Alsdorf - Ausstellung: Bernhard Kucken modernisiert Kunstwerke

Ausstellung: Bernhard Kucken modernisiert Kunstwerke

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
10009784.jpg
Argus schaut zu: Hinter dem Antlitz posieren Künstler Bernhard Kucken (2.v.l.), Kunstvereinsvorsitzender Franz-Josef Kochs sowie seine Stellvertreterin Veronika Kropidlowski (l.) und Kassiererin Sabine Busch.
10009782.jpg
Moderne „Fayum-Porträts“: Auch den Alsdorfer Kunstvereinsvorsitzenden Franz-Josef Kochs hat Bernhard Kucken gemalt (linker Kopf). Das Selbstporträt des Künstlers schwebt als zweites von rechts. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Wortspiele weiß Bernhard Kucken zu schätzen. Kucken, wie gucken. Dass der Düsseldorfer Künstler seine aktuelle Ausstellung „Abkucken“ genannt hat, kommt schon mal nicht von ungefähr. Um das Sehen soll es gehen und um die Dinge, die ihn inspiriert haben, die er sich abgeschaut hat.

Für den heutigen Freitag lädt der Alsdorfer Kunstverein zur Vernissage in die Galerie der Stadtbücherei in der Stadthalle ein. Die Ausstellung ist auch eine Hommage, wenn man so will. Dass Künstler sich gern von ihren Vorgängern inspirieren lassen, ist bekannt. Kucken geht viel weiter. Über ihn hat mal einer gesagt, dass er das weite Feld der Kunst „ungehemmt ausbeute“. Kucken schmunzelt. Er nimmt das als Kompliment.

„Ist doch klar, dass heute niemand mehr etwas machen kann, das es vorher noch nicht gab.“ Deshalb macht er Dinge, die es zwar schon mal gab, übersetzt sie aber in die Neuzeit. Die „Fayumporträts“ zum Beispiel: Porträts auf Holztafeln, die in Ägypten in die Mumienumhüllung eingewickelt wurden. Was mehr als 2000 Jahre her ist, hat Kucken modernisiert.

Er porträtiert Menschen, die er auf seinen Reisen trifft, Arbeitskollegen und andere. Wie jetzt zum Beispiel Franz-Josef Kochs, den Vorsitzenden des Alsdorfer Kunstvereins. Die oben abgerundeten Holztafeln mit den Gesichtern werden dann von den Kapuzen von Arbeitsoveralls aus weißem Papier umhüllt. So schweben seine „Figuren“ an Nylonfäden. „Betriebsausflug“ nennt Kucken diese Installation. Wieder so ein Wortspiel. Weil er die Porträts eben malt, während er beruflich unterwegs ist.

Intime Begegnungen

Er schätzt die Porträt-Momente sehr. „Auch in Zeiten der Digitalfotografie ist ein Porträt etwas Besonderes. Da sitzen sich zwei Menschen für zwei, drei Stunden in einem Raum gegenüber und der eine von ihnen stellt den anderen so dar, wie er ihn sieht.“ Intime Begegnungen, die er als Künstler nicht missen möchte. Maler sei er aber nicht in erster Linie. „Ich hab‘ zwar immer gedacht, dass ich ein Maler bin, aber mein Geld hab‘ ich eigentlich mit der Bildhauerei verdient.“

Auch dafür finden sich in der Ausstellung zahlreiche Belege. Den „Arguskopf“ zum Beispiel, der mit den 100 Augen. Dass Kucken sich aus der griechischen Mythologie ausgerechnet den herausgepickt hat, liegt auf der Hand: Augen, schauen, Kucken. Der Mitarbeiter der Düsseldorfer Kunstakademie ist halt ein Spaßvogel. Wer ihn kennenlernen möchte, hat bei der Vernissage Gelegenheit dazu. Oder er schaut im Internet auf seine Homepage. Dass die einen prägnanten Namen hat, versteht sich: www.bekucken.de.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert