Herzogenrath - Ausdrucksstarke Bilder entgegen der Kriegszerstörung in Syrien

Ausdrucksstarke Bilder entgegen der Kriegszerstörung in Syrien

Von: nina
Letzte Aktualisierung:
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Präsentiert ihre Fotos im Eurode-Bahnhof: Monika Kuck nähert sich mit ihren Bildern dem Thema Krieg von einer außergewöhnlichen Seite. Sie lichtet hochwertige Handwerksprodukte ab. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Ein brisantes Thema packt das Frauenkommunikationszentrums im Eurode-Bahnhof in Herzogenrath mit seiner neuen Ausstellung an: Fotografin Monika Kuck präsentiert unter dem Titel „Aleppo, all over the world“ ausdrucksstarke Fotografien von faszinierendem Kunsthandwerk und Souvenirs.

Die aufwendigen Fotodrucke auf Alu-Dibond zeigen edle Stoffe, Geldscheine, Kardamom und Aleppo-Seife. Sie wirken wie Gemälde und stehen in einem verstörenden Kontrast zu den aktuellen Bildern der Kriegszerstörung in Syrien.

Wie Porträts inszeniert

Aleppo, das ist ein Name voller Klang von Kultur und Geschichte, voller Leben über Jahrhunderte, Unesco-Kulturerbe, aber kein Museum, seit dem Krieg in Syrien in Schutt und Asche. Die Menschen – getötet, verletzt, geflüchtet, in Gefangenschaft. Was ist geblieben? Bei der Fotografin zu Hause und auf der ganzen Welt finden sich Erinnerungsstücke und hochwertige Handwerksprodukte. „Im Fokus auf die Gegenstände, die wie Porträts inszeniert sind, visualisiert sich der Versuch der Fotografin, sich dem Erschütternden zu nähern, denn Worte reichen nicht“, sagt Kuratorin Uta Göbel-Groß. Die Ausstellung lasse den Betrachter innehalten und darüber nachdenken, was Krieg an Zerstörung, Verlust und Gewalt hinterlässt.

Bürgermeister Christoph von den Driesch betonte in seiner Eröffnungsansprache, Aleppo sei das tragische Beispiel einer Revolution gegen ein Regime, die kurz vor dem Scheitern steht. Seit drei Jahren wird Syrien von einem Bürgerkrieg beherrscht. Die Stadt wird von Rebellen kontrolliert, doch syrische Regierungstruppen haben sie fast vollständig umzingelt und versuchen die Aufständischen zu unterwerfen. Aleppo war vor diesem Krieg die größte Stadt Syriens und das Wirtschaftszentrum des Landes. „Das ist eine Situation, die uns sehr krass vor Augen führt, wie dankbar wir für unser demokratisches System sein sollten. Lassen wir die Bilder für sich sprechen und gedenken auch der vielen Menschen, die in diesem Kampf ihr Leben gelassen haben“, betonte der Bürgermeister. Und der Ausstellungstitel „Aleppo, all over the world“ suggeriere, dass Aleppo nur ein trauriges Beispiel für die Kriegsszenarien zwischen Aufständischen und Regimen auf der Welt ist.

Kunsttherapie-Projekt

„Fotografie macht in diesem Fall sichtbar, was das Herz noch nicht sehen kann“, sagt Monika Kuck über ihre Arbeit. Sie reiste zweimal, 1995 und 2010, nach Syrien, besuchte Aleppo, Homs und Palmyra. Sie wollte Land und Leute kennenlernen, hat Freunde dort, sie fotografierte Menschen und Leben, Architektur und Landschaften. „Sie ließ sich ein, war fasziniert, saugte Gerüche und Farben, Musik und Sprache in sich hinein. Vor allem die Altstadt von Aleppo, die Medina – mit der Zitadelle, einer fünf Kilometer langen Stadtmauer und sieben Stadttoren – hat es ihr besonders angetan“, sagt Göbel-Groß.

Mögliche Erlöse aus dem Verkauf von ihren werken möchte Kuck einem Kunsttherapie-Projekt mit minderjährigen Flüchtlingen in der Städteregion spenden. Die Schau an der Bahnhofstraße 15 in Herzogenrath ist bis 14. November zu sehen. Infos online: www.frauenkommgleis1.de.

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