Baesweiler - Auspendler: SPD will weiterführende Schulen gestärkt sehen

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Auspendler: SPD will weiterführende Schulen gestärkt sehen

Von: Karl Stüber
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Erwächst dem Gymnasium Baesweiler (Bild) in dem Alsdorfer Dalton-Gymnasium, das durch den Einzug in das neue Kultur- und Bildungszentrum in Alsdorf-Mitte per Bus und Bahn sehr gut erreichbar ist, ein ernster Konkurrent, wie es die SPD im Schulausschuss thematisierte? Foto: Karl Stüber
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Erwächst dem Gymnasium Baesweiler in dem Alsdorfer Dalton-Gymnasium (Bild), das durch den Einzug in das neue Kultur- und Bildungszentrum in Alsdorf-Mitte per Bus und Bahn sehr gut erreichbar ist, ein ernster Konkurrent, wie es die SPD im Schulausschuss thematisierte? Foto: Karl Stüber

Baesweiler. Eine dank immer mehr neuer Baugebiete wachsende Stadt wie Baesweiler muss darauf achten, dass die Entwicklung der Infrastruktur im angemessenen Umfang Schritt hält. Das gilt auch für das Schulangebot. Letztlich entscheidet der Elternwille, wohin Kinder gehen – vor allem bezüglich weiterführender Schulen.

Dabei muss aber auch im Auge behalten werden, wie viele Schüler der Sekundarstufe I und II aus Baesweiler sich Schulen außerhalb der Stadt zuwenden. Laut Stadtverwaltung ist die Zahl dieser Auspendler gemessen an den tatsächlichen Anmeldezahlen gegenüber dem Vorjahr leicht um 5 auf 74 gestiegen, wie jetzt im Schulausschuss zu hören war.

Als Zielschule ist die Willy-Brandt-Gesamtschule in Übach-Palenberg mit 30 der Spitzenreiter, gefolgt von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf (13), dem Heilig-Geist-Gymnasium in Broichweiden (8), dem Dalton-Gymnasium in Alsdorf (7) und dem Gymnasium in Geilenkirchen (4). Es gibt aber auch eine Gegenbewegung. Die Einpendler, also Schüler von außerhalb, die Schulen in Baesweiler besuchen: 16 für das Gymnasium Baesweiler, 9 für die Realschule, insgesamt also 25. Unterm Strich steht ein „Verlust“ von 49 (potenziellen) Schülern.

Dr. Karl Josef Strank (SPD) zeigte sich besorgt von der „hohen Zahl der auspendelnden Schüler“, die doch besser in Baesweiler beschult werden sollten. Strank wagte einen Blick in die Glaskugel: Mit dem Umzug des Alsdorfer Dalton-Gymnasiums nebst Realschule von Ofden in das neue Kultur- und Bildungszentrum nach Alsdorf-Mitte und der entsprechend besseren Erreichbarkeit (zentraler Busbahnhof und Schienenanbindung durch die Euregiobahn, Anm. d. Red.) könne die Alsdorfer Schule zu einer noch stärkeren Konkurrenz gerade für Baesweiler werden. „Wir müssen mehr dafür tun, dass unsere weiterführenden Schulen attraktiv bleiben. Da steigt der Druck“, sagte der Sozialdemokrat.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens (CD) hielt dem entgegen, dass es verfrüht sei, „aus einer einmaligen Zahl“ von sieben Schülern derart weitreichende Schlüsse zu ziehen. Das Baesweiler Gymnasium sei umfassend energetisch saniert und in einen „Top-Zustand“ gebracht worden. „Wir sind hellwach und wissen auch, dass wir auch noch weiteres für unsere weiterführenden Schulen machen müssen.“ Auch Christoph Mohr (CDU) verteidigte das Bestehende: Die weiterführenden Schulen seien baulich und pädagogisch gut aufgestellt. An Strank gerichtet sprach er von einem „haltlosen Vorwurf“.

Der Sozialdemokrat wies jedoch noch auf einen weiteren Aspekt hin, der im Wettbewerb um Schüler eine Rolle spiele: die Angebote der Offenen Ganztagsschule (OGS). Es sei gut, dass solche Möglichkeiten an den Baesweiler Grundschulen gut angenommen werden würden. Allerdings könnte das nach Absolvieren dieser Schulform „lange Zähne“ und damit Erwartungen auch gegenüber weiterführenden Schulen geben. Baesweiler müsse dafür Sorge tragen, auch hier diese angemessen anzubieten. Linkens hielt dem entgegen, dass die Betreuung von Schülern „allgemeine Entwicklung“ sei.

Ergänzend sagte der Leiter des Gymnasiums Baesweiler, Wilhelm Merschen, gegenüber unserer Zeitung: „Wir sind froh, dass wir ein Halbtagsgymnasium sind, weil wir feststellen, dass der Bedarf nach Ganztag in Baesweiler nicht so ausgeprägt ist wie vielleicht in anderen Städten. Zudem haben wir ein Angebot für Schüler der Klasse 5 im Rahmen der Nachmittagsbetreuung.“

Wilfried Bock, Leiter des Alsdorfer Dalton-Gymnasiums, sagte auf Nachfrage, dass seine Einrichtung eine „gebundene Ganztagsschule“ sei. Grundsätzlich würden die Schüler (außer freitags) bis 15.15 Uhr in der Schule sein. Von den derzeit 661 Schülern stammten zwölf Prozent nicht aus Alsdorf.

Zurück zur Sitzung des Baesweiler Schulausschusses: Dort kündigte Bürgermeister Willi Linkens an, nach dem Wechsel von einer rot-grünen zu einer schwarz-gelben Landesregierung einen erneuten Anlauf zu unternehmen, um die Gemeinschaftshauptschule Goethestraße zu erhalten. Im Dezember vergangenen Jahres sei der Vorstoß, die Hauptschule fortzusetzen, in Düsseldorf zurückgewiesen worden. Jetzt nach den Landtagswahlen wolle sich Linkens erneut „persönlich“ für den Erhalt einsetzen. „Es ist verfehlt, eine hervorragende Hauptschule als Schulform aufzugeben, sagte er. Derzeit beschult die „auslaufende“ Hauptschule noch die Jahrgänge 8 bis 10. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Schüler um 41 auf noch 165 gesunken.

Die Möglichkeit, ab der siebten Klasse in den Hauptfächern eine Differenzierung anzubieten und die Schüler entsprechend ihres Leistungsstandes und ihres Leistungsvermögens zu unterstützen, habe sich in der Gesamtschülerzahl der Realschule bemerkbar gemacht, so die Stadt. Die Schule zählt nun 753 Schüler, davon 113 Neuanmeldungen. Das habe eine „Mehrklassenbildung“ über die genehmigte Fünfzügigkeit hinaus notwendig gemacht, der die Bezirksregierung zugestimmt habe.

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