Ausstellung: Kaplan Goebbels, ein Künstler mit Allüren

Von: Nina Krüsmann
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Freuen sich über die gemeinsa
Freuen sich über die gemeinsame Ausstellung: (v.l.) Rodas Christoph von den Driesch, Rolduc-Expertin Catharina Scholtens, Kerkrades Bürgermeister Jos Som, Professor Helmut Breuer und Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath/Kerkrade. Eine Ausstellung über Leben und Werk von Matthias Goebbels zog Kunst- und Historieninteressierte in die Abtei Rolduc. Die Werkschau „Kaplan Goebbels - ein Künstler mit Allüren” anlässlich des 100. Todestages des bekannten Kirchenmalers war ein Höhepunkt, den Kenner zu schätzen wissen.

In beinahe allen Kirchen sind Goebbels Werke leider übermalt oder übertüncht worden, vieles hat auch der Krieg zerstört, weshalb nur wenig erhalten geblieben ist. Das Hauptwerk des Baesweiler Kirchenmalers ist die Abteikirche in Rolduc, an der er rund zehn Jahre arbeitete. Was darüber hinaus an „beweglichen” Kunstwerken existiert, hat man nun in Rolduc zusammengetragen.

Konzipiert hat diese ganz besondere Ausstellung Catharina-Gerda Scholtens, Rolduc-Expertin und Vorsitzende der ehrenamtlichen Fremdenführer in Rolduc. Unterstützt wurde sie von der Stiftung Eurode 2000+, der St.-Catharina-Gilde Kerkrade, der Abtei Rolduc und dem Geschichtsverein Baesweiler.

Tatkräftige Unterstützung

„Anlässlich des 100. Todestags des bekannten Baesweiler Künstlers, der sich am 6. September jährte, reifte bei Catharina Scholtens die Idee, eine Ausstellung mit Goebbels Werken in Rolduc zu organisieren. Dabei haben wir gerne tatkräftig geholfen”, erklärt Alexander Lohe, Vorsitzender des Geschichtsvereins Baesweiler. Zur Ausstellungseröffnung am Samstag kamen viele prominente Kunstfreunde und sogar vier Bürgermeister, die die zahlreichen Gäste offiziell begrüßten.

Der Herzogenrather Bürgermeister Christoph von den Driesch, sein Kerkrader Kollege Jos Som, Professor Helmut Breuer, Honorarkonsul der Niederlande, und Dr. Willi Linkens, Bürgermeister von Baesweiler, schnitten feierlich das Band zum Ausstellungsraum durch. „Rolduc symbolisiert Eurode und die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit, für die das Werk Goebbels ein Aushängeschild ist”, freute sich Som. „Wir zelebrieren hier die Kultur und die Geschichte sowie den europäischen Gedanken, den bereits Kaplan Goebbels gelebt hat”, betonte Christoph von den Driesch. „Goebbels war ein Baesweiler Bürger, der seine Heimat nie vergessen hat, der Europa schon damals gelebt hat”, unterstrich Linkens würdigend.

„Wir zeigen 17 private Gemälde, Selbst- und Familienporträts, Landschaften und die beiden Seitenaltäre des Marienaltars aus St. Petrus in Baesweiler, den Matthias Goebbels seiner Heimatstadt gestiftet hat”, erklärte Catharina Scholtens. Viele Stücke stammen aus dem Privatbesitz der Familie Dohms-Goebbels und wurden noch nie gezeigt.

Zahlreiche Fotos seiner Eltern und Geschwister, ein Ornamentenbuch sowie ein Lebenslauf geben Einblicke in das Leben des „Onkel Kanonikus”, wie man ihn gerne nannte. Auch Entwürfe für Messkelche und Mosaike für Fußböden und Wände waren ausgestellt.

Matthias Goebbels wurde am 19. März 1836 in Baesweiler geboren. Er studierte Theologie, wurde 1859 zum Priester geweiht und war Kaplan an St. Maria im Kapitol in Köln. Währenddessen widmete er sich 32 Jahre lang ausschließlich der Kirchenmalerei. „Goebbels hat insgesamt 30 Kirchen in Deutschland und den Niederlanden ausgemalt, darunter viele große Gotteshäuser in Köln”, betont Scholtens.

Bescheiden geblieben

Die Ausstellung zeige aber nicht nur einen der bedeutendsten Kirchenmaler des Historismus im Rheinland, sondern auch einen dabei stets bescheiden gebliebenen Priester und Menschen. Auf die ihm als Domherr zustehende Beisetzung im Aachener Dom hat der Maler verzichtet. Beerdigt ist er im Familiengrab auf dem Baesweiler Friedhof. Sonntags zelebrierte Dompropst Helmut Poqué eine Messe.

Tag des offenen Denkmals in Rolduc

Am kommenden Wochenende, 10. und 11. September, haben Besucher anlässlich des Tags des offenen Denkmals in Rolduc noch einmal die Gelegenheit, alle Räumlichkeiten der Abtei zu sehen.

Von jeweils 10 bis 18 Uhr sind die Kirche, der Bischofssaal, die Rokkoko-Bibliothek und der Glockenturm geöffnet.

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