Doch der Teufel setzt ihm nach. Als der Engel gerade den Himmel erreicht hat, reißt der Teufel ihm ein Stück aus der Fußsohle heraus. Michael beklagt sich bei Gott, und der tröstet ihn und befiehlt, dass fortan alle Menschen wie der Erzengel eine kleine Vertiefung in der Fußsohle haben sollen. Und das ist bis heute so geblieben. Über die Völker des Nordens gelangt Nussbaum zu Blumenritualen, zur Sonnenblume und zum Klatschmohn und zu den Heilkräutern.

Und am Ende eines sehr informativen Abends gibt es – wie immer – etwas geschenkt. Holundertee teilt Margret Nussbaum aus. Mit Tipps, wie dieses köstliche Getränk auch als Heilmittel eingesetzt werden kann. Zum Schluss nimmt Margret Nussbaum sogar eine neue Rolle an. Sie wird demnächst Reiseführerin sein. „Es würde mich freuen, die eine oder den anderen von Ihnen auf den Spuren von Helden, Hexen und Halunken ins östliche Westfalen und südliche Niedersachsen begleiten zu dürfen“. Im Oktober soll die Dreitagesreise stattfinden. Der nächste Nussbaum’sche Vortrag ist am 22. September in der Burg. Thema: Ein nostalgischer und amüsanter Streifzug durch die wilden 50er und 60er Jahre. Das Motto: „Petticoat und Rock‘n‘Roll“. Eine Garantie: es wird wieder voll. Möglicherweise auch auf der Tanzfläche.

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