Auschwitz-Mahnwache: Die Erinnerung an das Unfassbare wachhalten

Von: ehg
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Nach der Mahnwache ging es zur
Nach der Mahnwache ging es zur Lesung in die Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Nicht nur im Deutschen Bundestag wurde anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die russische Armee der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Auch in Würselen erinnerte daran der Arbeitskreis Kein Vergessen. Wie schon in den vergangenen Jahren hatten sich auf seine Einladung hin zahlreiche Bürger zu einer Mahnwache vor der Kirche St. Sebastian versammelt.

Schweigend hielten sie mit brennenden Totenlichtern in der Hand inne, während zehn Minuten lang die Totenglocken der katholischen Kirchen zur Wachsamkeit mahnten. „Die heutige Generation ist zwar nicht für die Verbrechen der NS-Zeit verantwortlich. Aber wir tragen alle die Verantwortung für das Erinnern an die Opfer und dafür, dass sich derartiges Unrecht wiederholt”, meldete sich Jürgen Hohlfeld, der Sprecher des Kreises zu Wort. Gerade vor dem Hintergrund rechtsextremistischer Gewalttaten und antisemitischer Strömungen in der Bevölkerung sei dieses Erinnern an die Unmenschlichkeit des NS-Regimes von besonderer Bedeutung, ergänzte Ursula Best aus der Arbeitsgruppe.

Zum Abschluss las Susanne Hendess den ergreifenden Bericht einer Augenzeugin von der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor. Jürgen Hohlfeld erinnerte an die Familie Jakob und Emma Voss, die an der Wilhelmstraße 5 wohnte und eine Metzgerei betrieb. Das Schicksal dieser jüdischen Familie sei besonders tragisch, weil zwei Söhne angesichts des NS-Terrors noch rechtzeitig in die USA emigrierten, während die Eltern und ein Sohn in Würselen blieben. Seien sie doch fest davon überzeugt gewesen, dass ihnen als angesehene Bürger dieser Stadt nichts geschehen würde. 1942 wurde das Ehepaar Voss in das KZ Theresienstadt deportiert und von dort 1944 in das KZ Auschwitz, wo es ermordet wurde.

Ihr Sohn Friedrich wurde 1941 von den Nationalsozialisten in die Arbeitslager Gurs und Les Milles in Südfrankreich gebracht und von dort aus ebenfalls nach Auschwitz. Er konnte am 27. Januar 1945 durch die russische Armee befreit werden konnte. 1947 wanderte er zu seinen beiden Brüdern nach Erie in die USA aus. Hohlfeld: „Der Lebensweg dieser Würselener Famlie ist ein besonders tragisches Zeugnis für die menschenverachtende Politik der Nationalsozialisten.”

Eine Gedenkstunde mit Lesungen und Orgelmusik, dargeboten von Kantor Volkmar Michl, fand anschließend in der Pfarrkirche St. Sebastian statt. Zu ihrer eindrucksvollen Gestaltung trugen Ulrike Strüder, Dr. Vlademir Shikmann, Ella Shvemmer und Rolf Rüland bei.
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