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Ausgediente Altbauten stehen kurz vor dem Abriss

Von: -ks-
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Vor dem Abriss: Die alten Arbeiterwohnungen an der Prämienstraße wurden als nicht denkmalwürdig erachtet.
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Bis auf Wohnungen im oberen Bereich ungenutzt: Der Komplex altes Hotel Mertens am Bahnhofsplatz/Würselener Straße. Fotos (2): Karl Stüber Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Noch lässt das Umfeld nicht erahnen, dass etwas Großes entstehen soll. Ladenlokale stehen leer, der Bausubstanz der Häuser ist das Alter anzusehen. Wind treibt Dreck vor sich her. Ungern ist der Fußgänger dort mit Einbruch der Dämmerung unterwegs. Hier ist noch nichts zu sehen von der Aufbruchstimmung in Alsdorf.

Aber im Bereich Bahnhofsplatz direkt am südlichen Rand der reaktivierten Bahnstrecke, auf der die bunte Euregiobahn noch vorbei dieselt, aber bald am elektrischen Fahrdraht hängen soll, ist Großes geplant – genauer gesagt, vier, fünf, ja sogar sechs Geschosse hoch gestapelt. Die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Alsdorf GmbH hat ein Auge auf Grundstücke dort geworfen und will Gebäude, so das ehemalige Hotel Mertens, abreißen.

Ein barrierefreies, also für ältere Menschen und Behinderte wie auch für junge Familien und Singles besonders geeignetes Mehrfamilienhaus „mit eigener Prägung für das stadtnahe Wohnen und Arbeiten“ soll errichtet werden. Natürlich auch mit Blick auf die sehr günstige Verkehrsanbindung via Busbahnhof, Euregiobahn und Bundesstraße.

Stolze 35 Wohnungen sieht das Projekt vor, der Baukörper erstreckt sich in der Planung ein Stück entlang der Würselener Straße Richtung Otto-Brenner-Straße. Die konzipierten Wohnungen sind zwischen 41 und 110 Quadratmeter groß.

Das Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses ist gewerblicher Nutzung vorbehalten. Gedacht ist an eine Arztpraxis mit einer Nutzfläche von 446 Quadratmetern.

Balkone an dem Gebäudekomplex und eine Gartenanlage im rückwärtigen Bereich, abgeschirmt durch den Neubau gegenüber den umgebenden Straßen, runden das Bild ab. Das Ganze dient der „Positionierung und Verfestigung der Alsdorfer Innenstadt als attraktiver Wohnort“, beschreibt die Verwaltung nicht ohne Stolz das Ziel. Das südliche Eingangstor zur Innenstadt werde neu gestaltet.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung sprach sich für das Vorhaben aus und beschloss im beschleunigten Verfahren die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans.

Der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft, Dieter Sandlöbes, tritt allerdings auf Anfrage unserer Zeitung etwas auf die Spaßbremse. „Die Grundtendenz bei den Gesellschaftern ist positiv. Es ist aber noch keine abgeschlossene Investitionsentscheidung.“

Der Entwurf muss noch verfeinert werden, auch um die Kosten genau erfassen zu können. Die Rede ist von rund fünf Millionen Euro. Die definitive Entscheidung der Gesellschafter werde für Dezember erwartet. Zudem müssten die noch in oberen Geschossen wohnenden Mieter umgesetzt werden, bevor die aktuelle Bebauung abgerissen werden kann.

Arbeiterwohnungen weichen

Und es tut sich noch mehr im Umfeld. In der Sitzung des Fachausschusses ging es auch um Flächennutzungs- und Bebauungsplan Prämienstraße-Ost.

Nachdem die dort befindlichen Altbauten, die Arbeiterwohnungen enthielten, mit Blick auf die Kosten des Erhalts und der Bewirtschaftung nicht als denkmalwürdig erachtet worden waren, war der Weg zu Neuem frei geworden. An dem südlichen Rand der Prämienstraße gegenüber dem Park&Ride-Parkplatz für Euregiobahn und Busbahnhof ist die Errichtung von Wohn- und Bürogebäuden vorgesehen. Zudem betrifft der Bebauungsplan auch die von Prämienstraße und Würselener Straße definierte keilförmige bebaute Fläche gegenüber dem neu angelegten Kreisverkehr (wir berichteten mehrfach). Hartmut Malecha (Grüne) lehnte die an der Prämienstraße geplante Bebauung mit fünf Vollgeschossen als viel zu massiv ab, konnte sich aber mit dieser Auffassung im Ausschuss nicht durchsetzen, der in den im Zuge der öffentlichen Auslegung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes vorgebrachten Anregungen keine entscheidenden Bedenken herauslesen konnte.

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