Austtellung „Frieden in der Ukraine – Frieden in Europa“ in der Markuskirche

Von: Nina Krüsmann
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Vertreibung aus dem Paradies: Die ukrainische Künstlerin Lesya Ortynska vor ihrem Schöpfungs-Tryptichon in der Markuskirche. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Ein Hingucker im Altarraum der evangelischen Markuskirche ist seit kurzem das Triptychon „Entstehung der Welt“ von Lesya Ortynska. Das dreiteilige Kunstwerk ist Teil der Ausstellung „Frieden in der Ukraine – Frieden in Europa“ des Herzogenrather Vereins „art & culture Projects“ von Svitlana Bilash und Hartmut Dammer.

Innerhalb von nur zwei Wochen wurde diese Station der Wanderausstellung konzipiert, nachdem der kunstbegeisterte Pfarrer Joachim Wehrenbrecht die Arbeit des Ehepaars Bilash und Dammer kennen gelernt hatte.

Lesya Ortynska fügt in ihrem Werk verschiedene Bildelemente zusammen. Man könnte es als ein Suchbild bezeichnen, das viele versteckte Details hat und auf traditionelle Darstellungsformen zurückgreift. „Wir sehen das biblische Geschehen der Vertreibung aus dem Paradies. Eva und Adam haben vom Baum der Erkenntnis genommen“, erklärt Pfarrer Wehrenbrecht, der sich intensiv mit der Bildsprache Ortynskas auseinandergesetzt hat.

Er nahm die Eröffnungsgäste mit in den neu gestalteten Altarraum und anschließend zu einer Führung durch die Ausstellung im Gemeindehaus. „In Lesya Ortynskas Bild erkennen Adam und Eva gerade Gut und Böse. Eva ist von einem Feigenblatt bedeckt, Adam hat die Schlange am Bein wie einen Lindwurm, aus ihr tut sich der Höllenschlund auf, Menschen stürzen in den Tod, und Adams Fuß wird zu einem Drachenfuß“, erklärt Wehrenbrecht.

Links und rechts des Triptychons bewachen Engel das Paradies. Hier sieht man Symbole der Liebe, Szenen mit Mann und Frau und einer Mutter, die ihr Kind beschützt. Ein Lebensbaum gedeiht. „Der Erzengel Michael trägt auf dem linken Flügel des Triptychons die Waage des Seelenheils. Hier geht es um das Jüngste Gericht, die Entscheidung für ewige Verdammnis oder Himmel. Wir sehen Posaune, Violine und Laute und eine marianische Darstellung einer Mutter mit ihrem Kind“, fährt Wehrenbrecht fort.

Um einen Beitrag zur Lösung des Ukraine-Konflikts zu leisten, hat der Verein „art & culture Projects“ nach dem Grundsatz „Kunst baut Brücken“ dieses Projekt auf den Weg gebracht. „Je mehr europäische Bürger auf die derzeitige Situation und die damit verbundenen Umstände aufmerksam gemacht werden, desto schneller wird der Konflikt in der Ukraine verstanden und hoffentlich in naher Zukunft aufgelöst“, erklärt Svitlana Bilash, die ein Bewusstsein für die europäische Dimension ukrainischer Kultur schaffen möchte und für den Frieden in der Ukraine kämpft.

Schirmherr der Ausstellung ist kein Geringerer als Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments. Nach der Eröffnung der Wanderausstellung auf Schloss Wickrath und einer Station in der Aachener Aula Carolina möchte die Ukrainerin Bilash die Schau nicht nur in Deutschland, sondern im Anschluss in weiteren europäischen Ländern präsentieren.

Neben der ukrainischen Künstlergruppe „Wendung“ stellen auch andere Künstler aus dem Dreiländereck wie Willi Lemke, Maria Krings, Edith Suchodrew und Christel Wermuth aus. Den ukrainischen Künstlern ist ein Beitrag zu den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine wichtig. „Sie wollen auf das Schicksal der Menschen und ihr Leiden und Sterben mitten in Europa aufmerksam machen.

Dabei greifen sie oft auf religiöse Motive in ihrer Bildsprache zurück, teilweise haben sie eine ikonographische Ausbildung in der Ukraine gehabt“, erklärt Wehrenbrecht. Die Zeit des Novembers mit der Friedensdekade und des Advents, der Ankunft des Friedensfürsten, passe vom Kirchenjahr gut zur aktuellen Friedensausstellung.

Die Ausstellung in der Markuskirche, Geilenkirchener Straße 41, ist bis zum dritten Advent während der Gottesdienstzeiten sowie der Gruppenbelegung des Gemeindehauses zu besichtigen, aber auch nach Anmeldung bei Pfarrer Joachim Wehrenbrecht, Telefon 02406/ 3203.

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