Herzogenrath - Außergewöhnliche Schau: „Neue Bilder“ im Eurodebahnhof

Außergewöhnliche Schau: „Neue Bilder“ im Eurodebahnhof

Von: krüs
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„Astro-physische Aspekte des Sternenhimmels in Farbe“: (v.l.) Kunstexperte Rick Vercauteren, Künstlerin Vera Hilger und Forumsleiter Professor Fritz G. Rohde. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. „Kunstexperten vergleichen ihre Werke mit einem Blick in den Kosmos“, freut sich Leiter Professor Fritz G. Rohde über die aktuelle Werkschau des Forums für Kunst und Kultur Herzogenrath in der Euregio im Eurode-Bahnhof. Vera Hilger zeigt hier zurzeit ihre „neuen Bilder“.

Mit der außergewöhnlichen Schau beschließt das Forum das Ausstellungsjahr. Zur Vernissage kamen weit über 100 Kunstliebhaber. Die Aachener Künstlerin zeigt 29 ausgewählte Arbeiten. Die Bandbreite reicht von 9x9 Zentimeter großen Bildchen in Mischtechnik auf Zeichenkarton bis hin zum wandfüllenden Werk mit Maßen von 270x360 Zentimetern. Während Letzteres zum stolzen Preis von 15.000 Euro zu haben ist, sind die Kleinstformate der Serie „Einmal täglich – 128 tage“ für 100 Euro pro Stück zu erwerben.

Rick Vercauteren führt ein

Eine Einführung in das Werk von Vera Hilger bot der Kunstexperte Rick Vercauteren, Kurator der Städtischen Kunstsammlung im niederländischen Venlo.

Vera Hilger wurde 1971 in Schleiden in der Eifel geboren, studierte Philosophie an der RWTH Aachen und Malerei an der Kunstakademie Maastricht. Sie lebt und arbeitet in Aachen. „Hilger fertigt nahezu ausschließlich nonfigurative Arbeiten, die sich durch einen besonderen Aufbau in mehreren Farbschichten auszeichnen.

Diese Kompositionen sind sorgfältig konstruiert, haben eine ausgeprägt wiederholende und rhythmische Struktur. Innerhalb eines Bildes wiederholen sich Formen, Flächen, Punkte, Motive, Linien, Löcher, Kugeln oder Blasen, wobei sie sich jeweils nur in winzigen Details unterscheiden“, erklärte Vercauteren.

Hilgers titellose Kunstwerke würden nichts Konkretes repräsentieren, weckten aber dennoch hin und wieder Assoziationen mit elementaren Prozessen oder Phänomenen in der Natur wie etwa organisch wirkende Muster.

Vercauteren ging weiter auf die Phänomene des Urknalls, des Universums und der Himmelskörper ein. „Vera Hilgers komplexe Kompositionen kommen ohne eine einzige Vorstudie zustande. Beim spontanen Entstehungsprozess gelingt es ihr, unterschiedliche Aspekte des Firmaments wie etwa das wundersam visuelle Pulsieren eines Überbleibsels einer Supernova fiktiv und unnachahmlich darzustellen“, erläuterte Kunstkenner Vercauteren.

Von 2011 bis 2012 malte Hilger als Auftragsarbeit in nur acht Monaten mit Öl und Tempera das 280x600 Zentimeter große Werk „Pulsar“ für die Citykirche St. Nikolaus in Aachen.

Kunstlichtloses Eifeldorf

Die Faszination der Künstlerin für das Himmelszelt rühre von ihrer Jugendzeit im nachts völlig kunstlichtlosen Eifeldorf Krekel her. „Sie überträgt auf überzeugend suggestive Weise astro-physische Aspekte des Sternenhimmels in Farbe“, ist Vercauteren begeistert. Es falle auf, dass diese illusionistischen Mosaike nicht eingefasst und nicht gerahmt sind.

Die Künstlerin suggeriere damit gezielt, dass alle Werke ein winziger Ausschnitt aus einem viel größeren Ganzen sind. Und sie verweise in philosophischer Hinsicht zugleich direkt auf die ständige konkrete Expansion des Universums. Vercauteren verwies mit Respekt auf ein Zitat der Künstlerin: „Realismus ist mir zu konkret.“

Die Werkschau „Neue Bilder“ von Vera Hilger ist bis 23. Dezember, dienstags bis samstags, 15 bis 18 Uhr, geöffnet.

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