Austellung zeigt Highlights der Pfarrbibliothek von St. Gertrud

Von: Beatrix Oprée
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Wertvolle alte Werke sind im Pfarrarchiv fachgerecht untergebracht: Hier nehmen (v.l.) Helmut Hohnen, Dr. Wolf Penning, Grete Esser-Plum, Professor Dr. Dieter Wynands und Pastor Dr. Guido Rodheudt zwei wunderbar illustrierte Ausgaben in Augenschein. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Er ist das Prunkstück der Sammlung schlechthin, der schmucke Atlas, der 1680 im Amsterdamer Verlagshaus Frederik De Wit aufgelegt wurde. „Es gibt weltweit nur noch drei Exemplare“, sagt Grete Esser-Plum stolz.

Die Apothekerin im Ruhestand gehört zu dem ambitionierten Team in der Pfarre St. Gertrud, das in jahrelanger mühevoller Kleinarbeit die wertvollen Bestände der pfarreigenen Archive gesichtet und katalogisiert hat. Jetzt ist das dritte Findbuch erschienen, es listet den Bestand der historischen Bibliothek im Pfarrarchiv St. Gertrud auf. Herausgeber ist der Historiker Dr. Wolf D. Penning, der es zusammen mit Grete Esser-Plum unter redaktioneller Mitwirkung von Helmut Hohnen erarbeitet hat.

Bereits 2008 war das erste Repertorium fertig geworden – ein Verzeichnis für das Pfarrarchiv von St. Mariä Himmelfahrt. Und die Archive von St. Gertrud und St. Antonius sind Inhalt des zweiten Findbuchs.

Auch das edle Stück aus dem Hause De Wit, des einst wichtigsten Verlegers von Karten und Atlanten seiner Zeit, hatte wie viele andere alte Werke, die während der Säkularisierung im Napoleonischen Zeitalter aus dem Kloster Rolduc in die Herzogenrather Pfarre gerettet worden waren, einmal auf dem Speicher des Pfarrhauses gelegen. Unter einem undichten Dach, Feuchtigkeit und Taubendreck ausgesetzt.

Grete Esser-Plum und der mittlerweile gestorbene Drs. Louis Augustus waren es maßgeblich, die dafür sorgten, dass die rund 700 teilweise zerfledderten und angeschimmelten Bände gerettet wurden. Neben dem ehrwürdigen Haus Eynrode hinter St. Marien wurde seinerzeit eigens ein Anbau errichtet, um ein Pfarrarchiv zu etablieren. „Eine Richtlinienentscheidung von Pfarrer Fuhren Anfang der 90er Jahre“, wie Pastor Dr. Guido Rodheudt erläutert.

Nach und nach wurde ein Großteil der großartigen Druckwerke, vielfach in dickem Ledereinband und mit Goldschnitt versehen, restauriert und wo nötig durch verschiedene Methoden, etwa durch Gammastrahlen, fachmännisch vom Pilzbefall befreit. „Noch vieles müsste ebenfalls restauriert werden“, sagt Professor Dieter Wynands, bis vor einiger Zeit Chef des Diözesanarchivs in Aachen, der ein wohlwollendes Auge auf die Buchschätze in St. Gertrud hat.

Doch die Verfahren sind aufwendig und entsprechend teuer. Da gilt es, genau zu eruieren, bei welchem der Werke sich der Aufwand auch wirklich lohnt. Eine Augustinus-Ausgabe aus dem 16. Jahrhundert findet sich hier, in Leder gebunden mit Beschlägen. Ebenso eine zweisprachige Ausgabe (Altgriechisch/Latein) mit Goldprägung mit Werken des christlichen Philosophen und Märtyrers Justinus.

Professor Dr. Frank Pohle, Direktor der „Route Charlemagne“ und Ordinarius für Regionalgeschichte an der RWTH Aachen, hat mit zehn Studenten eine exquisite Auswahl aus den wertvollen Beständen des Archivs im Haus Eynrode zusammengestellt, um sie im Rahmen der Feierlichkeiten zum 900-jährigen Bestehen der Pfarrei St. Gertrud der Öffentlichkeit zu präsentieren.

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