Ausstellung „Mein Jahr nach der Chemo“ im „FrauenKomm.Gleis1.“

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
13633108.jpg
Künstlerin Elke Pritzkat und Kuratorin Uta Göbel-Groß mit dem Werk „Schlusspunkt“. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Was macht die Diagnose Krebs mit dem Menschen? Wie geht Heilung? Was kann man selbst tun? Elke Pritzkat, schon immer künstlerisch interessiert und tätig, hat ihre Erkrankung auf kreative Weise aufgearbeitet – und damit verarbeitet.

„Wenn die Ausstellung im März vorbei ist, kann ich dieses Kapitel meines Lebens abschließen“, sagt sie froh. Diese Ausstellung, die sie am Sonntag, 18. Dezember, im „FrauenKomm.Gleis1“ eröffnet, ist eine Präsentation ganz besonderer Art. „Es ist sehr persönlich, authentisch und ehrlich. Elke Pritzkat hatte Krebs, Brustkrebs, um genau zu sein. Zwei Operationen mit anschließender Chemotherapie musste sie durchlaufen. Sie begleitete ihr erstes Jahr nach der Chemo mit Tagebucheinträgen und Malerei. – Das war 2015“, erklärt Uta Göbel-Groß, die bei den Vorbereitungen und der Realisierung der Werkschau hilft.

Die Ausstellung zeigt neben Bildern auf Leinwand auch Texte und Fotos, die Elke Pritzkat ein ganzes Jahr lang gesammelt hat. „Es ist der Weg einer Frau, die die Malerei als Mittel benutzt, ihre Situation in die eigenen Hände zu nehmen, zu visualisieren, was sie umtreibt, die gestaltet und gestaltend transferiert, farbig und kraftvoll“, erklärt Göbel-Groß. Pritzkat habe sich in die Malerei „gestürzt“.

Mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen und damit dazu beizutragen, das Tabuthema Krebs in den Blick zu rücken, ist Pritzkat großes Anliegen. „Gemalte Bilder und die kreativen Prozesse dahinter vermögen ohne Worte zum Ausdruck zu bringen, was noch nicht gesagt werden kann“, erklärt Göbel-Groß. Im Oktober 2015 gelang Pritzkat ein großes Bild, das die Elemente ihrer Auseinandersetzung bündelt und quasi einen „Schlusspunkt“ setzt.

Rot, groß und golden umrandet steht er im Bild – der Schlusspunkt. „Es könnte auch eine Sonne sein, die die kraftvolle Szenerie des Bildes erleuchtet. Menschenfiguren, groß und klein, rechts auf hellem Hintergrund, links auf blauem Untergrund“, erklärt Göbel-Groß. Unzählige Schichten liegen der Arbeit zugrunde, durch wiederholte Übermalungen ergab sich die Trennung in linke und rechte Bildhälfte. Alle vorherigen Gedankengänge scheinen sich zu wiederholen, sie liegen darunter, schimmern durch – und definieren den Anfang für etwas Neues.

„Elke Pritzkat hat es von Anfang an gewagt, mit ihrer Krankheit öffentlich umzugehen. Ohne Haare, ohne Perücke, ohne schönendes, versteckendes Kopftuch hat sie sich unter die Leute gemischt, sie steht zu dem Faktum, dass ihr Körper jetzt anders, asymmetrisch ist“, betont Göbel-Groß. Pritzkat habe viele positive Rückmeldungen bekommen; Mut und Kraft sind ihr bescheinigt worden. Sie hat viele Denkanstöße gegeben und vielleicht auch unbequeme Momente in der Begegnung für die bereitet, für die Krankheit und vor allem Krebs noch immer ein Tabuthema ist.

Die Ausstellung im Eurode- Bahnhof an der Bahnhofstraße 15 (Eingang auf Gleis 1, 1.Etage) ist vom 18. Dezember 2016 bis 28. Februar 2017 zu sehen. Die Eröffnung ist am Sonntag um 16 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend. Einführung: Uta Göbel-Groß. Gespräche am Samstag 14./21./ 28. Januar 2017 mit Elke Pritzkat, jeweils von 13 bis 16 Uhr. Anmelden unter Telefon 02406/97 97 32.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert