Ausstellung „Campus”: Blick auf Menschen und Mythen

Von: Nina Krüsmann
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Künstler Emil Sorge mit der S
Künstler Emil Sorge mit der Säule „Pharos” und dem Werk „Campus” im Hintergrund. Foto: Krüsmann

Herzogenrath. Der Stolberger Künstler Emil Sorge hat in seiner Malerei, seinen Holzschnitten und seinen Leuchtskulpturen stets den Menschen, seine Mythen und seine transzendentale Ausrichtung zum Thema. Leuchtende Schiffe, Brunnen, Türme, Tore, Obelisken und Pyramiden aus gestalteten Holzplatten zählen zu seinen bisherigen Werken. Einen breiten Querschnitt aktueller Arbeiten und bekannter Höhepunkte seines Schaffens zeigt er in der Ausstellung „Campus” im Forum für Kunst und Kultur im Eurode-Bahnhof, Bahnhofstraße.

Bemerkenswert ist die große Skulptur „Langhaus”, die vor rund zwei Jahren entstanden ist. Die Installation ist wie alle seine Skulpturen aus geschnitzten Holzplatten zusammengesetzt. Sie besteht aus 16 Holzstöcken und 2 Giebelelementen und ruht als Stelzenhaus auf 6 etwa 100 Zentimeter hohen Säulen. Ein Blick von innen lohnt sich: Der Betrachter beugt sich, um sie zu betreten. Im Inneren fällt durch die filigranen Wände eine Zeichnung aus gestaltetem Licht auf seinen Kopf.

„Langhäuser haben Menschen seit der Jungsteinzeit in allen Kulturkreisen der Welt als Wohnung für Menschen und Tiere entwickelt. Königshallen, Basiliken sind Langhäuser, und ihre Nachfolger, die christlichen Kirchen, haben Langhäuser zwischen ihrem Tor im Westen und ihrer Vierung”, erklärt Sorge den Hintergrund der Idee. Das Modell der Kirchen kehre wieder in den kostbaren Schreinen des Mittelalters, die verehrte Reliquien bergen, vor denen die Pilger niederknien und beten. Die große säulenartige Skulptur „Pharos”, die Sorge einst zur Wintersonnenwende am Tempelbezirk Varnenum bei Kornelimünster gezeigt hat, verdeckt in der aktuellen Werkschau eine der tragenden Säulen der Räume im Forum und bekommt somit eine architektonische Komponente.

„Wir sind sehr stolz, Werke eines solch renommierten Künstlers zu präsentieren. Sorges Gemälde oder vielmehr Reliefs sind komplett geschnitzt und tragen Sorges sehr originelle Handschrift, die seine Werke unverwechselbar macht”, betont Professor Dr. Fritz G. Rohde vom Forum für Kunst und Kultur. Neu seien in Sorges Werk die sehr farbigen Bearbeitungen und auch einige Werke, die motivisch an Landschaften erinnern könnten und auf einen neuen künstlerischen Aufbruch schließen lassen.

Der Künstler Emil Sorge wurde am 6. Januar 1957 in Stolberg-Breinig geboren. Von 1973 bis 1975 machte er eine Lehre als Reklamemaler, von 1975 bis 1981 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1982 ist er als freischaffender Künstler tätig, lebt und arbeitet in Breinig. Die Ausstellung „Campus” ist bis 8. Juli zu sehen, Dienstag bis Freitag sowie Sonntag, 15 bis 18 Uhr.

Weitere Infos:

www.forum-herzogenrath.eu
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