Ausbildungsmarkt: Pralles Paket an Praxistipps und Infos

Von: mabie
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Fingerfertig: Versuchsaufbauten bieten erste interessante Einblicke in die Praxis. Foto: Markus Bienwald
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Tipps: Auf dem Podium bei Redakteurin Beatrix Oprée informierten (v.r.) Birgit Froese-Kindermann, Alfred Sonders, Georgios Vasios, Kerstin Moser, Andreas Beumers, Elke Willsch, Mark Gerner und Claudia Wein-Hilgers.
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Mädels und Technik: Das schließt sich offensichtlich nicht aus.
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Den Überblick behalten: Ausführliche Notizen erweisen sich bei der Vielfalt des Angebots als überaus wertvoll.

Herzogenrath. 60 Betriebe, 150 verschiedene Ausbildungsberufe und 1400 Teilnehmer: Die gestrige siebte Auflage des von unserer Zeitung mit präsentierten Alsdorf-Herzogenrather Ausbildungsmarktes kann schon von den reinen Zahlen her beeindrucken. Noch beeindruckender war ein Blick in die Hallen des Technologieparks Herzogenrath (TPH), der sich zu diesem Event öffnete.

Da wurde an Ständen von Handwerksbetrieben gehämmert, gab es wichtige Informationen, und es konnte auch etwas mitgenommen werden: nicht nur Gummibärchen oder selbst gepresste Seife, sondern praktische Hinweise, für welche Berufsfelder sich Jugendliche und junge Erwachsene interessieren können. Auch selbst einmal etwas fräsen, drehen oder herstellen war angesagt, denn viele Betriebe hatten eigene Vorführungen aufgebaut.

Auf Augenhöhe

Praktischerweise kamen dazu Betriebsvertreter in den TPH, die gerade erst ihre Ausbildung begonnen hatten. So war es leicht, sich den Altersgenossen auf Augenhöhe zu nähern, schnell ins Gespräch zu kommen und zu fragen, warum sich Menschen für die eine oder andere Ausbildung entschieden haben.

Die 22-jährige Katrin Radermacher etwa, wird als Bachelor of Laws im gehobenen Dienst der Stadt Herzogenrath ausgebildet. „Nach dem Schulabschluss hatte ich meinen Fokus auf den Polizeidienst gelegt“, erzählt sie. Gerne wäre sie in die Fußstapfen ihres Vaters getreten, der auch Polizist ist.

Doch daraus wurde nichts, die Stelle in Roda kam dazwischen, glücklicherweise, wie sie heute sagt: „Ich bereue nicht, dass ich diese Ausbildung begonnen habe.“

Mirko Tischler, 19, ist bei der Alsdorfer Firma „3 Pagen/3 Suisses“ seit August 2012 als Azubi in der Lagerlogistik. „Ich bin über einen Freund dazu gekommen“, sagt er. „Das hat sich gut angehört, ich habe mich beworben, und es ist eine schöne Mischung aus Lager- und Computerarbeit.“ Ohne Fachleute wie ihn geht zwischen Wareneingang und Versand an die Kunden nichts.

Kindheitstraum verwirklicht

Von der Arbeit mit Menschen weiß auch Christian Jansen zu berichten, der seit einem Jahr seine Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb bei der Aseag macht. „Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden.“ Neben Geschick beim Busfahren braucht der 20-Jährige auch Technik- und Menschenverständnis.

Schon früh war Katja Undorf aus Alsdorf sicher, was sie einmal machen wollte: „Schon in der zwölften Klasse stand fest, dass ich in der Verwaltung tätig sein möchte.“ Anfangs habe sie Bedenken gehabt, es könne ein wenig „trocken“ werden, doch die 20-Jährige freut sich über ihre Wahl: „Dadurch, dass Studium und Ausbildung parallel laufen, ist es eine gelungene Mischung.“

Solche Beispiele sind es, die bei der von unserer Redakteurin Beatrix Oprée moderierten Eröffnung aufzeigten, welche Bedeutung eine wohl überlegte Entscheidung für das ganze Berufsleben hat. Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders sieht in einer fundierten Ausbildung nicht nur eine Chance für die Zukunft der Jugendlichen, sondern auch der Betriebe, die so ihren Bedarf an bestens geeigneten Nachwuchskräften decken können. „Qualifiziertes und leistungsbereites Personal ist der Schlüssel zum Erfolg eines Unternehmens“, sagte Sonders. Daher zähle die betriebliche Ausbildung zu Kernmaßnahmen von Betrieben.

„Seit es auch an Schulen Fachkräfte für Berufswahl gibt, kommen die Jugendlichen mit viel mehr Vorbereitung her“, stellte Birgit Froese-Kindermann als Erste Beigeordnete der Stadt Herzogenrath fest. Sie freute sich über die nun insgesamt siebte Auflage des Ausbildungsmarktes. „Schon lange, bevor es die Schlagworte demographischer Wandel oder Fachkräftemangel gab, haben wir uns gemeinsam mit der Stadt Alsdorf auf den Weg gemacht und die Idee des Ausbildungsmarktes entwickelt.“

Georgios Vasios vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Angelegenheiten stellte die bundesweite Offensive für Altenpflegeberufe in den Fokus, die angesichts des demographischen Wandels höchst angesagt ist. Er unterstrich: „Es handelt sich um schwierige, aber auch erfüllende Aufgaben.“

Elke Willsch, Pressesprecherin des Hauptzollamts Aachen, stellte die Ausbildungsberufe beim Zoll vor und wies auf die Tätigkeiten auch in Sachen Schwarzarbeit hin. Aus der Berufspraxis wusste Zollinspektor Mark Gerner von interessanten Herausforderungen gerade in Zeiten offener europäischer Grenzen zu berichten.

Zum Dualen Studium kannte Koordinator Andreas Beumers von der FH Aachen viele Fakten und Möglichkeiten für junge Menschen, Studium und Ausbildung zu kombinieren. Und Kerstin Moser, in zweiter Generation im elterlichen Softwareunternehmen Moser tätig, das im früheren Broichweidener Rathaus seinen Sitz hat, skizzierte unter anderem das Berufsbild des Kaufmannes oder der Kauffrau für Dialogmarketing. Insgesamt bietet das Unternehmen vier verschiedene Ausbildungsberufe an, auch als Partner im Dualen Studium.

Wer nach der Lehre noch mehr vor hat, könnte bei Claudia Wein-Hilgers vom Euregio-Kolleg in Würselen richtig sein: Sie zeigte Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum Abitur auf. Ein pralles Paket also hatte der siebte Ausbildungsmarkt geschnürt – das viel Stoff für Merkzettel und Zukunftspläne hergab.

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