Ausstellung „Extended“: Wo die Leere das Wesentliche im Werk freilegt

Von: Nina Krüsmann
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Dr. Dirk Tölke (links) und Forumsleiter Professor Fritz G. Rohde diskutierten mit Kunstinteressierten. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Einmal scheint sich der Betrachter im endlosen Horizont zu verlieren, ein anderes mal spiegelt er sich in unzähligen Facetten in einem Werk. Über die Ausstellung „Extended“ mit Werken von Raymund Kaiser und Wolfgang Kupczyk im Forum für Kunst und Kultur im Eurode Bahnhof Herzogenrath gab es viel zu diskutieren.

Deshalb lud das Forum zum Ende der Schau zu einem Künstlergespräch mit den beiden Künstlern und Experte Dr. Dirk Tölke ein. „Extended“ steht für Erweiterung in allen denkbaren Möglichkeiten, wie Forumsleiter Professor Fritz G. Rohde erklärte. Material, Architektur, Farbe und Licht sind Aspekte des täglichen Lebens. Diese Themen werden in der Kunst von Kaiser und Kupczyk aufgegriffen und diskursiv in ihrer Malerei sichtbar gemacht.

Das Gespräch erwies sich für die Teilnehmer als sehr aufschlussreich, da nicht nur die Beiträge der Experten im Fokus standen, sondern besonders auch vonseiten der Besucher lebendige und inhaltlich interessante Rückmeldungen kamen. Vor allem die Anmerkungen, die zum Thema „Die Leere in der Malerei“ gemacht wurden, bereicherten den Austausch. Davon fühlten sich auch jüngere Forumsbesucher angesprochen.

Ein Beitrag eines jüngeren Besuchers fasste einen wesentlichen Aspekt der Ausstellung und des Gesprächs sogar am treffendsten zusammen: „Ich kam mit einer ganzen Anzahl von Vorstellungen in die Ausstellung, aber nach und nach fielen diese immer mehr ab und ich konnte mich auf das einfache Wahrnehmen der Arbeiten konzentrieren.“

Wie von den beiden Künstlern durchaus beabsichtigt, ist in ihren Werken viel Raum gegeben für Interpretationen. „Die Arbeiten sind freigeräumt von Erzählungen oder Gegenständen und erlauben so ein bloßes Wahrnehmen von Farbe und Weite wie wir in vergleichbarer Weise das Meer und den Horizont wahrnehmen können, wenn dieser einmal nicht von Surfern, Tankern oder Windkraftanlagen verstellt ist“, assoziierte ein anderer Gesprächsteilnehmer. Die Leere des Meeres in Caspar David Friedrichs Werk und im Vergleich dazu die mediale Überflutung mit Bildern, wie sie täglich auf uns einstürzt, waren weitere Diskussionspunkte.

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