Ausstellung: Alltagssituationen in verschiedensten Formen

Von: te
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Auch in einer Vitrine sind die Kunstwerke des Künstlers Theodor Brün ausgestellt: Franz-Josef Kochs, Renate Brün, Gudrun Färber und Dr. Dirk Tölke (v.l.) am Rande der Vernissage. Foto: Tobias Esser

Alsdorf. „Er hat das gezeichnet, was man heute mit dem Smartphone fotografiert.“ Mit diesen Worten eröffnete Franz-Josef Kochs, Vorsitzender des Kunstvereins Alsdorf, die Vernissage der Ausstellung „Theodor Brün – Bilder vom Warten“ in der Galerie der Alsdorfer Stadtbücherei.

Damit hat Kochs treffend formuliert, was den Besucher der Ausstellung erwartet. Der bereits verstorbene Künstler Theodor Brün illustrierte Alltagssituationen in verschiedensten Formen. Neben Zeichnungen von Familienmitgliedern sind besonders die Illustrationen von Frontsoldaten aus dem Ersten Weltkrieg etwas Besonderes. Im Gegensatz zu anderen Künstlern dieser Zeit, die die Zerstörung des Krieges als Motiv aufnahmen, sind Brüns Bilder frei von Zerstörung und Leid.

„Auf die Wirklichkeit fokussiert“

Stattdessen zeichnete Brün, selbst als Frontsoldat eingesetzt, Kameraden, wie sie sich in Unterständen die Zeit vertrieben. Auch der freie Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke zeigte sich von der Ausstellung begeistert: „Es ist etwas Besonderes, dass Brün sich auf die Wirklichkeit fokussiert hat. Das zeigt, dass man nicht immer Highlights braucht, um tolle Kunstwerke zu schaffen.“

Tölke informierte in seiner Einführungsrede das Publikum über den historischen Hintergrund der Zeichnungen Brüns. Dabei bezog er sich auf eine von Gudrun Färber verfasste Magisterarbeit an der RWTH Aachen zu Brüns Leben. Neben diesen Bildern sind besonders die Zeichnungen von Wartesälen in Bahnhöfen Highlights der Ausstellung.

Ende der 1920er Jahre ist er in Zügen umher gefahren, um dort und in Wartesälen Menschen zu beobachten und zu zeichnen. „Dabei hat er die wartenden Menschen stets mit wenigen schnellen Strichen skizziert. Die Bilder wurden erst Jahre später mit Aquarell koloriert“, schilderte Kochs Brüns Technik. Dass die Bilder nun in Alsdorf zu sehen sind, ist Kochs zu verdanken.

Er hat vor einiger Zeit drei Bilder des Künstlers auf einer Ausstellung in Eupen gesehen und war sofort von ihrer Qualität „elektrisiert“. Daraufhin hat er sich mit der Schwiegertochter des Künstlers, Renate Brün, in Verbindung gesetzt. Die an der Vernissage teilnehmende Renate Brün besitzt rund ein Drittel der Werke ihres Schwiegervaters und stellte diese gerne dem Alsdorfer Kunstverein zur Verfügung.

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