Automuseum am Stadtgarten wird bald ein Kindergarten

Von: Karl Stüber
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Neue Nutzung: In dem ehemaligen Automuseum am Rande des Stadtparks Würselen will die Stadt Würselen mit Hilfe der Stadtentwicklungsgesellschaft eine Kindertagesstätte für fünf Gruppen unterbringen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Beharrlichkeit führt zum Ziel. Das gilt auch im Fall des schon jahrelang leer stehenden ehemaligen Automuseums am Würselener Stadtgarten. Der kommunalen Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) ist es in Kooperation mit der Verwaltung gelungen, das Objekt „auf dem freien Markt zu erwerben“, wie SEW-Geschäftsführer Manfred Zitzen bestätigte.

Anstelle des eigentlich am Recker Park geplanten Neubaus einer fünfgruppigen Kindertagesstätte soll nun das ehemalige Automuseum zu einem Kindergarten umgebaut werden. Noch muss der Eigentumsübergang formal eingetragen werden, aber der Handel ist laut Zitzen zu „99,9 Prozent“ in trockenen Tüchern. Das Gebäude soll zügig um- und ausgebaut werden, um dringend benötigte Kindertagesplätze zu schaffen.

Die Stadt Würselen und das als Träger vorgesehene Deutsche Rote Kreuz (DRK) sind begeistert, sagt der SEW-Geschäftsführer angesichts der Lage am Rand der grünen Lunge von Würselen-Mitte. Ebenso dürften Kinder, Erziehungsberechtigte und Personal die zentrale und ruhige Lage schätzen lernen. Mittelfristig ist der neue Kindergarten als Ersatz für den DRK-Kindergarten am Medizinischen Zentrum (MZ) gedacht, der aber angesichts der hohen Nachfrage nach Betreuungsplätzen auch nach Inbetriebnahme der Folgeeinrichtung mit vier Gruppen weiter betrieben werden soll.

Positiver Nebeneffekt ist, dass anstelle des mit 2,8 Millionen Euro veranschlagten Neubaus am Rande des Recker Parks die dafür reservierten 2000 Quadratmeter nun für neue Wohngebäude vermarktet werden können. Das verschafft der SEW wichtige zusätzliche Einnahmen, um wieder neu investieren zu können. Auf dem brachliegenden Gelände östlich der Straße Kesselsgracht, das bislang als Gewerbegebiet klassifiziert war, aber nun zu einem Mischgebiet geworden ist, sind ohnehin 70 bis 90 Wohneinheiten geplant. Abgewogen wird, ob man ganz auf Eigentumswohnungen verzichtet und ausschließlich Mietwohnungen anbietet. Die Gesamtinvestitionen für den Wohnungsbau im Planungsgebiet „Kesselsgracht“ belaufen sich laut SEW auf über zehn Millionen Euro.

Das Vorhaben wird seitens der Gesellschaft als sinnvolle Ergänzung im Umfeld des Recker-Park-Geländes, der Senioreneinrichtung Carpe diem und der vorhandenen Bebauung A, Johanniterhof gesehen.

Bislang war es nicht gelungen, für das ehemalige, rund 1000 Quadratmeter umfassende Automuseum am Stadtgarten, das dereinst ein Spediteur eingerichtet hatte (das Grundstück ist 2400 Quadratmeter groß), eine tragfähige Nachfolgenutzung zu finden. So war zum Beispiel ein Investor gescheitert, der dort Büros für Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Gutachter einrichten wollte. Die Stadt hatte hierfür extra den Bebauungsplan, der nur die Nutzung als Museum zugelassen hatte, geändert. Zuvor war der Förderverein „Erlebniswelt der euregionalen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ (eruoBOS) gescheitert, der ein Blaulicht-Ausstellungs- und Kommunikationszentrum mit entsprechenden Oldtimern einrichten wollte.

Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen ist aber bei der Bewertung des Umbauaufwands des Automuseums in eine Kindertagesstätte zurückhaltend. „Das Gebäude ist zwar solide, aber ansonsten in keinem gepflegten Zustand.“ Erst mit der Erstellung eines konkreten Architektenentwurfs für die Ausgestaltung werde die Grundlage geschaffen, um die Kosten zu ermitteln. Es ist also nicht klar, ob mit dem Verzicht auf einen Neubau Kosten eingespart werden können. In Absprache mit dem Träger DRK wolle die Stadt das Projekt schnell vorantreiben.

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