Ausstellung vor der letzten Jukiwe-Veranstaltung

Von: ehg
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Seit 44 Jahren engagiert sich die „Jukiwe“ in Broichweiden. Aus Anlass dieses 4x11 jährigen Bestehens wurde eine sehenswerte Ausstellung zusammengetragen: v.l. Leo Jansen, Leiter Sparkasse Broichweiden, Heinz Dautzenberg, Jukiwe, Peter Kremer und Günter Kriescher, beide Gründer der Jukiwe, und Gebietsdirektor der Sparkasse Lothar Müller. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Nach vier mal elf Jahren gehört die Jukiwe-Veranstaltung am Karnevalssamstag im Pfarrheim an der Luciastraße der Vergangenheit an. Da wundert es nicht, dass bei der Eröffnung einer Ordensausstellung in der Geschäftsstelle der Sparkasse Aachen vor allem bei den „Machern“ Peter Kremer (Westwacht Weiden) und Günther Kriescher (Kirchenchor St. Cäcilia) eine große Portion Wehmut im Spiel war.

Sie hatten sich am 21. Januar 1973 zusammengesetzt, um im karnevalistischen Niemandsland Weiden Ideen zu einer neuen Form, Karneval miteinander zu feiern, zu entwickeln. Übrigens: Der Karnevalsverein „Hölze Päed“ war noch nicht gegründet und karnevalistische Aktivitäten bestanden ausschließlich im „Sitzungskarneval“, wo die Weidener Närrinnen und Narren von auswärtigen Gesellschaften unterhalten wurden.

Die neue Idee bestand darin, Begegnung durch Bewegung zu initiieren. Fortan wurde am Karnevalssamstag die Saaltheke zum „Kommunikationszentrum“. Mit dem „Bonstand“ wurde ein bargeldloser Zahlungsverkehr kreiert. Um Kirchenchor und Westwacht zu verjüngen, stießen die Mitglieder des damaligen Jugendchores mit ausgefallenen Ideen hinzu.

Jugendchor, Kirchenchor und Westwacht riefen die IG Jukiwe ins Leben, einen Markenartikel für eine andere Form, Karneval zu feiern. Im Laufe der Jahre wurden das Jungenspiel anstelle des Jugendchores und eine Karnevals-Interessengemeinschaft für den Kirchenchor neue Partner. Der Name Jukiwe blieb viermal elf Jahre bis zum „bitteren“ Ende erhalten.

Eine Besonderheit der karnevalistischen Veranstaltung war, dass der nüchterne Saal des Pfarrheimes durch aufwendige Dekorationen in einen viel beachteten Narrentempel verwandelt wurde. Dabei brachten sich zunächst Mitglieder des Jugendchores, später dann Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Heilig-Geist-Gymnasiums kreativ mehrere Jahre lang ein.

Sie entwickelten jeweils zu einem vorgegebenen schlagkräftigen Motto beeindruckende Bilder. In bester Erinnerung sind unter anderem „Zirkus, Zirkus – Manege frei“, der „Hexensabbat“, das „Café Oriental“, „Auf der Alm“, „Im wilden Westen“ und „Feiern wie die Weltmeister“ geblieben. Da zunächst für einen einzigen Veranstaltungstag eine Liveband verpflichtet werden konnte, wurde mit Charley Geulen und einem Tonband (!) schnell eine nicht erwartete Stimmung erzielt, die schon bald Combos und Big Bands vergessen ließ.

Bereits zum Elfjährigen wurden in einer kleinen Schrift die Jukiwe-Veranstaltungen dokumentiert. Mit einer Ausstellung wurde das Silberjubiläum gefeiert. Und zum 40-Jährigen traf man sich in geselliger Runde mit den Aktiven und Ehemaligen.

Das vorwiegend familiäre Klima litt mehr und mehr unter dem professionell notwendig gewordenen Vorbereitungen. Wie bei einer soliden Firma wurden die Aktivitäten „optimiert“. Die ursprüngliche Party am Karnevalssammlung wurde in Kooperation mit dem KV „Hölze Päed“ um die Erstürmung des Pfarrhauses am Fettdonnerstag erweitert. Der früh verstorbene Pfarrer Hans Rolf Krewinkl unterstützte mit seinem priesterlichen Freund Pfarrer Marian Janke intensiv die närrischen Aktivitäten in der Pfarre St. Lucia.

Am Sonntag schloss sich dann auch noch ein Treffen nach dem Karnevalszug im Pfarrheim an. Dort standen zunächst die Kinder im Focus des karnevalistischen Treibens. Anschließend sorgten Garden und Mariechen bis zum Ausklang am Abend für abwechslungsreiche Unterhaltung.

Den Höhepunkt bildete die Ordensverleihung an örtliche „Persönlichkeiten“. Die 44 verliehenen Orden wurden nicht über den Handel bezogen. Vielmehr wurden sie in limitierter Auflage durch eigene Kräfte entworfen und aus den verschiedensten Materialien gefertigt. Von 1993 bis 2017 schuf sie Friedel Marx, die Frau des verstorbenen langjährigen Schatzmeisters der DJK Westwacht. Orden gab es auch für die kleinen Närrinnen und Narren in begrenzter Zahl.

Beim Silberjubiläum brachte die Jukiwe“ neben einem Jubiläumsorden „humorvoll gereiften“ Rebensaft in den Handel. In den ausgestellten Orden spiegeln sich die vielfältigen Aktivitäten der Jukiwe wider.

Aktivitäten, die am Karnevalssamstag 2017 schon werden. Der Aufwand war einfach zu groß geworden, zumal immer weniger Leute bereit waren, für andere ehrenamtlich in die Hände zu spucken.

Es war – so die „Macher“ Günther Kriescher und Peter Kremer bei der Eröffnung der Ausstellung – folgerichtig, dass ein Schlussstrich nach 44 Jahren gezogen worden ist. Nun kann bis zum 3. Februar 2017 bei der Besichtigung der Ausstellung während der Öffnungszeiten der Sparkassen-Geschäftsstelle noch mehr in Erinnerungen geschwelgt werden.

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