Ausstellung „Exodus“: Erfahrungen von Flüchtlingen verwoben

Von: Nina Krüsmann
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Die akteure: Junge Flüchtlinge haben zusammen mit Vera Sous an den Wandteppichen gearbeitet. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Mit dem „Exodus“ der Menschen, die weltweit aus ihrer Heimat fliehen mussten, befasst sich ein Projekt der Aachener Künstlerin Vera Sous, dessen bisherige Ergebnisse im Nell-Breuning-Haus zu sehen sind.

In den Wandteppichen der Künstlerin sind die vielseitigen Erinnerungen und Erfahrungen von Flüchtlingen verwoben, die sie in ihrer Begegnung und künstlerischen Arbeit mit Flüchtlingen kennengelernt hat. Seit vielen Jahren leitet Sous kreativ-soziale Projekte unter dem Titel „Ahoi“ an, bei denen die Teilnehmer miteinander in Kontakt kommen und sich schnell in ihrer neuen Heimat integrieren.

Kibrab Welegebrial aus Eritrea lebt seit zwei Jahren in Aachen und hat schon mehrere „Ahoi“-Projekte miterlebt. „Das Schöne ist, dass wir alles gemeinsam machen. Es hat mir viel Spaß gemacht, mich mit Vera und den anderen mit der Kunst zu beschäftigen. Dabei ist schon ein Ahoi-Schiff entstanden, 14 Banner für den Dom zum Jahr der Barmherzigkeit und nun die Wandteppiche“, erzählt er begeistert.

Gemeinsam mit Vera Sous freute sich das Team des Nell-Breuning-Hauses auf die Begegnung mit den Teilnehmern und den in der Flüchtlingsarbeit engagierten Menschen. Musikalische Inspiration bot das iranische Duo „Mah e Manouche“. Für die kulinarischen Genüsse sorgte das Team der Produktionsschule des Nell-Breuning-Hauses mit einem internationalen Buffet.

So wurde die Ausstellungseröffnung zu einem großen Fest – und genau das hatte sich Vera Sous für die Teilnehmer gewünscht. „Bis zu 60 junge Geflüchtete machen mit, im Kern sind es regelmäßig 20 bis 25 junge Leute, zum Beispiel aus Afghanistan, Albanien, Eritrea, Iran, Irak und Syrien“, erklärt Sous. Ihre Tochter Ana, KAB-Sekretärin Agnes Schnieders und Sibylle Keupen, die Leiterin der Bleiberger Fabrik in Aachen, helfen tatkräftig mit.

Fünf der Wandteppiche waren bereits in der Aachener Citykirche zu sehen. Auf den gewebten Kunstwerken finden sich eine Weltkarte mit eingezeichneten Routen, Symbole wie der Kompass oder ein Stacheldrahtzaun vor einer schönen Landschaft. Verzweiflung und Isolation sind spürbar, die persönliche Auseinandersetzung eindrucksvoll visualisiert.

„Zwölf Teppiche sollen es mal werden. Der neueste Teppich, der achte, ist zur Vernissage noch unvollständig. Die jungen Teilnehmer sind dazu aufgerufen, ihre Wünsche, Träume und Hoffnungen auf Zetteln aufzuhängen“, erklärt Sous. Das Gemeinschaftsprojekt habe die Überschrift „Wel-come together“. Auf den Karten finden sich schnell Aufschriften wie „Ich liebe Aachen“, „Peace“ oder Wünsche, die Familie zu sehen.

„Für uns als Veranstalter ist sehr wichtig, dass die Vernissage auch ein Ort der Begegnung und des Willkommens ist. Über das große Interesse und rund 100 Besucher freuen wir uns sehr. Auch der stellvertretende Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein ist dabei“, sagt KAB-Sekretärin Agnes Schnieders.

„Das Projekt „Ahoi IV“ läuft bereits und in den letzten drei Wochen der Sommerferien soll es wieder richtig rund gehen. Mit Musikern, Tänzern, Schauspielern und Künstlern werden die jungen Geflüchteten auf den Bühnenbrettern stehen, Lieder komponieren, Musik machen und eigene Choreographien entwickeln. „Das Ergebnis wird ein Musical, das ihre eigenen Geschichten erzählt“, erklärt Sous.

Die Ausstellung „Exodus“ ist bis Mittwoch, 22. Februar, montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr, samstags bis 19 Uhr und sonntags bis 14 Uhr im Nell-Breuning-Haus an der Wiesenstraße 17 zu sehen.

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