Autodiebe gefährden Arbeitslosenprojekt

Von: Beatrix Oprée
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Herber Rückschlag: Börsen-Geschäftsführerin Andrea Kever (r.), hier in der neuen Möbelwerkstatt der Börse, hofft auch auf Spenden. Foto: Oprée

Herzogenrath. Noch stapeln sich Pappkisten, doch im Großen und Ganzen ist der Umzug der Herzogenrather Recyclingbörse von der Schmiedstraße ins Straßer Feld reibungslos über die Bühne gegangen. „Wir haben nun ein tolles Umfeld und sind auch froh über die soziale Kontrolle durch die Wohnbebauung ringsum“, sagt Geschäftsführerin Andrea Kever.

Aber die Freude über endlich ausreichend Platz für Lagerung und Aufbereitung der gespendeten Möbel, Haushaltsgeräte und Fahrräder sowie die Verwaltung der Arbeitslosen-Initiative währte nur kurz: Der Transporter, unerlässlich für die tägliche Arbeit der Initiative, wurde gestohlen. Der weiße Mercedes Sprinter, Baujahr 2006, war auf dem Gelände vor der Lagerhalle An der Rennbahn geparkt.

In der Nacht zum vergangenen Samstag ist er verschwunden. Professionelle Autodiebe interessieren sich nicht für die mitunter schwerwiegenden Folgen ihres Tuns – sie schlagen zu, schnell, unauffällig, rücksichtlos. Die Mitglieder des Trägervereins „Arbeit, Umwelt und Kultur in der Euregio“ sind derweil geschockt: Solch ein Rückschlag im 25. Jahr ihres Bestehens!

Reparatur noch nicht bezahlt

In Wesel hatten die Börsianer das Fahrzeug nach längerer Suche gekauft. „Es gehörte zu einer Schreinerei, der Besitzer ist uns sogar mit dem Preis entgegengekommen, als er hörte, dass wir auf dem sozialen Sektor tätig sind“, berichtet An-drea Kever. „Wir hatten noch neue Feinstaubfilter einbauen und die Kupplung reparieren lassen. Die Rechnung dafür ist noch gar nicht bezahlt.“

Aber der Wagen ist jetzt weg. Noch war er nicht mit dem Aufdruck versehen, der ihn als Transporter der Recyclingbörse gekennzeichnet hätte.

Für die Anschaffung eines Ersatzfahrzeugs fehlt das Geld. „Den Sprinter hatten wir uns nur mit den wenigen Überschüssen leisten können, die wir erwirtschaftet hatten“, sagt Kever.

Zurzeit behelfen sich die Börsianer mit Leihfahrzeugen, um angebotene Möbelspenden abzuholen oder veräußertes Mobiliar an die Käufer zu liefern. Doch das geht ins Geld und ist auf die Dauer für den gemeinnützigen Verein nicht finanzierbar.

Die Hoffnung der Börsianer: Vielleicht steht in einem Unternehmen oder einer Werkstatt im Umkreis ein nicht mehr gebrauchter Transporter, der preiswert abgegeben werden kann? Oder vielleicht gegen kleines Entgelt zeitweise ausgeliehen werden könnte? Auf alle Fälle bitten die Macher der Recyclingbörse um Spenden, um zeitnah wieder ein geeignetes gebrauchtes Fahrzeug erwerben zu können. „Ohne Transporter können wir unserer Kerntätigkeit einfach nicht mehr nachkommen“, sagt Andrea Kever.

Das laufende Geschäft der Börse musste an der neuen Adresse umstrukturiert werden. Denn ein Verkauf von Möbeln und anderen Gegenständen, wie er zunächst angedacht war, ist im Straßer Feld nicht mehr möglich. Dazu müsste zunächst eine Umnutzung der frisch bezogenen Halle beantragt werden, die vorher einer Speditionsfirma als Lager diente. Zudem ziehe hier im Außenbereich die „Herzogenrather Liste für innenstadtrelevante Sortimente“. „Dazu gehören gebrauchte Möbel zwar nicht“, sagt Andrea Kever. „Aber bevor wir eine Nutzungsänderung angehen, versuchen wir zunächst ein verändertes Konzept, nämlich den Verkauf der aufbereiteten Möbel ausschließlich im Gebrauchtwaren-Kaufhaus ‚Patchwork‘ in Merkstein – auch um dieses weiter zu fördern. Und das funktioniert. Wir haben trotz anfänglicher Sorge keine merklichen Einbußen gehabt.“

Damit das so bleibt, muss dringend ein neues Transportfahrzeug her. Das Spendenkonto: Pax-Bank e.G. Aachen, Konto: 1007899013, IBAN: DE 1537060193 1007899013

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