Alsdorf - Auszeit für Angehörige von Demenzkranken

Auszeit für Angehörige von Demenzkranken

Letzte Aktualisierung:
demenzauszeitbu
Verstärken das Team des häuslichen Betreuungsdienstes: Die Ehrenamtler sind nach intensiver Ausbildung befähigt, sich um Demenzkranke zu kümmern, um Angehörige zu Foto: AZ

Alsdorf. Das Thema Demenz wird aufgrund der Verschiebung der Altersstruktur immer bedeutsamer. Die Pflege und Betreuung Demenzkranker - rund um die Uhr - geht oft über die psychischen und körperlichen Grenzen hinaus. herrscht die Sorge: „Was passiert, während ich unterwegs bin?”

Nach und nach sind lieb gewordenen Gewohnheiten nur noch schwer möglich. Banale Dinge wie Einkaufen, Arzt- und Friseurbesuche werden zum Problem.

Um pflegende Angehörige zu entlasten, wurden weitere zehn Freiwillige nach 45-stündiger Ausbildung befähigt, im häuslichen Bereich Angehörigen eine Auszeit in ihrem Pflege- und Betreuungsalltag zu verschaffen.

Die Ausbildung umfasste 48 Unterrichtseinheiten. Die inhaltlichen Schwerpunkte bildeten Selbsterfahrung, praxisorientierte Fertigkeiten, Gesprächsführung, Kenntnisse über Krankheitsbilder und ihren Verlauf sowie Kommunikationsformen im Umgang mit Demenzkranken. Seit März 2007 existiert der Häusliche Betreuungsdienst an St. Anna.

Zwölf ausgebildete Betreuerinnen sind bereits im Einsatz. Sie unterstützen 14 Familien, um den Angehörigen Freiräume zu ermöglichen und damit Lebensqualität zu geben. Sie erleben tagtäglich die Dankbarkeit der Angehörigen, werten die Demenzkranken auf und geben ihnen das Gefühl, sicher und angenommen zu sein.

Die Betreuer sind in der Regel zwei bis drei Stunden wöchentlich im häuslichen Bereich tätig. „Angehörige tun sich oft schwer damit, Hilfe anzunehmen”, erklärt Elisabeth Hogen, Leitung des Sozialdienstes an St. Anna und Koordinatorin des Häuslichen Betreuungsdienstes. Sie weiß: „Aber in der Zwischenzeit hat es sich im Nordkreis herumgesprochen, dass es Hilfe gibt und wie wohltuend es ist, einmal Zeit nur für sich zu haben und die Sorge um Vater, Mutter oder Ehepartner für einen kurzen Moment zurückzulassen.”

Unter gewissen Voraussetzungen gewähren die Pflegekassen einen monatlichen Zuschuss von 100 beziehungsweise 200 Euro für die Betreuung Demenzkranker. Das Seniorenzentrum St. Anna hilft gerne bei den Formalitäten. Elisabeth Hogen ist telefonisch unter 02404/9877-430 zu erreichen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert