Ausstellung einer Meisterin der Doppeldeutigkeit

Von: Nina Krüsmann
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Herzogenrath. Unter dem Titel „In statu nascendi“ bietet die Künstlerin Siiri Spronken derzeit einen Einblick in ihr malerisches und zeichnerisches Schaffen.

Die Ausstellung im Forum für Kunst und Kultur in der Euregio unter der Leitung von Professor Fritz G. Rohde wurde jetzt eröffnet. „In statu nascendi“ bedeutet so viel wie „im Zustand des Entstehens“, wie die Aachener Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tönges bei der Vernissage erklärte.

Der 1960 geborenen Niederländerin Spronken gehe es um die Malerei im eigentlichen Sinne unter der vollen Einbeziehung der bildnerischen Mittel wie Farbe, Malgrund, Duktus und Kontraste. Die großformatigen Arbeiten passen perfekt in die großzügigen und lichtdurchfluteten Räumlichkeiten des Bahnhofsgebäudes. Häufig vorkommende Motive sind Gesichter, Löwen und Architektur, die immer wieder neu interpretiert werden.

Siiri Spronken wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Ihre Mutter war die finnische Malerin Varpu Tikanoja, ihr Vater ist der niederländische Bildhauer Arthur Spronken. Auch die drei Schwestern und ihr Bruder waren und sind künstlerisch tätig.

Nach dem Abitur zog Spronken nach Utrecht um Jura zu studieren. Nur ein Jahr später, 1980, wechselte sie an die Stads Academie Maastricht, lernte dort ihren Mitstudenten Thomas Junghans kennen. Aus der jungen Freundschaft wurde ein Künstlerehepaar, das heute weit über die Region des Dreiländerecks bekannt und geschätzt ist. „Für diese Ausstellung habe ich Werke aus zwölf Jahren ausgewählt, die meinen kreativen Prozess und die Vielfalt meiner Arbeiten gut zeigen“, erklärt Spronken.

Aktzeichnungen, frei gestaltete Porträts und von Spronken sogenannte „Löwenlandschaften“ fallen dem Betrachte im großen Hauptsaal des Forums ins Auge. Ein Hingucker im Nebensaal ist die Serie „Glashaus“ aus dem Jahr 2014, die einen sehr persönlichen Hintergrund hat. „Dazu inspirierten mich Kindheitserinnerungen und es gibt eine wundervolle Geschichte mit einem einmaligen Zufall“, erzählt die Künstlerin.

Nach dem Auszug aus ihrem Elternhaus hatte sie eine Tuschezeichnung vom Haus angefertigt. „Jahre später habe ich eine Freundin kennengelernt, die vor Jahren, als wir uns noch nicht kannten, diese Zeichnung von mir gekauft hat. Als ich sie dann wieder in den Händen hielt, beschloss ich darüber eine neue Serie zu malen“, erklärt Spronken.

Darüber hinaus begeistert sie sich für Löwen in allen Facetten: Ein Werk heißt „Roter Löwe im Kreis“, ein anderes zeigt zwei Löwen in der Landschaft, eine Serie mit sechs Arbeiten trägt den schlichten Titel „Löwenlandschaft“. „Menschliche Gesichter, Akte, Löwen und Räume. Man kann hier schon fast von einer Retrospektive sprechen“, meint Alexandra Simon-Tönges.

Die Bilder hätten zugleich etwas Flüchtiges und etwas Beständiges. „Den flüchtigen Eindruck erreicht die Künstlerin durch das verwischte Auftragen von Farbe. Doch sie stellt das Unbeständige, Unbestimmte dennoch gegenständlich dar, und zwar präzise genug, um irgendwie auch abbildhaft zu erscheinen“, erklärt Simon-Tönges weiter. Die Künstlerin liebe solche Doppeldeutigkeiten, sei eine Meisterin der Ambivalenz.

Die Werkschau im Forum für Kunst und Kultur in der Euregio im Eurode-Bahnhof Herzogenrath ist bis 6. Mai dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Feiertags ist geschlossen. Infos unter www.forum-herzogenrath.eu.

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