Herzogenrath - Ausstellung: Künstlerisch kreatives Projekt zu Schönheitsidealen

Ausstellung: Künstlerisch kreatives Projekt zu Schönheitsidealen

Von: bit
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Mit Feuereifer bei der Sache: das Projektteam zum Thema Schönheitsideale. Foto: Birgit Triesch

Herzogenrath. Schlank oder kurvig, blond oder brünett, bedeckt oder freizügig – was ist Schönheit? Mit diesen Fragen beschäftigten sich junge Mädchen im Alter zwischen elf und 15 Jahren im Rahmen eines Projektes der „SJD – Die Falken“, einem Ortsverband in Herzogenrath-Merkstein, auf künstlerisch-kreativer Weise.

In den vergangenen zwölf Monaten besuchten sie Museen und Workshops oder stellten unter der Anleitung von Künstlerin Azam Abrisham bildnerisch ihr individuelles Schönheitsideal dar.

Zunächst einmal lernten die jungen Mädchen, dass in unterschiedlichen Epochen und bis heute in verschiedenen Kulturkreisen, die Menschen diverse Vorstellungen von weiblicher Schönheit definieren. Neben den Museumsbesuchen trafen sich die Jugendlichen mit der Künstlerin Abrisham in einem Atelier in Aachen, wo sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten, diese Arbeiten sind nun teilweise in der Villa Herzogenrath ausgestellt.

Schon beim ersten Treffen stand im Fokus der Projektkoordinatorin Beate Kuhn, den Projektleiterinnen Selcan Basoul und Janette Rudy sowie den Betreuerinnen Ceyda Altunkaya und Zeynep Gökce durch Reflexion festzustellen, was das derzeitige Schönheitsideal der Teilnehmerinnen ausmacht. Doch ihre Ideale gerieten leicht ins Wanken, als eine Fotografin Elemente der Bildbearbeitung vorstellte.

Aber auch die Museumsbesuche veränderten ihre Sichtweisen und Einstellungen und fundierten ihre Kenntnisse über Modestile. Im Museum für ostasiatische Kunst in Köln erlernten sie beispielsweise die Kunst des Bindens von Kimonos und erstellten im Anschluss kleine Figuren mit der asiatischen Kleidung. Darüber hinaus erfuhren sie im Wallraf-Richartz-Museum für Kunst einiges zum Thema „Kleider machen Leute - Modedesign gestern und heute“.

In den kommenden Wochen und Monaten sollten sie noch viel im Bereich der Kunst erforschen und anschließend erschaffen. Es entstanden Armbänder, Miniaturen, Kollagen und Portraits auf Leinwand – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Aus Pistazienschalen, Stecknadeln und verschiedenen Stoffen und Materialien wie Tüll und Spitze bastelten sie kleine Figuren und auch sogenannte Nana-Figuren, sogenannte Plastiken aus dem Bereich der Pop Art, wurden erschaffen. Sie stechen durch ihren sinnlichen farbenfroh gestalteten voluminösen weiblichen Körper hervor.

„Besonders wichtig ist es uns, den jungen Mädchen zu verdeutlichen, dass sie über den Tellerrand hinaus schauen sollen. Schritt für Schritt konnten sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Besonders die verschiedenen Kulturen der anwesenden Teilnehmerinnen, denn es waren auch viele mit Migrationshintergrund dabei, zeigten, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt waren.

Und so sollten auf künstlerische Weise, Vorurteile und Klischees abgebaut und stattdessen Toleranz und Akzeptanz aufgebaut werden“, betont Projektleiterin Selcan Basoul. Dass dies erfolgreich vermittelt wurde, zeigen auch Gemeinschaftskollagen, auf denen beispielsweise auch Zitate der jungen Mädchen wie „Was mir gefällt, muss nicht jedem gefallen“ oder „Alle sind schön, aber jeder ist anders schön“, gesetzt wurden.

Bei der Ausstellungseröffnung freute sich auch der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Herzogenrath, Dr. Manfred Fleckenstein, über die positiven Ergebnisse des Projektes, das von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren – im Rahmen des Projektes „Jugend ins Zentrum“ – gefördert wurde. In seinen Augen ist die Durchführung solcher Projekte besonders wichtig, da Jugendliche zum einen an die Kunst herangeführt werden und zum anderen neue Kontakte knüpfen können.

Weiterhin betonte Dr. Fleckenstein: Schönheit ist ein relativer Begriff, denn jeder interpretiert ihn für sich anders. Allerdings warne ich vor Modelmaßen, denn zur Schönheit gehören viele Faktoren wie beispielsweise innere Schönheit. Es kommt vielmehr auf die Charakterzüge an, zu denen Menschenverständnis, Freundlichkeit und Respekt zählen.“

Aber auch der Künstlerin Azam Abrisham, die seit vielen Jahren mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, ist es eine Herzensangelegenheit, dass die Mädchen ein Selbstbewusstsein entwickeln und lernen sich besser zu äußern. „Aussehen und Schönheit hängt nicht von Rasse, Glaube und Hautfarbe ab, wie auch in der Ausstellung die drei Köpfe aus Gips verdeutlichen. Sie sollen sich öffnen für andere Menschen. Auch wenn sie in diversen Kulturkreisen und verschiedener Glaubensrichtungen erzogen sind, sollen sie dies im Herzen für sich behalten und andere Menschen und deren Glauben tolerieren“, erklärt Abrisham.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Juli dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr in der Villa Herzogenrath, Roermonder Straße 63 in Herzogenrath, kostenfrei zugänglich. Darüber hinaus entsteht ein kostenloser Wandkalender für 2018. Interessierte können diesen bei Beate Kuhn per eMail beate_kuhn@gmx.de bestellen.

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