Ausstellung im Frauenkomm: Werden, Sein und Vergehen

Von: Nina Krüsmann
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Präsentieren die Werkschau: Kuratorin Uta Göbel-Groß und Künstler Leo Brenner. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Die aktuelle Werkschau im Frauenkomm.Gleis1 zeigt zwei Künstler, ein Paar, und verschiedene künstlerische Lebenswelten. Unter dem Titel „Brenner x 2 – Von Symbolen und Insekten“ sind Arbeiten von Monika und Leo Brenner zu sehen, die in einem spannenden Kontrast stehen.

Konzipiert hat diese Schau Uta Göbel-Groß zum Gedenken an das großartige Werk der am 12. November 2014 verstorbenen Monika Brenner.

„Insekten hinterlassen sichtbare Spuren in der Welt; es geht um Bewegung, Nahrungsaufnahme und Behausung für die Nachkommen. Manche dieser Spuren wirken wie abstrakte Symbole, Zeichen aus der Tierwelt – sie sind ein Impuls für Leo Brenner, sich in seinen künstlerischen Arbeiten dieser zeichenhaften Sprache zu widmen“, erklärt Göbel-Groß.

Die Symbolsprache von Monika Brenner dagegen sei das Ergebnis menschlicher Kultur und intellektueller Abstraktion und zeige ihre ganz persönliche, teils linkshändige Handschrift, hieroglyphenartige visuelle Reduktionen von Menschen, Wesen und Leben. „Die Ausstellung stellt Arbeiten des Zeit ihres Lebens kreativen Künstlerpaars nebeneinander, thematisiert die verschiedenen Herangehensweisen und schafft Verbindungen“, erklärt Göbel-Groß.

Blick für Details und Fundstücke

Als „lebendige Archaik“ bezeichnete Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke in seiner Ansprache die Bildästhetik der Brenners. Leo Brenner und seine im letzten Jahr verstorbene Frau Monika hatten neben ihrem Laden für Malereibedarf nicht nur ein gemeinsames Interesse am künstlerischen Ausdruck, sondern einen ähnlichen Blick für Details und Fundstücke.

„Es ist der abstrahierende Blick beider auf Natur, Sperrmüll und Kulturfragmente, der dort Symbolhaftes und Ästhetisches spürt und durch Anordnung und Überarbeitung herausarbeitet“, erklärt Tölke.

Monika Brenner beschäftigte sich mit Themenkreisen, die Lebensläufe, Prozesse und Verläufe in Natur und Kultur über Strukturen, belassene Oberflächen, verbliebene Gerüste oder hieroglyphische Handschriften sichtbar machten, die eine Neigung zur Gruppierung und serieller Anlage aufweisen.

Leo Brenner zieht Schlüsse aus den genauen Beobachtungen von Pflanzen, Samen, Insektenpanzern, -köpfen, -augen und Fraßgängen, die ihm unter dem Mikroskop zu Beispielen für Formvielfalt, unterschätzte Individualität und zu Zeichen für Naturprozesse von Werden, Sein und Vergehen werden.

„Monika Brenner hat mit literarischem Tiefgang und unverstellter Beobachtungsschärfe Lebensvorgänge wahrgenommen und beschrieben, hat reif über Leben, Tod und Kunst nachgedacht, und die Anregungsqualität jedweder Fundstücke und Naturprodukte war Quelle ihrer Kunst“, erklärt Tölke. Als Gründungsmitglied des Fördervereins kunstschaffender Frauen – „dreieck.triangle.driehoek“ – habe sie einen wichtigen Beitrag zur Kunstvermittlung geleistet. Bis zum Schluss blieb sie neugierig und voller Fragen. So wie das Leben – mit allen Höhen und Tiefen, mit Schwächen und Stärken, „nicht nur schön“ sollten ihre Bilder und Papiermaché-Skulpturen sein. Ihre wirklichkeitsbezogenen Arbeiten machen ein Angebot, sich dieser Wirklichkeit zu stellen, sie erzwingen dies nicht“, betont Tölke.

Die Werkschau ist bis zum 26. Februar 2016 in den Räumen des FrauenKomm.Gleis 1 im ersten Stock des Eurode-Bahnhofs, Bahnhofstraße 15, in Herzogenrath-Mitte zu sehen. Kontakt: Telefon 02406/979732.

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